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„Ich liebe dich ist nur noch eine Gutenachtgeschichte“: Heinz Helle und die (Un-)Möglichkeit der Liebe
Heinz Helle Von Startplatz drei geht heute, am zweiten Tag des Bachmann-Preises 2013, der in Biel lebende Philosophiedoktorand und Werbetexter Heinz Helle ins Rennen. Seine Erzählung „Wir sind schön“ zeichnet den Todeskampf einer Beziehung nach, die scheinbar niemals lebensfähig gewesen ist. Der Protagonist muss sich eingestehen, dass Liebe nicht als perpetuum mobile funktioniert, sondern Willen erfordert und Energie frisst, die aufzubringen schier nicht aufzubringende Anstrengung erfordert. Die gnadenlos pointierten Sätze treffen an unangenehmen Stellen und Werfen beim Hören
Kosmopolitische Perspektiven und ein buntes Hemd
© Ursula Renner-Henke Auch am zweiten Tag im ORF-Studio hält der Juryvorsitzende Burkhard Spinnen seine obligatorische, vor allem aber humorvolle, Handy-aus-!-Rede. In Zeiten von NSA-Skandalen und Datenklau sei es sowieso viel sicherer, sein Handy auch mal auszuschalten. Dann wendet sich das Geschehen dem eigentlichen Sinn der Veranstaltung zu: den Texten.
Fernweh nach der „lauten Welt“
Cordula Simon© Sabrina Jaehn Cordula Simon ergründet in „Ostrov Mogila“ eine beengende, matriarchalische Lebenswelt Mit freundlichem, aber entschlossenem Blick sitzt Cordula Simon am Lesepult. Anspannung ist ihr nicht anzumerken. Von dem Glas Wasser, das neben ihr bereitsteht, wird sie in den nächsten Minuten ihrer Lesung nichts trinken.
„Keine Schwäche, bitte“
Anousch Mueller© Sabrina Jaehn Die Unerbittlichkeit des Juryurteils Den Kopf mit den Händen gestützt, die Lippen zusammengepresst, stellt sich Anousch Mueller dem Juryurteil am Ende des 1. Wettbewerbtages des Ingeborg-Bachmann-Preises. Ihre Enttäuschung über die deutlichen Worte der Kritiker kann die zierliche Autorin nicht verbergen. Verständlich, gerät doch ihr Beitrag „Falunrot“ in ein erbarmungsloses Kreuzfeuer der Kritik.
Applaus, kontroverse Diskussion, aber vor allem viel positive Kritik
Katja Petrowskaja© Pressearchiv Die letzte Autorenlesung am Freitag war historisch. Katja Petrowskaja las aus einem Auszug ihres Romans "Vielleicht Esther". Darin schildert sie über persönliche Bezüge das Schicksal der jüdischen Bevölkerung in der ehemaligen Sowjetunion. Direkt nach der Lesung löst ihr Auftritt extreme Reaktionen aus: anhaltender Applaus des Publikums, eine kontroverse Diskussion in der Jury, aber vor allem viel positive Kritik. Es zeichnet sich ab, dass Petrowskaja Anwärterin auf einen der Preise des Bachmann-Wettbewerbs ist. Lisa-Marie George
Kritik schlucken
Nadine Kegle In ihrer gepunkteten Bluse, der zu großen Brille und dem kurzen Bobschnitt wirkte die Autorin mädchenhaft und beinahe kindlich, als sie an diesem Nachmittag die Bühne im ORF-Studio betrat. Dort trug sie eine Passage aus ihrem noch unfertigen Roman „Scherben schlucken“ vor. Wie in ihren Kurzgeschichten, die Anfang des Jahres gesammelt im Czernin Verlag erschienen, ist es auch in diesem Text vor allem die Weiblichkeit in ihren zahlreichen Facetten, für die sich die Wahl-Wienerin interessiert. In
Stimmhaft stimmlos. Stimmig?
Verena Güntner(© Sabrina Jaehn) Wie Verena Güntner die Gedanken eines Sechzehnjährigen ausspricht Wenn die Autoren lesen, verwandeln sie sich alle irgendwie in ihre Figuren. Der eine mehr, der andere weniger. Der Verwandlungstrank ist die Stimme – im Text und als Schallwelle. Das Besondere an der Lesung von Verena Güntner ist, wie meilenweit Rolle und Autor voneinander entfernt zu sein scheinen. Eine junge Frau wird zu einem sechzehnjährigen Jungen. Verena Güntner mit den naturbraunen Mädchenlocken sitzt im seriösen Schwarzen






