Wie setzen wir uns sinnvolle Ziele für Projekte und Produkte?

von Kathrin Riechers


Outcomes over Outputs
Why customer behavior is the key metric for business success
Joshua Seiden
Sprache: englisch
80 Seiten, ca. 12 Euro, Softcover
Sense & Respond Press (USA), 2019
978-1-0911732-6-2


Wann hast du dich das letzte Mal gefragt: “Wann weiß ich eigentlich, ob meine Arbeit erfolgreich war/fertig ist?” oder “Was wollen wir eigentlich mit Produkt XY (Büchern, Zeitschriften, Zeitungen, Software) erreichen?”

Outcomes over Output von Joshua Seiden ist sicher nicht das erste Buch nachdem man greifen würde, wenn man sich im Bereich “Ziele setzen” weiterbilden möchte, aber das sollte es werden! Dieses Buch liest sich laut Autor in 40 Minuten (ich habe zwei Stunden gebraucht).

Hinterfrage das Ziel: Outcome > Output

Hauptaussage des Buches ist: Ziele sollten nach Outcomes (also Ergebnissen) und nicht ausschließlich nach Output (also mengenmäßig messbaren Größen) formuliert sein. Das heißt nicht, dass Ziele nicht mehr messbar sein sollten, aber die Messung ist nur noch der Nachweis zur Zielerreichung und nicht mehr das Ziel an sich! Beispiel: Der Chef oder die Chefin will, dass wir mehr Online-Marketing machen, weil man das halt jetzt so machen muss. Aber warum eigentlich? Anstatt jetzt am Ende des Jahres die Posts zu zählen oder die FollowerInnen, sollten wir uns schon vorher fragen: Worum geht es hier wirklich? Was wollen wir bei den KundInnen damit eigentlich erreichen und ist Online-Marketing dann wirklich das Mittel unserer Wahl?

Wie schnell ist man in seinem Arbeitsalltag im Modus “abarbeiten”, hangelt sich an einer To-Do-Liste entlang und denkt in Lösungen, die wir “immer schon so gemacht haben”. Was uns viel zu oft verloren geht ist die Frage nach dem “Mehrwert”. Welchen Mehrwert haben wir mit bestimmten Produkten oder auch viel kleineren Aktivitäten bei unseren NutzerInnen oder KundInnen geschaffen? Wir sind mit einer Aufgabe betraut und arbeiten sie ab, bis sie fertig ist. Aber was heißt fertig? Dass das Projekt formal abgeschlossen ist, ganz egal, ob es im Markt, bei den NutzerInnen ankommt oder nicht?

Das Buch gibt viele Anregungen, um uns zu hinterfragen, vor allem, wenn wir Priorisierungsprobleme haben, wenn das Team unmotiviert ist, weil es in vermeintlich “wichtiger” Arbeit untergeht oder wenn wir nur noch in vorgefertigten Lösungen denken, anstatt uns das “Problem” nochmal wirklich anzuschauen.

Durch Formulierung von Zielen in Ergebnissen fragen wir uns schon zu einem viel früheren Zeitpunkt, was wir wirklich mit unseren Aktivitäten erreichen wollen, wir stellen unseren KundInnen oder NutzerInnen mehr in den Mittelpunkt. Und vielleicht führt es sogar dazu, dass wir plötzlich etwas ganz anderes zur Zielerreichung machen, als wir vorher im Kopf hatten. Und ist das nicht die vielbeschworene “Flexibilität”, die von uns in der heutigen Welt immer mehr gefordert wird?

Fazit: Outcomes over Output ist ein kurzes, handlungsorientiertes Buch, welches neue Impulse gibt und sofort im Alltag einsetzbar ist – und das aufgabenübergreifend! Besonders cool: Nach jedem Kapitel gibt es “Takeaways” mit den wichtigsten Infos. Beste Lektüre in der Bahn zur Arbeit, um motiviert in den Tag zu starten. 🙂


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