Von Vanessa Nisanat Knauer
Janneke de Vries ist die aktuelle Sprecherin des Zukunftsparlaments für den Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Vanessa Knauer hat sie für die JVM interviewt und danach gefragt, was ihre Aufgaben in dieser Rolle sind und was sie dazu motiviert, sich ehrenamtlich für den Nachwuchs der Buchbranche zu engagieren.
Hi Janneke, kannst du dich einmal in wenigen Sätzen vorstellen? Was sind deine beruflichen Ziele / Hoffnungen? Was beschäftigt dich gerade privat oder beruflich?
Hi, ja gerne. Ich bin Janneke, letztes Jahr dem Club der Dreißiger beigetreten, arbeite als Volontärin im Bereich Rechte und Lizenzen, habe im Juli 2025 das Amt der Zukunftssprecherin für den Börsenverein des Deutschen Buchhandels angenommen und engagiere mich neben dem Börsenverein auch ehrenamtlich für die JVM. Das Lesen ist bei mir derzeit etwas in den Hintergrund geraten, musikalisch begleiten mich Maisie Peters und Saint Levant derzeit tagtäglich.
Ich hoffe, dass ich beruflich auch nach meinem Volontariat weiter in der Verlagswelt tätig sein kann. Vor allem möchte ich aber auch weiterhin andere Menschen dazu inspirieren, den nicht immer ganz so einfachen oder geradlinigen Weg in die Verlagsbranche zu wagen – dabei haben mir die JVM enorm geholfen, und dieses Engagement möchte ich sehr gerne fortführen.
Du bist die aktuelle Sprecherin des Zukunftsparlaments (ZKP). Was ist das Zukunftsparlament? Kannst du uns Beispiele geben für eure Arbeit/Engagement?
Genau, zusammen mit Carina Fricke übe ich derzeit das Sprecherinnenamt aus. Das Zukunftsparlament besteht aus zwei sehr einzigartigen Weiterbildungstagen. Berufseinsteiger:innen, also Auszubildende, Volontär*innen, Studierende, Young Professionals der Buch- und Medienbranche haben die Möglichkeit, am Mediacampus Frankfurt Kontakte zu knüpfen, aktuelle Themen zu diskutieren und an Workshops und Vorträgen teilzunehmen. Am zweiten Tag findet die Sitzung des Zukunftsparlaments statt. Dort wird besprochen, was die Sprecher:innen in der Hauptversammlung des Börsenvereins vorstellen, damit Ideen und Impulse nicht nur in den Kreisen der jungen Branchenmitglieder bleiben, sondern auch an höhere Instanzen getragen werden können.
Was gefällt dir am Zukunftsparlament? Was war dein schönstes oder auch überraschendstes Erlebnis dort?
Ich liebe die positive, motivierende Energie beim ZKP. Letztes Jahr war ich zum ersten Mal dort, und ich war vom Engagement und der Diskussionsbereitschaft überrascht. Die Buchbranche ist großartig, aber ich fand es besonders wichtig und gut, dass auch schwierige Punkte beleuchtet wurden, wie zum Beispiel der Einstieg, der oftmals mit Hürden verbunden ist. Besonders gefreut hat mich natürlich, dass ich als Zukunftssprecherin gewählt wurde.
Was ist deine Rolle im Zukunftsparlament?
Meine Rolle ist es, gemeinsam mit Carina die Interessen des Branchennachwuchses zu vertreten und in unterschiedliche Gremien einzubringen, beispielsweise in Sitzungen des Börsenvereins, im Berufsbildungsausschuss oder auf Fachveranstaltungen wie den Buchmessen und auch anderen Branchenevents, um die Themen, die uns bewegen sichtbar zu machen und gezielt zu platzieren. Für Fragen und Anliegen von Interessierten, Praktikant:innen, Studierenden oder Auszubildenden bin ich ebenfalls offen. Mir liegt es sehr am Herzen, Nachwuchskräfte zur aktiven Mitgestaltung zu motivieren. Carina und ich sind außerdem eine Anlaufstelle für alle, die sich gerne in Projektgruppen der Zukunfts-AG einbringen möchten.
Wie lief die Wahl ab? Was nimmst du dir für die nächsten 2 Jahre vor?
Ich konnte mich parallel zur Anmeldung für das ZKP als Sprecherin aufstellen lassen. In einem kurzen Video habe ich mich vorgestellt und erklärt, warum ich Zukunftssprecherin werden möchte. Vor Ort am Mediacampus wurde via Online-Tool abgestimmt. Für die kommende Zeit nehme ich mir vor, die Interessen des Nachwuchses angemessenen zu vertreten, geplante Projekte voranzutreiben und diese an geeigneten Stellen vorzustellen, um so Sichtbarkeit für die Anliegen der Nachwuchskräfte zu schaffen.
Was sind deine Hoffnungen für die Branche? Welche Herausforderungen siehst du für den Branchennachwuchs? Welche Chancen siehst du?
Ich sehe viel Bewegung und Veränderung in der Branche – was ich wunderbar finde, was aber mit Sicherheit bei manchen Menschen auch Verunsicherung auslöst. Digitale Formate werden größer und ab und zu höre ich noch, dass sicher bald niemand mehr Bücher liest. Das sehe ich jedoch nicht so. Formate wie digitale Buchclubs, oder auch BookTok und Bookstagram bieten Chancen, mit dem Zeitgeist zu gehen und neue Zielgruppen zu erschließen. Was Veränderungen angeht, bin ich sehr positiv gestimmt. Herausforderungen sind dazu da, um überwunden zu werden!
Wie lange bist du bei den JVM? Hast du dich dort schon eingebracht und wo gibt es vielleicht Überschneidungen zwischen dem Verein und dem Zukunftsparlament?
Als Mitglied bin ich seit Oktober 2023 bei den JVM. Zunächst als stilles Mitglied, das bei der ein oder anderen digitalen Veranstaltung dabei war, im April 2025 habe ich mich dann dem Team Weiterbildungstag angeschlossen und diesen mitorganisiert. Auch beim Nachwuchscamp in Bonn 2025 habe ich gemeinsam mit Vanessa und Johanna die JVM vertreten und jungen Interessierten vom Verein und von Einstiegsmöglichkeiten in die Buch- und Medienbranche gesprochen. Es gibt also durchaus viele Überschneidungen, was die beiden Ehrenämter angeht: Sowohl bei den JVM als auch beim Zukunftsparlament sind die Interessen, Fragen und Anregungen des Nachwuchses im Vordergrund. Beide sind auch hervorragende Plattformen, um sich zu vernetzen – was bekanntlich in der Buchbranche sehr wichtig ist und was ich ausdrücklich bestätigen kann.
Was schätzt du an unserem Verein?
Das Miteinander und Füreinander schätze ich enorm. Es ist viel wert, ein Netzwerk zu haben, an das man sich bei Fragen und Anliegen wenden kann.
Was sind die besten Gründe, um am Zukunftsparlament teilzunehmen, um Mitglied bei den JVM zu werden?
Besonders am Anfang meiner beruflichen Karriere kam es mir so vor, als wäre ich mit vielen Sorgen und Wünschen allein. Das Zukunftsparlament und die JVM haben mir das Gegenteil bewiesen. Durch beide Netzwerke und Ehrenämter habe ich wahnsinnig viele großartige Menschen kennengelernt, mit denen ich regelmäßig in Kontakt stehe. Der Austausch ist viel wert und es tut gut, zu wissen, dass wir alle irgendwo angefangen haben und dass auch, wenn es nicht immer einfach ist, jemand mit einem offenen Ohr nicht weit entfernt ist.
Was war der Schlüsselmoment für dich, um dich so stark zu engagieren?
JVM. Dass es verschiedene Netzwerke gibt, die beim Brancheneinstieg helfen, war mir als Erstakademikerin und Person ohne Freunde oder Bekannte in der Branche neu. Der eigentliche Schlüsselmoment, mich selbst zu engagieren, kam dann beim Präsenztreffen der Zukunfts-AGs 2024. Dort wurde die Taskforce Karriere:Buch gegründet. In einer überschaubaren Gruppe haben wir uns damals über Hürden des Brancheneinstiegs ausgetauscht. Da wurde mir bewusst, dass ich aktiv beim Abbau dieser Hürden unterstützen möchte, und, dass ich dabei helfen möchte, es anderen einfacher zu machen und Netzwerke sichtbarer und noch zugänglicher zu gestalten.
Welcher Rat hat dir bisher am meisten geholfen?
Ehrlich gesagt fällt mir nicht der eine Rat ein, aber „einfach machen“ habe ich verinnerlicht, seit ich mich in der Buch- und Medienbranche engagiere.
Deine Botschaft an Nachwuchskräfte der Branche! Was ist Ziel dieses Interviews für dich?
Traut euch! Stellt Fragen, vernetzt euch, meldet euch bei Branchenevents an – und ja, auch wenn ihr denkt, euch fehlen Qualifikationen. Vor allem Events für Nachwuchskräfte sind in erster Linie dafür da, Einblicke zu bekommen und zu lernen. Wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe, dann, dass es nicht darauf ankommt, wie viele Praktika ich im Verlag absolviert habe (Spoiler: keins), sondern, wie motiviert, aufrichtig interessiert und aufgeschlossen ich bin.
Ich hoffe, dass ich die ein oder andere Person dazu motivieren konnte, sich ehrenamtlich zu engagieren oder sich über die JVM und das Zukunftsparlament zu informieren. Mir persönlich haben meine ehrenamtlichen Tätigkeiten enorm geholfen und das wünsche ich mir auch für Nachwuchskräfte, die den Einstieg in die Branche vor sich haben.
Info: Das nächste Zukunftsparlament findet übrigens am 19. und 20. Juli statt und die Anmeldephase ist noch bis zum 31. Mai geöffnet. Mehr Infos zur Veranstaltung und zur Anmeldung findet ihr unter https://www.boersenverein.de/bildung-karriere/zukunftsparlament/
Foto Janneke de Vries: privat
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