„Was kann denn mein kleiner Grashalm bewirken?“
New Work als Graswurzelbewegung von unten – geht das?
heißt der Workshop, den Hermann Eckel beim Weiterbildungstag am 21.11.2020 geben wird.

Wer bist du? Wie sieht dein Werdegang aus? Was machst du?

Hermann, 51, verheiratet, Vater von 2 Kindern, seit gut 20 Jahren in der Branche tätig, nach diversen Vertriebs- und Geschäftsführerstationen bei Buch- und Musikverlagen (u.a. bei Oxford University Press) nun seit drei Jahren Geschäftsleiter bei tolino media

Wie würdest du Freunden „New Work“ in 1-2 Sätzen beschreiben?

„New Work“ ist für mich erreicht, wenn Menschen wirklich vertrauens- und respektvoll miteinander arbeiten und dabei authentisch sein dürfen sowie die Sinnhaftigkeit ihres eigenen Tuns und den übergeordneten Purpose der Organisation als motivierende Kraft empfinden. Auf die Struktur eines Unternehmens bezogen, bedeutet das, die Organisation nicht länger als Maschine, sondern als lebendigen Organismus zu begreifen.

Was gewinnt man, wenn man sich mit „New Work“ auseinandersetzt? / Was verpasst man, wenn man sich nicht mit „New Work“ beschäftigt?

Neue Einsichten; ein besseres, konstruktiveres Miteinander; eine offenere Unternehmenskultur; größerer Fokus auf das, was wirklich wichtig ist; selbst-bewusstere Mitarbeiter*innen; schnellere und nachhaltigere Entscheidungen, weil sie dort getroffen werden, wo die größte Sachkompetenz vorhanden ist, und nicht dort, wo die meiste Macht gebündelt ist. Aber auch neue Herausforderungen, die sich aus der Selbstorganisation von Teams ergeben, die man nicht unterschätzen sollte, die es aber wert sind, angegangen zu werden.

Weshalb hast du dich für dieses Thema so sehr begeistert? Gab es eine besondere Motivation oder ausschlaggebende Momente?

„My way to New Work“ begann mit der Beschäftigung mit Innovationsentwicklung und methodischen Ansätzen wie Design Thinking. Denn ziemlich schnell wurde mir klar, dass für die schnelle und regelmäßige Entwicklung innovativer Produkte neue, agilere Formen der Zusammenarbeit und eine neue Unternehmenskultur unerlässlich sind und dass das eine nicht ohne das andere zu haben ist. Die Lektüre von Frederic Laloux‘ „Reinventing Organizations“ hat mich dann regelrecht umgehauen: Hier beschrieb jemand Formen der Zusammenarbeit, von denen ich immer vage geträumt hatte – lange Zeit ohne zu glauben, dass der Traum Wirklichkeit werden könne.

Gibt es einen Aspekt, in welchem der Begriff „New Work“ benutzt wird, obwohl es eigentlich nicht „New Work“ ist?

Ja, ähnlich wie „Agilität“ wird unter dem Schlagwort „New Work“ häufig nur ein weiteres Managementtool zur Effizienzsteigerung wie so viele andere gesehen (nach MbO, Six Sigma etc. pp.). Damit werden mit dem Begriff nur oberflächliche Veränderungen („Die Projektarbeit wird effizienter und transparenter – sehr gut!“) oder Einzelschlagworte wie „Homeoffice“ oder „Digitalisierung“ verknüpft, ohne zu begreifen, um welch tiefgreifenden Wandel es hier eigentlich geht.

Welche Botschaft möchtest du mit deinem Workshop/Vortrag vermitteln?

Ich möchte gerne vermitteln, dass unter dem Label „New Work“ tatsächlich eine „stille Revolution“ im Gange ist (um den Titel einer sehr schönen Dokumentation zum Thema zu zitieren) und dass es dabei letztlich auf eine veränderte innere Haltung aller Beteiligten ankommt. Denn ohne die „Inner Work“ funktioniert es nicht! Nicht umsonst heißt das zweite Buch, das mich sehr beeindruckt hat, „New Work needs Inner Work“. Darüber hinaus möchte ich mit den Teilnehmer*innen herausarbeiten, welche Möglichkeiten es auch in bestehenden, traditionellen Organisationen gibt, sich zumindest in Richtung eines „New Work“-Umfeldes zu entwickeln. Schließlich kann ich aufgrund einer aktuellen Umfrage der IG Digital auch aufzeigen, welche Rolle die Corona-Krise dabei als Katalysator für Veränderungen spielt bzw. spielen kann.

Welchen Ratschlag möchtest du den Young Professionals in der Buch- und Medienbranche mitgeben?

Seid mutig, den Wandel auch in unserer Branche voranzustoßen, und überlegt, was ihr konkret an dem Platz, an dem ihr euch gerade befindet, bewirken könnt!

Wie bildest du dich weiter?

Durch Bücher, Blogs, Filme, Austausch mit Gleichgesinnten (meine Frau arbeitet als Agile Coach) , Konferenzen, Weiterbildungen, eigenes Unterrichten („Lernen durch Lehren“) …

Simona Kelz und Kirsten Steffen geben beim Weiterbildungstag am 21.11.2020 Tipps und Hinweise zum Thema Selbstmarketing.

Wer bist du? Wie sieht dein Werdegang aus? Was machst du? 

Simona Kelz, 25 Jahre alt und Junior Consultant bei der strategischen Personal- und Unternehmensberatung Bommersheim Consulting.

seit Anfang 2019 bei Bommersheim Consulting

PR & Journalismus Studium an der Hochschule der Medien, Stuttgart

im Anschluss Volontariat bei Bommersheim Consulting

Kirsten Steffen, 55, geschäftsführende Gesellschafterin bei Bommersheim Consulting

seit 2005 Partnerin bei Bommersheim Consulting

8 Jahre Lehre, Forschung und Management der Studiengänge Buchwissenschaft an der Universität München, Auf- und Ausbau der praxisbezogenen Seminare und Vorlesungen durch ausgewiesene Fach- und Führungskräfte der Buch- und Medienbranche.

Nach der Ausbildung zur Sortimentsbuchhändlerin Studium und Promotion an der Universität München in Germanistik und Politik

Wie würdest du Freunden „New Work“ in 1-2 Sätzen beschreiben?

New Work ist ein Sammelbegriff, der verschiedene neue & moderne Arbeitsmodelle und –formen beschreibt.
Für uns geht es bei New Work vor allem darum, auf die veränderten Bedürfnisse beider Seiten (Mitarbeiter*innen und Unternehmen) einzugehen und auf das (sich verändernde) Mindset richtig zu reagieren. 

Was gewinnt man, wenn man sich mit „New Work“ auseinandersetzt?/ Was verpasst man, wenn man sich nicht mit „New Work“ beschäftigt?

Man kann Arbeitsmethoden jenseits starrer, vorgegebener Strukturen und Hierarchien kennenlernen und ausprobieren. Wenn man nicht neugierig ist, dann beschäftigt man sich nicht damit 😊 

Weshalb hast du dich für dieses Thema so sehr begeistert? Gab es eine besondere Motivation oder ausschlaggebende Momente?

In Unternehmen, die sich mit New Work beschäftigen, kann man sich meist besser und umfassender mit eigenen Ideen einbringen. Man kann mehr ausprobieren, kommt schneller zu Ergebnissen. Insgesamt belebt es die Kreativität, die eigenen und die im Team. Führung kriegt eine neue Bedeutung.

Gibt es einen Aspekt, in welchem der Begriff „New Work“ benutzt wird, obwohl es eigentlich nicht „New Work“ ist?

New Work wird oft als Lösung angepriesen, die all das erneuern soll, was in der Arbeitswelt schlecht ist. Dabei helfen die Ansätze von New Work uns aber nur dann, wenn die Kultur der Unternehmen deren Nutzung auch effizient ermöglicht! Und das ist leider (noch) nicht immer der Fall. 

Welche Botschaft möchtest du mit deinem Workshop/Vortrag vermitteln?

In unserem Workshop möchten wir Euch zeigen, wie Ihr (ganz im Sinne von New Work) Eure beruflichen Ideen von „Arbeit“ und Zukunft SELBST gestalten und einbringen könnt, aber auch, was Ihr dafür alles braucht.
Ein wichtiger Bestandteil und erster Schritt: Erfolgreiches Selbstmarketing im beruflichen Kontext – der erste Schritt Richtung Zukunft. 

Welchen Ratschlag möchtest du den Young Professionals in der Buch- und Medienbranche mitgeben?

Keinen Ratschlag im klassischen Sinn, ich (Simona) bin selbst eine Young Professional. Aber, dass es super wichtig ist, neugierig und offen zu sein. Und sich für die eigenen Ziele einzusetzen und dran zu bleiben – auch wenn das manchmal schwer fällt.

Wie bildest du dich weiter?

Durch Veranstaltungen in ganz unterschiedlichen Branchen.

Impulse & Anregungen aus allen Richtungen sind wichtig. Dazu kommen natürlich Newsletter, Branchenveranstaltungen, Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen, Zeitschriften.
Und Reisen: Das hilft, den Blick immer wieder auf etwas Neues zu richten.  


Vielen Dank für das Interview!

New Work und (new?) Leadership – Wie sieht eine gerechte und diverse Arbeitswelt aus? heißt der Workshop, den Johannah Illgner beim Weiterbildungstag am 21.11.2020 geben wird.

Die Politikwissenschaftlerin ist Inhaberin von Plan W. Die Agentur bietet diversitybewusste und gendersensible strategische Kommunikationsberatung für Akteur*inenn aus Wirtschaft, Parteien, Verwaltungen, Verbänden und NGOs an. Johannah hat sich den Themen Diversity, Empowerment von Frauen und weibliche Netzwerke verschrieben – arbeitet aber auch an Queerschnittsthemen wie New Work und Digitalisierung. Neben verschiedenen politischen Aktivitäten tut sie dies mit vollem Einsatz bei den #DMW – den Digital Media Women e.V.

Wer bist du? Wie sieht dein Werdegang aus? Was machst du? 

Johannah Illgner

34 Jahre alt

Geschäftsführerin und Inhaberin Plan W – Agentur für strategische Kommunikation (Heidelberg)

Ehrenamtlich: Quartiersleiterin Digital Media Women Rhein-Neckar

Werdegang:

Studium der Politikwissenschaft und Ethnologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der California State-University Long Beach (2006-2013)

Seit 2012 als PR-Beraterin selbstständig

2014 Gründung der Kommunikationsagentur Plan W

Seit 2019 zudem Geschäftsführerin von CoWomen Heidelberg

Weitere Infos unter https://johannah-illgner.de/

Wie würdest du Freunden „New Work“ in 1-2 Sätzen beschreiben?

New Work meinte neben neuen Formen von Arbeit vor allem die Strukturen, die diese neue Arbeitswelt kennzeichnen: Sinnhaftigkeit von Arbeit, Digitalisierung, Gleichstellung, Diversity, kollaboratives Arbeiten, 

Was gewinnt man, wenn man sich mit „New Work“ auseinandersetzt?/ Was verpasst man, wenn man sich nicht mit „New Work“ beschäftigt?

New Work bietet viele Chancen. Freiheit, Selbstständigkeit, Selbstverwirklichung sind alles Elemente, die New Work charakterisieren. Es ist eine Chance über Arbeit und Arbeiten nachzudenken, eine neue Haltung gegenüber Routinen: Macht das, was ich mache, mich glücklich? Wie kann ich es gestalten, dass es mich erfüllt? 

New Work lädt zum Reflektieren ein und idealerweise auch dazu, sich auch in der Arbeitswelt zu verwirklichen und eine für sich sinnstiftende Tätigkeit zu finden. 

Alle, die sich nicht mit New Work beschäftigen, ignorieren die großen Entwicklungslinien und verpassen so die Chance diese „neue“ Arbeitswelt mitzugestalten.

Weshalb hast du dich für dieses Thema so sehr begeistert? Gab es eine besondere Motivation oder ausschlaggebende Momente?

New Work bedeutet Veränderung in allen wirtschaftlichen Strukturen. Es geht in einem bedeutenden Maß auch darum Führung neu zu denken und alte Führungshierarchien umzustrukturieren. 

Hier bietet sich eine spannende Entwicklung und Chancen gerade für Frauen. Sind es doch bisher nur wenige Frauen, die in den „alten“ Strukturen selten überhaupt in Führungspositionen gelangen konnten. 

Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte: Gerade Frauen sollten die Chance ergreifen und aktiv versuchen die Arbeitswelt von morgen mitzugestalten.

Gibt es einen Aspekt, in welchem der Begriff „New Work“ benutzt wird, obwohl es eigentlich nicht „New Work“ ist?

Im Zusammenhang mit der Pandemie und dem Lockdown wurde das Home Office oftmals gleichgesetzt mit New Work. Das stimmt so aber nicht. Natürlich beinhaltet New Work, dass feste Räume und Zeiten nicht mehr zwingend festgesetzt sind und agiler werden; dazu gehört natürlich auch Home Office, Coworking etc. Aber nur auf Home Office umzustellen ohne „alte“ Strukturen zu ändern reicht hier nicht aus.

Welche Botschaft möchtest du mit deinem Workshop/Vortrag vermitteln? 

New Work bietet Frauen große Chancen, vor allem auf Führungsebene. Noch immer ist die deutsche Wirtschaft geprägt von männlichen Führungskräften und männlichen Strukturen. Die Idee einer neuen Art von „Leadership“ kann also einen Vorteil für mehr weibliche Führungskräfte bedeuten. Zudem ergeben sich durch den digitalen Aspekt von New Work neue Berufs- und Karrierewege. Selbstständig zu werden wird leichter, wodurch mehr Frauen ihren Karriereweg maßgeblich mitgestalten können. 

Welchen Ratschlag möchtest du den Young Professionals in der Buch- und Medienbranche mitgeben?

Bringt euch ein, gestaltet eure zukünftige Arbeitswelt mit.

Wie bildest du dich weiter? 

Teilnahme an Vorträgen, Panels, Seminaren, Networking-Gruppen, Wettbewerben


Vielen Dank für das Interview!

Beim Weiterbildungstag werden euch Sabine Dörrich und Ulrike Kleinhans in einer Speedkarriereberatung eure Fragen zu eurem Berufsweg beantworten.

Sabine Dörrich ist Geschäftsführerin und Partnerin der Personal- und Unternehmensberatung Dörrich Kleinhans + Partner und dort Spezialistin für die Berufsfelder Lektorat/Redaktion, Herstellung und PR.  Nach dem Studium war die ausgebildete Buchhändlerin bei verschiedenen Independent-Verlagen tätig und wechselte im Jahr 2000 in die Personalberatung. Seit zwei Jahrzehnten beobachtet sie den Wandel der Buchbranche und die damit einhergehenden Veränderungen der Berufe, Anforderungen wie auch des Arbeitsumfelds. Als erfahrene Job-Spezialistin entdeckt sie in jedem Lebenslauf die verborgenen Perlen und verhilft schlummernden Talenten zum Aufbruch.

Wer bist du? Wie sieht dein Werdegang aus? Was machst du?

Sabine Dörrich, Personalberaterin und Karriere-Coach seit 20 Jahren, Co-Geschäftsführerin der Personalberatung Dörrich Kleinhans + Partner

Wie würdest du Freunden „New Work“ in 1-2 Sätzen beschreiben?

Zeitliche, räumliche und organisatorische Flexibilisierung der Arbeitswelt – angetrieben vom umfassenden technologischen Wandel, der die Voraussetzung geschaffen hat für die Globalisierung  der Wirtschaft, die wiederum neue Formen der Arbeitsorganisation ermöglicht, aber auch notwendig macht (was für ein schöner Bandwurmsatz).

Was gewinnt man, wenn man sich mit „New Work“ auseinandersetzt?/ Was verpasst man, wenn man sich nicht mit „New Work“ beschäftigt?

Die heutige Organisation von Arbeit ist historisch entstanden; es ist ungemein spannend, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einflussfaktoren zu untersuchen. Auf der individuellen Ebene kann die Beschäftigung mit New Work auch eine Selbstreflexion der eigenen Lebensbedürfnisse in Gang setzen. Genau das würde man verpassen, wenn man dies nicht täte.

Weshalb hast du dich für dieses Thema so sehr begeistert? Gab es eine besondere Motivation oder ausschlaggebende Momente?

Ich sehe New Work als Möglichkeit, dass arbeitende Menschen mehr persönliche Autonomie gewinnen. Andererseits besteht auch die Gefahr, dass sich (das Sicherheit bietende) Modell der unbefristeten Festanstellung aufweicht. Und Remote-Arbeiten kann einsam machen, wenn das Unternehmen nicht neue Formen der Teamarbeit forciert.

Gibt es einen Aspekt, in welchem der Begriff „New Work“ benutzt wird, obwohl es eigentlich nicht „New Work“ ist?

New Work wird oft auf das Thema Home Office reduziert. Daran ist aber nichts „new“ – die sogenannte Tele-Arbeit von Zuhause aus gibt es schon lange.  

Welche Botschaft möchtest du mit deinem Workshop/Vortrag vermitteln?

Meine Aufgabe als Personalberaterin ist es, bei der Besetzung von Stellen den bestmöglichen Match herzustellen. Wertschätzung und Ehrlichkeit sind für mich die Basis dieses Prozesses, denn beide Seiten sollen mit ihrer Wahl zufrieden sein.

Welchen Ratschlag möchtest du den Young Professionals in der Buch- und Medienbranche mitgeben?

Angesichts des rasanten technologischen Wandels ist kontinuierliche Weiterbildung absolut wichtig. 

Wie bildest du dich weiter?

Ständiges Lesen von Fachartikeln, Webinare und Teilnahme an Tagungen, tägliche Kommunikation mit Kandidat*innen (ja, auch das ist Weiterbildung!).


Vielen Dank für das Interview!

Beim Weiterbildungstag werden euch Sabine Dörrich und Ulrike Kleinhans in einer Speedkarriereberatung eure Fragen zu eurem Berufsweg beantworten.

Ulrike Kleinhans ist Geschäftsführerin und Partnerin der Personal- und Unternehmensberatung Dörrich Kleinhans + Partner und dort Spezialistin für die Berufsfelder Digitales, E-Commerce, Marketing und Vertrieb. Zuvor war die Pädagogin bei Bertelsmann innovative Ideengeberin für neue Kundenpotentiale, digitale Geschäftsfeldgestalterin und als Mitglied der Geschäftsleitung bei wissenmedia für Digitale und B2B-Geschäfte verantwortlich. Als zertifizierter Coach weiß sie die richtigen Fragen zu stellen, das Wesentliche zwischen den Zeilen zu hören und die richtigen Impulse zu geben.

Wer bist du? Wie sieht dein Werdegang aus? Was machst du? 

Ulrike Kleinhans, seit 2016 Personalberaterin und Karriere-Coach; Co-Geschäftsführerin der Personalberatung Dörrich Kleinhans + Partner; davor 25 Jahre in unterschiedlichen Leitungsfunktionen mit Personalverantwortung in einem Medienkonzern.

Wie würdest du Freunden „New Work“ in 1-2 Sätzen beschreiben?

New Work hat sich zwischenzeitlich zum Synonym für innovative Ansätze in der Arbeitsgestaltung entwickelt und ist häufig der Oberbegriff für moderne Veränderung an Arbeitsplätzen, aber auch für eine neue Einstellung in der Arbeitswelt, die sich mehr auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter konzentriert und auf deren Bedürfnisse eingeht. 

Was gewinnt man, wenn man sich mit „New Work“ auseinandersetzt?/ Was verpasst man, wenn man sich nicht mit „New Work“ beschäftigt?

Mehr Freiräume und Einflussmöglichkeiten in Verbindung mit Kommunikation auf Augenhöhe sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, damit verbunden eine bessere Work-Life-Balance. Mehr Zufriedenheit! Es gibt aber auch kritische Punkte, nämlich u.a. die Verschmelzung von Privatleben und Arbeit. Ein schwieriges Thema, welches wir gerade in der aktuellen Situation in vielen Gesprächen mitbekommen. 

Weshalb hast du dich für dieses Thema so sehr begeistert? Gab es eine besondere Motivation oder ausschlaggebende Momente?

Es ist eine wesentliche Arbeitsweise, um dem technologischen Wandel und den zukünftigen wirtschaftlichen Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Gerade in der Zusammenarbeit mit interdisziplinären Teams ermöglicht diese Arbeitsweise „das Beste aus jedem“ für das gemeinsame Ziel einzusetzen und entsprechende Lösungen zu erarbeiten.

Gibt es einen Aspekt, in welchem der Begriff „New Work“ benutzt wird, obwohl es eigentlich nicht „New Work“ ist?

Zum aktuellen Zeitpunkt ist es vor allem das Home Office, welches bereits seit Jahren (in Abhängigkeit der Unternehmenskultur) gelebt wird. Zudem gab es schon immer Führungskräfte mit einem motivierenden, fördernden und auf Augenhöhe zum Mitarbeiter orientierten Führungsstil. 

Welche Botschaft möchtest du mit deinem Workshop/Vortrag vermitteln?

Jeder Mensch sollte in sich reinspüren, wo seine Talente, Begabungen sind bzw. welche Aufgaben im aktuellen Job wirklich Freude machen, und – darauf aufbauend – seine berufliche Zukunft ausrichten. 

Welchen Ratschlag möchtest du den Young Professionals in der Buch- und Medienbranche mitgeben?

Unsere Branche bietet viele tolle Aufgaben und Möglichkeiten sich einzubringen und weiter zu entwickeln. Aber man muss an der einen oder anderen Stelle „dicke Bretter“ bohren. Daher kann ich alle nur auffordern, konstruktive Gespräche mit Führungskräften im jeweiligen Unternehmen zu führen, sichtbar zu werden und ggf. zu wechseln. Darüber hinaus sollten möglichst viele der Young Professionals bei den JVM aktiv sein und damit die Möglichkeit nutzen, unsere Branche aktiv mitzugestalten. 

Wie bildest du dich weiter?

Täglich, im Austausch mit Kunden und KandidatInnen sowie beim Lesen von Fachartikeln. Darüber hinaus durch die Teilnahme von Tagungen – aktuell überwiegend Webinare und dem Austausch mit Kontakten aus anderen Branchen.


Vielen Dank für das Interview!

Freiheit braucht Strukturen heißt der Workshop, den der &Töchter Verlag beim Weiterbildungstag geben wird.

Der &Töchter Verlag ist ein neugegründetes Unternehmen mit einer Besonderheit: Es gibt keine Führungsperson, denn alle fünf Gründerinnen haben gleich viel zu sagen. Das selbstorganisierte Team hat sich Strukturen aufgebaut, die ohne Hierarchien auskommen und (bisher) trotzdem nicht in Chaos verfallen. Diese Arbeitsweise bringt viele Herausforderungen mit sich, hat aber auch viele Chancen auf selbstbestimmtes Arbeiten. 

Wer bist du? Wie sieht dein Werdegang aus? Was machst du? 

&Töchter Verlag und mehr 

Lydia Hilebrand, 27, Presse und PR bei &Töchter (BA-Studium: Medien und Kommunikation, MA: Buchwissenschaft, Verlagspraxis) 

Laura Nerbel, 29, Lektorat, Foreign Rights und Lizenzen bei &Töchter (Studium: Lehramt Grundschule, MA: Buchwissenschaft Verlagspraxis) 

Sarah Zechel, 25, Lektorat und Herstellung bei &Töchter (BA-Studium: Germanistik und Kommunikationswissenschaft, MA: Buchwissenschaft, Verlagspraxis) 

Wie würdest du Freunden „New Work“ in 1-2 Sätzen beschreiben? 

Die Digitalisierung verursacht einen gewaltigen Wandel in der Arbeitswelt: Hierarchien sind nicht mehr die Unternehmensstruktur der Wahl. Durch mehr Teilhabe und Selbstbestimmung der Mitarbeiter:innen entsteht eine demokratisierte Arbeitswelt. 

Was gewinnt man, wenn man sich mit „New Work“ auseinandersetzt? / Was verpasst man, wenn man sich nicht mit „New Work“ beschäftigt? 

New Work setzt den Menschen in den Mittelpunkt des Unternehmens. In der digitalen Welt verändern sich nicht nur die Arbeitswelten, sondern auch der Alltag wird immer schnelllebiger. Es braucht eine Balance zwischen Freiheit und Struktur, um einerseits eine Trennung von Privat- und Arbeitsleben für die Mitarbeiter:innen zu schaffen und andererseits offen für neue Entwicklungen zu bleiben. Dies können die Methoden des New-Work-Ansatzes erreichen. Traditionelle Arbeitsstrukturen mit festen Hierarchien verpassen oft die Bedürfnisse der einzelnen Teammitglieder und Organisationen sind dadurch an vielen Stellen starrer als sie sein müssten. Die erhöhte Flexibilität erleichtert es den Unternehmen auch, neue Strategien auszutesten, ohne zu viel Zeit durch unnötige Entscheidungsschleifen zu verlieren. 

Weshalb hast du dich für dieses Thema so sehr begeistert? Gab es eine besondere Motivation oder ausschlaggebende Momente? 

Als wir unseren Verlag gestartet haben, war uns allen fünf Gründerinnen klar, dass es zwischen uns keine Hierarchien geben wird und wir alle gleichberechtigt Entscheidungen treffen können. Diese Arbeitsweise bietet jeder Einzelnen von uns viele Freiheiten und trotzdem die richtige Menge an Verantwortung. Als Gründer:in muss man zumindest am Anfang über alle Vorgänge Bescheid wissen. Jeden Tag erleben wir es als bereichernd, dass jedes Teammitglied seine Meinung zu jedem Thema äußern kann. Trotzdem haben wir gemerkt, dass eine gewisse Struktur sinnvoll ist, da sie die Kommunikation und Produktivität im täglichen Arbeitsleben erleichtert, vor allem wenn die Aufgabenstellungen wachsen und es im ersten Moment nach Chaos aussieht. Das Thema New Work ist aber noch lange nicht ausgereizt, weshalb wir immer auf der Suche nach neuen Methoden der Zusammenarbeit sind. 

Gibt es einen Aspekt, in welchem der Begriff „New Work“ benutzt wird, obwohl es eigentlich nicht „New Work“ ist? 

New Work ist ein Begriff, der sich nicht wirklich definieren lässt. Zumindest für uns nicht. Wir versuchen uns mit unserer Neugründung den jetzigen Arbeitsbedingungen im Jahr 2020 so anzupassen, dass es für unsere Abläufe und unser Team am besten ist. Viele Unternehmen stecken jedoch noch viel zu sehr in ihren traditionellen Strukturen fest, was auch nicht von heute auf morgen lösbar ist. Schwierig wird es, wenn Unternehmen als Arbeitgeber versuchen flexibel aufzutreten und mit dem Begriff ‘New Work’ werben, jedoch noch viel zu sehr in ihren hierarchischen Denksystemen agieren. New Work ist zuallererst innere Arbeit der Führungskräfte. Die Verlagsbranche hat da noch viel zu lernen, denn die Aussichten für Berufseinsteiger:innen sind noch immer nicht einfach. Das war unter anderem ein Grund, wieso wir &Töchter gegründet haben. 

Welche Botschaft möchtest du mit deinem Workshop/Vortrag vermitteln? 

Grundsätzlich möchten wir mit unserem Unternehmen Offenheit in die Literaturbranche bringen. Unsere Lese-Veranstaltungen sind von Nachwuchsautor:innen für ein bunt gemischtes Publikum gedacht und das ist uns bisher auch ganz gut gelungen. Mit unserem Workshop zu dem Thema New Work möchten wir zeigen, dass auch die Verlagswelt bereit ist, neue Themen anzugehen und die Digitalisierung und Demokratisierung nicht nur Chaos bringt, sondern ein großer Gewinn für die Arbeitsweise in einem Verlag sein kann. 

Welchen Ratschlag möchtest du den Young Professionals in der Buch- und Medienbranche mitgeben? 

Zu allererst nachforschen, was einen wirklich interessiert und wo man Potenzial sieht. Diese Dinge dann in einem kleinen Umfeld und Maß austesten. Feedback einholen, was funktioniert hat und was gut ankommt und auf diesen Ergebnissen nach und nach neue Strukturen aufbauen. Das Internet bietet so viele Möglichkeiten, (meist) kostenlos Dinge auszuprobieren. &Töchter hat mit einer kleinen Wohnzimmer-Lesung und dem dazugehörigen Instagram-Post begonnen, weil wir einfach mal ausprobieren wollten, ob man aus Lesungen Events machen kann. Daraus ergab sich eine coolere Location in einem Gemüseladen und ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung. Das heißt, wir haben ganz klein angefangen und haben uns langsam an die Möglichkeiten herangetastet, die uns zur Verfügung standen. Mithilfe unseres Netzwerks konnten wir so tatsächlich einen Buchverlag gründen. 

Wie bildest du dich weiter? 

Da wir bis vor kurzem noch alle Studentinnen waren, haben wir viel aus Fachbüchern gelernt, aber eigentlich funktioniert die Weiterbildung meist über learning by doing. Als Gründerinnen stehen wir fast täglich vor neuen Herausforderungen, die sich dann fast immer durch Befragung des eigenen Netzwerks, viel Google-Suche und Expert:innenmeinungen lösen lassen. Außerdem sind Podcasts eine wertvolle Möglichkeit, Hintergrundwissen und Denkweisen kennenzulernen und zu verinnerlichen. 


Vielen Dank für das Interview!