Sophie Passmann gibt mit Alte weiße Männer – Ein Schlichtungsversuch ihr Buchdebüt

von Claudia große Siemer

Um ihr rosarotes Buch kommt man als eingefleischter Literaturnerd auf der Leipziger Buchmesse 2019 nicht herum. Die Autorin und Radiomoderatorin Sophie Passmann gilt als neue Hoffnung des Feminismus und wird von einer Schar von Fans verfolgt. Man könnte auch von einer PassManie sprechen. Der Hype um ihr Buch ist fast grenzenlos. Auf der taz-Couch der Leipziger Buchmesse stellt Passmann sich der Kritik zu ihrem Debüt Alte weiße Männer – Ein Schlichtungsversuch stellt.

(c) Claudia große Siemer

Mit markigen Sätzen versucht Moderator Peter Unfried sie aus der Reserve zu locken. ‚Harmlos wie ein Sektfrühstück‘ (07.03.2019) lautet ein Verriss ihres Buches in der taz-Zeitung. Mit beeindruckender Souveränität geht die 25-jährige darauf ein und wehrt die Kritik wortgewandt ab. Fakt ist aber, dass die junge Autorin eine fragliche Methodik für ihr Buch anwendet – ein Punkt, den die taz-Journalistin Nadia Shehadeh herausarbeitet. Dort heißt es:

„Mit der plumpen Idee loszumarschieren, es gebe einen Prototypen „alter weißer Mann“, und diesen Typus erfüllt dann eigentlich keiner (…) ist an Bräsigkeit kaum zu überbieten.“

Vielleicht darf man Passmanns Buch jedoch nicht mit wissenschaftlicher Genauigkeit und logischer Stringenz lesen. Es wäre vielleicht enttäuschend. Unterhaltsam und vergnüglich ist Alte, weiße Männer auf jeden Fall. Wenn Passmann ihren Typus Mann mit dem „Delfin im Thunfischsalat“ vergleicht, so ist das nicht nur komisch, sondern auch ziemlich originell. Als Autorin für Jan Böhmermanns Neo Magazin Royale hat sie zweifelsohne ihr Handwerk in puncto Sprachspiel- und witz gelernt.

Es wundert mich nicht, dass nach der Diskussion am Signiertisch eine Horde Fans Passmann auflauert. Ich bin eine von ihnen, halte mich aber dezent zurück. Als ich an der Reihe bin und mein Buchexemplar von Alte weiße Männer auf den Tisch lege, geschieht etwas Unverhofftes. „Uuups – Sorry!“, sagt Passmann etwas beschämt, aber mit einem Lachen. Kein Problem, denke ich und erwidere augenzwinkernd: „Das steigert doch nur den Wert meines Exemplars.“ Ich blicke auf den winzigen Fleck auf der ersten Seite meiner Ausgabe. Besonders hübsch finde ich es, wie sie nun einen kleinen Pfeil hinzumalt. So wüsste ich von nun an immer, wo ihre Spucke das Blatt traf. Ich bin ein wenig stolz über diese individuelle Widmung. Wer kann schon von sich behaupten, ein Buch zu besitzen, welches eine der humorvollsten Feministinnen des Landes mit ihrer Speichel-DNA signiert hat? In jenem Moment fantasiere ich, wie mein Exemplar in 50 Jahren in einem Auktionshaus versteigert wird. Es könnte durchaus sehr gewinnbringend für mich sein, überlege ich mir. Aber eigentlich hat das auch so einen Alter-weißer-Mann-Charakter…

von Stefan Katzenbach

Am 9. Februar 2016 bekam die Schweizer Schriftstellerin Ruth Schweikert die Diagnose: Brustkrebs. In ihrem autofiktionalen Buch, „Tage wie Hunde“, das sie auf einer Lesung der Leipziger Buchmesse präsentierte, beschreibt sie die Folgen und den Umgang mit der Krankheit. Es ist aber auch ein Versuch, das Thema aus einer literarischen Perspektive zu fassen.

Es sei kein „privates Tagebuch“ , erklärt Schweikert im Gespräch mit ihrem Lektor Sascha Michel. Die Idee des Buches sei ihr zwar nach der Diagnose gekommen, sie wollte der Erkrankung aber stärker „literarisch“ begegnen. Eine reine Erzählung auf der privaten Darstellungsebene reichte deshalb nicht aus. Über die „gesellschaftliche Dimension“ der Erkrankung nachzudenken sei ihr wichtiger gewesen und darüber zu schreiben, wie Krebs in der öffentlichen Wahrnehmung thematisiert würde, auch wie die Medien über die Krankheit berichten. In ihren Augen reduziert man dort noch zu sehr auf den körperlichen Verfall betroffener Personen. Eine „notwendig andere Dimension des Menschen“ zu zeigen, das wolle sie erreichen. Distanz zu der reinen Körperlichkeit der Krankheit, diese Reflexion schaffe Freiräume für ein Nachdenken.

„Wie soll ich mit einer Kanüle im Arm kämpfen?“

Diese Frage stelle sich eins ums andere mal. Sich im Zustand körperlicher Erschöpfung gegenüber der Krankheit zu behaupten, sei so schwierig, dabei eine angemessene Sprache zu finden, gleichsam problematisch: Kann man den Verlauf einer Krebserkrankung wie eine klassische Heldengeschichte erzählen, an deren Ende die Heilung steht? Für Schweikert komme das alles nicht in Frage. Viele Elemente der Erkrankung würden so erst gar nicht thematisiert. Gefunden habe sie eine Sprache, die zugleich distanzlos sowie distanziert sei. Detailverliebte Beschreibungen wechseln sich mit Satzfragmenten ab, die eine Überforderung aller Beteiligten in und mit Situationen illustrieren. Kurznachrichten von und an die Ich-Erzählerin in kurzen, teils unvollständigen und grammatikalisch falschen Sätzen. Diese Wechsel seien für sie eine Möglichkeit, neben„einer Distanzlosigkeit“ zugleich eine „Distanz zur eigenen Geschichte“ zu halten, erklärt Schweikert ihre Herangehensweise.

Stets ist die eigene „Überforderung“ beim Formulieren der Sätze ein wesentlicher Aspekt ihrer Arbeit, die „Nicht-Sinnhaftigkeit“ der Krankheit darzustellen. All das drängt unweigerlich Fragen auf: Warum trifft es mich, aber nicht die anderen? Zugleich auch: Wieso mich nicht, dafür aber andere? Die Idee zur Unterteilung der Geschichte in sieben Wochentage, die mit einem Dienstag beginnt, habe sie beim Besuch einer Ausstellung in Paris beschlossen, erklärt Schweikert. In dieser Ausstellung mit dem Titel „Dog days“ sind Arbeiten in 14 Räume nach Tagen und Nächten geordnet. „Dieses Ordnungsprinzip hatte mich überzeugt“, so die Schweizer Autorin. Und so habe sie auch ihr Buch benannt.

von Stefan Katzenbach

In seinem neuen Roman „Kein Wunder“ beschreibt der Autor Frank Goosen die amourösen Verwicklungen eines jungen Mannes, der in Berlin wohnt, aber aus Bochum stammt, und Ende der 80er Jahre sowohl in West- als auch in Ostberlin eine Freundin hat. Dass die Mauer fällt, ist für ihn daher ein Ärgernis. Der Autor sieht in dem Buch eine Komödie, wie er auf einer Lesung der Leipziger Buchmesse klarstellt.

„Das Ruhrgebiet war kurz davor, cool zu werden, besonders wegen der Filme von Adolf Winckelmann“

Wer Goosen nach der Motivation für seinen neuen Roman fragt, bekommt eine schnelle Antwort: „Ich hatte große Lust, mich mit den Geschehnissen Ende der 80er Jahre in Berlin und dem Ruhrgebiet auseinanderzusetzen und diese Welten dann in Beziehung zu setzen“. Interessant für ihn waren neben der damaligen Veränderungen seiner Heimatstadt Bochum auch die der gesamten Region. Gerade die „rauhe Schönheit“ der Region sei so faszinierend, die Schilderung des Ruhrgebiets diene ihm auch dazu „die Leute auf ihre Vorurteile hin zu befragen“, deswegen werde in einem Dialog des Romans explizit thematisiert, dass Bochum gar nicht so grau sei, wie immer alle sagen. Berlin habe nur letztlich „die größere Strahlkraft“ entwickelt, und das sei für das Ruhrgebiet „nicht gut gewesen“.

Spaß an den eigenen Figuren

Ähnlich bunt wie die Schilderungen der Städte Bochum, West- und Ostberlin ist auch der Text selbst. Die ausführlichen Charakterisierungen der Protagonisten und ihrer Gedankenwelten sowie die genaue Thematisierung der kulturellen und politischen Situation geben dem Text viel Tiefe. „Ich habe Spaß an meinen Figuren, es sind die Kernfiguren aus meinem vorherigen Roman, ‘Förster, mein Förster’“. Im Text seien deswegen insgesamt „sehr viele Motive“ zusammengekommen, erklärt Goosen. Die Figur des Roland Förster sei dabei von besonderer Bedeutung. Er ist ein Freund des eigentlichen Protagonisten Frank Dahlbusch, genannt Fränge, der mit Rosa in Ostberlin und Marta in Westberlin, zwei Freundinnen in zwei Republiken hat. Förster sei „unvoreingenommener als seine zwei Kumpels“, Fränge und Brocki. „Für ihn steht nie etwas fest, er steht immer dazwischen und kommt mit so einem beobachtenden Blick da rein.“ Beobachten und Sammeln, das sei für Goosen auch das Prinzip seines Schreibens. Schließlich ermögliche das Schreiben „aus einem Wust von Informationen eine Struktur zu destillieren“.

Die Welt schreibend ordnen

Das Schreiben biete für Goosen die Möglichkeit, die Geschehnisse in der Welt zu ordnen. Dies sei gerade in einer Welt wie der heutigen nicht immer einfach: „In dem Maße, wie alles globaler geworden ist, braucht man Sicherheit im Kleinen.“ Dass diese Sicherheit mitunter politisch heikel sein kann, etwa durch einen Heimatbegriff, der aktuell auch negativ konnotiert sei, dessen ist sich Goosen bewusst. Allerdings könne Heimat auch anders gedacht werden: „Mein Heimatbegriff ist ein einschließender, kein ausschließender“, erklärte er.

„Vorurteile gibt es auch im Westen“

Die Frage, ob angesichts aktueller politischer Ereignisse ein neuer Keil in das Verhältnis von Ost und West getrieben werde, betrachte er aus verschiedenen Blickwinkeln: „Ein neuer Keil würde ja bedeuten, dass vorher keiner da war. Es wird immer so getan, als wäre da kein Unterschied gewesen“ zwischen Ost und West. Natürlich sei aber die Gesellschaft damals bereits in verschiedene Klassen unterteilt gewesen. Wer das Gegenteil behaupte, verkläre die Tatsachen. „Die klassenlose Gesellschaft gab es nur von oben“, so Goosen. Auch deswegen sei für ihn die Behauptung, die AFD habe im Osten mehr Zulauf als im Westen, kein Beleg für Vorurteile in Ostdeutschland. Parteien wie die AFD hätten es bloß verstanden, diese im negativen Sinne zu schüren. Wie man solchen Parteien Einhalt gebieten kann? „Es hilft, wenn sie zwei bis drei Prozent verlieren. Rechtspopulistische Parteien können immer dagegen sein. Wenn sie zwei bis drei Prozent verlieren, dann müssen sie mal handeln und liefern.“

Wieder haben drei Unternehmen der Buchbranche es geschafft, den Qualitätskriterien des Junge Verlagsmenschen e.V. zu entsprechen: Sie wurden auf der Leipziger Buchmesse mit dem Gütesiegel für Volontariate ausgezeichnet. Die zweite Runde Gütesiegel vergab der Nachwuchsverein im Rahmen des Karrieretags an das Holtzbrinck-Literaturportal LovelyBooks, den Wissenschaftsverlag Hogrefe und den Fachverlag Eugen Ulmer. Die Unternehmen erfüllten alle Kriterien für ein gutes Volontariat und setzen sich darüber hinaus nachhaltig für die Ausbildung des Branchennachwuchses in ihren Unternehmen ein. Im Anschluss an die Verleihung gab es bei einem Meet&Greet die Möglichkeit, Vertreter der ausgezeichneten Unternehmen und deren VolontärInnen persönlich zu treffen und mit ihnen über Berufseinstiegsmöglichkeiten zu sprechen. 

Selina Reimer, Vorstandsmitglied und Sprecherin der AG Nachwuchsrechte: 

„Wir sind sehr glücklich darüber, dass sich das Gütesiegel nun etabliert hat, seit wir es auf der Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal an den Ernst Klett Verlag, Open Publishing und Kiepenheuer & Witsch vergeben haben. Aus zahlreichen Bewerbungen, die seitdem über unsere AG Nachwuchsrechte eingegangen sind, konnten wir aus der Branche wieder drei Unternehmen hervorheben, die sich besonders um eine gute Ausbildung für ihre VolontärInnen bemühen.“ 

Über das Gütesiegel: 

Für das Gütesiegel können sich Unternehmen der Buchbranche im deutschsprachigen Raum sowie deren VolontärInnen mit der Einreichung eines Fragebogens bewerben. Voraussetzung für den Erhalt des Gütesiegels ist die Erfüllung verbindlicher Ausbildungsstandards, zu denen beispielsweise ein Ausbildungsplan, Fortbildungen, eine feste Betreuung, Feedbackgespräche und eine Überstundenregelung gehören. Die Kriterien für die Vergabe orientieren sich u. a. an den Volontariaten in Presse- und Zeitschriftenverlagen, die größtenteils mithilfe von Tarifverträgen geregelt sind. Um ein objektives Bild zu erhalten, wird der Fragebogen von der Personalabteilung sowie von mindestens drei Volontären unabhängig voneinander ausgefüllt. Die Gütesiegel werden nach positiver Prüfung für zwei Jahre in regelmäßigen Abständen durch die AG Nachwuchsrechte des Junge Verlagsmenschen e.V. vergeben. Die Ergebnisse der Prüfung werden für jeden Verlag in einem Gütesiegelbericht dokumentiert und können auf der Webseite des Vereins öffentlich eingesehen werden. 

Cigdem Aker, 1. Vorsitzende der Jungen Verlagsmenschen, zu den Zielen des Gütesiegels: „Das Volontariat ist in den meisten Verlagen immer noch der klassische Berufseinstieg für Hochschulabsolventen und -absolventinnen. Mit dem Gütesiegel und seinen transparenten Qualitätskriterien wollen wir dazu beitragen, dass auch in Zukunft die besten Nachwuchskräfte ihren Weg in die Branche finden.“ 

Und das sagen die ausgezeichneten Unternehmen: 

aboutbooks GmbH (LovelyBooks.de):

„Wir freuen uns sehr, das Gütesiegel der Jungen Verlagsmenschen für unsere Volontariate zu erhalten! Als ehemalige Volontärin weiß ich wie wichtig es unserem Unternehmen ist, das Volontariat spannend und lehrreich zu gestalten. Es ist mir ein ganz persönliches Anliegen meinen Teil dazu beizutragen: Mit unserem Volo-Projekt, welches die Volontäre selbstständig gestalten und bearbeiten, möchten wir die individuellen Stärken der Volontäre fördern und Ihnen die Chance der Weiterentwicklung geben. So haben wir schon zahlreiche spannende und erfolgreiche Projekte gemeinsam umsetzen können.“ 

Hogrefe GmbH & Co.KG: 

„Wir sehen das Volontariat als Chance, um mit jungen Fachkräften in Kontakt zu kommen und sie nach der fundierten Ausbildung während des Volontariats als langjährige Mitarbeitende zu gewinnen. Unsere Volontäre profitieren während ihrer Ausbildung von dem motivierenden Arbeitsumfeld bei Hogrefe, vielen Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, fairer Vergütung und vielen weiteren Benefits.“ 

Verlag Eugen Ulmer: 

„Wir freuen uns sehr und gratulieren den beiden Verlagen, die ebenfalls das Siegel erhalten! Für den Verlag Eugen Ulmer, der trotz der 160 Mitarbeiter familiär geprägt ist, ist dieses Gütesiegel eine große Auszeichnung. Erst im Zuge der Bewerbung wurde uns bewusst, dass das, was wir in der Ausbildung tun, offenbar nicht selbstverständlich ist. Dabei ist es für uns nicht nur ein Herzensanliegen, wir sehen auch die Verantwortung gegenüber den jungen Menschen und den Branchen, in denen wir tätig sind. Nicht zuletzt signalisiert das Siegel unseren Zielgruppen, dass ein Volontariat in einer crossmedial und eigenverantwortlich arbeitenden Fachredaktion bei Ulmer attraktiv ist und eine Basis für ein erfolgreiches Berufsleben bietet. Wir bedanken uns bei den Jungen Verlagsmenschen für die Entscheidung, aber auch bei unseren Volontär*Innen, die sich – unabhängig – so positiv geäußert haben. Das Siegel ist Ansporn für uns, Auszubildende und Volontäre weiterhin gut auszubilden und zu betreuen und diese Aufgabe weiterzuentwickeln.“ 

Mehr Informationen zum Gütesiegel: 

www.jungeverlagsmenschen.de/guetesiegel 

Pressekontakt: 

Selina Reimer 

Junge Verlagsmenschen e.V. Schatzmeisterin selina.reimer@jungeverlagsmenschen.de 0163/3504619 

Über den Junge Verlagsmenschen e.V. 

Der Junge Verlagsmenschen e. V. ist mit über 800 Mitgliedern in 13 Städtegruppen das größte Nachwuchsnetzwerk der Buch- und Medienbranche. Er bietet Young Professionals, Berufsanfänger*innen und Studierenden eine unabhängige Plattform, um sich auszutauschen, weiterzubilden und zu organisieren. Seit Mitte 2014 gibt es innerhalb des Vereins die AG Nachwuchsrechte, die sich gezielt den Interessen des Nachwuchses widmet und in den Jahren 2015 und 2017 eine Umfrage zu den Arbeitsbedingungen des Branchen-nachwuchses durchgeführt hat. Diese Umfrage diente als Basis für die spätere Ausarbeitung des Gütesiegels für Volontariate. 

Kurz vor der nächsten Gütesiegelverleihung schließen wir unsere erste Runde „Ausgezeichnet! Gütesiegelträger im Gespräch“ mit dem dritten Preisträger der ersten Stunde – Open Publishing. Was Open Publishing als guten Arbeitgeber ausmacht und worauf das Unternehmen besonders Wert legt, lest ihr in diesem Interview.

Open Publishing scheint vielleicht auch aufgrund der Größe ein Arbeitgeber zu sein, bei dem sich die Mitarbeiter sehr wohl fühlen. Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um ein positives und motivierendes Betriebsklima zu herzustellen – gerade im Hinblick auf den Nachwuchs?

Dr. Julius Mittenzwei, Geschäftsführer: Wir verstehen uns als Open Publishing Familie mit flachen Hierarchien und nahbaren Geschäftsführern, um ein angenehmes und motivierendes Betriebsklima zu schaffen. Dazu gehören auch unsere Volontäre, denen wir schon früh Verantwortungen übertragen. Beispielsweise gibt es Projekte, an denen Volontäre komplett selbständig arbeiten. Darüber hinaus haben wir durch unsere agilen Arbeitsprozesse ein Start-up-Feeling erhalten. Gleichzeitig können wir die Sicherheit eines erwachsenen Unternehmens bieten.

Was erhoffen Sie sich vom Gütesiegel für Ihr Unternehmen und die Branche insgesamt?

Dr. Julius Mittenzwei: Als Arbeitgeber stehen wir im ständigen Wettbewerb mit anderen Unternehmen um die besten Mitarbeiter. Deshalb ist es für uns wichtig, dass wir für potenzielle Bewerber sichtbar sind und unsere Bekanntheit steigt. Das JVM-Gütesiegel zeigt zukünftigen Mitarbeitern, dass sie bei uns nicht nur ein angenehmes Arbeitsklima finden werden, sondern auch eine sehr gute Ausbildung angeboten wird. Des Weiteren hoffen wir, dass sich durch Gütesiegel dieser Art die Qualität der Volontariate in der Branche insgesamt verbessern wird.

Was braucht es aus Ihrer Sicht, um als Nachwuchskraft in einem Unternehmen anzukommen und sich als Teil des Teams zu fühlen?

Anja Spägele, ehemalige Volontärin, mittlerweile Marketing Managerin: Wichtig sind ein fester Ansprechpartner, regelmäßige Feedbackgespräche und eine gewisse Wertschätzung der eigenen Arbeit und Person. Bei Open Publishing ist das alles vorhanden und ich konnte mich nicht nur mit der Arbeitsweise, sondern auch mit der lieben Bürogemeinschaft identifizieren.

Wie wichtig ist Ihnen der Erfahrungsaustausch mit anderen Volontärinnen und Volontären und inwiefern wird dieser bei Open Publishing gefördert?

Anja Spägele: Den Austausch mit den anderen Volontärinnen und Volontären schätze ich sehr. Hier wird nicht nur eine gegenseitige Hilfestellung geboten, sondern auch konkret über Verbesserungswünsche geredet, die dann auch direkt mit der Geschäftsleitung besprochen werden können. Dazu gibt es einen regelmäßigen Volo-Stammtisch. Außerdem betreuen wir Volos gemeinsam ein Facebook-Projekt, bei dem vor allem der Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit auch über die verschiedenen Abteilungen hinaus im Vordergrund stehen.

Was möchten Sie zukünftigen Volontären bei der Wahl ihres Arbeitgebers mit auf den Weg geben?

Ich persönlich finde es gut, wenn bei einem Volontariat der Ausbildungscharakter im Vordergrund steht. Eine Arbeit, in der man nach zwei Monaten bereits vollwertige Arbeit leistet, ist für mich kein richtiges Volontariat. Die Volontariatszeit sollte dazu da sein, Fragen stellen zu können, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich auch selbst ausprobieren zu können.

Damit ihr auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse keine interessanten Veranstaltungen verpasst, haben wir für euch wieder einige Termine rausgesucht, die für Junge Verlagsmenschen, sowohl für Berufseinsteiger als auch für Young Professionals, besonders empfehlenswert, informativ oder gut zum Netzwerken sind. Viel Spaß!

Donnerstag, 21.03.2019

10:30-11:15 Uhr – Künstliche Intelligenz in Verlagen und Medienhäusern (Fachforum 1, Halle 5 , Stand E600)

11:00-11:30 Uhr – Selfpublishing und der Buchmarkt (Forum autoren@leipzig Halle 5, Stand D600)

12:00-12:30 Uhr – Vorstellung studentischer Projekte des Studiengangs Buch- und Medienproduktion (Studium rund ums Buch, Halle 5, Stand D501/E500)

13:00-14:00 Uhr – Studium rund ums Buch (Studium rund ums Buch, Halle 5, Stand D501/E500)

14:00-15:00 Uhr – Digitaler Wandel in der Verlagsbranche (Read & Meet, Halle 5, Stand D602)

Freitag, 22.03.2019: Karrieretag!

10:30-11:00 Uhr – Mentoring-Programme in der Buchbranche (Fachforum 2, Halle 5, Stand F600)

11:00-12:00 Uhr – Kompetenz-Check – Was braucht die Buchbranche? (Fachforum 2, Halle 5, Stand F600)

12:00-13:00 Uhr – Dos and Don’ts bei Bewerbungen (Fachforum 1, Halle 5 , Stand E600)

12:00-13:00 Uhr – Ist der Weg das Ziel? (Fachforum 2, Halle 5, Stand F600)

12:30- 13:30 Uhr – Männlich, weiblich, fluid, divers – vom kreativen Umgang mit Geschlechterklischees (tolino media, Halle 5, D301)

13:00-14:00 Uhr – Passe ich überhaupt ins Lektorat? (Fachforum 2, Halle 5, Stand F600)

15:00-16:00 Uhr – Booktuber, Blogger, Influencer (Fachforum 1, Halle 5, Stand E600)

16:00-17:00 Uhr – Qualität zahlt sich aus (Preisverleihung des Gütesiegels für Volontariate) (Fachforum 1, Halle 5, Stand E6009

Ab 17 Uhr – JVM Get-together (JVM Stand, Halle 5, Stand 2)

Samstag, 23.03.2019

10:00-11:00 Uhr – Das Volontariat als Berufseinstieg in die Buchbranche (Studium rund ums Buch, Halle 5, Stand D501/E500)

12:00-12:30 Uhr – Blogger Relations: Was ist das und wenn ja, wie viele? Mit Bloggern zu mehr Reichweite (Forum autoren@leipzig, Halle 5, Stand D600)

16:00-17:00 Uhr – Alumnitalk: Mein Berufseinstieg nach dem Studium Buchwissenschaft (Studium rund ums Buch, Halle 5, Stand D501/E500)

Für Pausen empfehlen wir wie immer gemütliches Kaffeetrinken mit neuen Kontakten oder eine Runde Buchmessen-Bullshit-Bingo 🙂