Am Tisch mit Verleger Norbert Treuheit (Mitte)…

Am Tisch mit Verleger Norbert Treuheit (Mitte)…

Verleger und Team des Ars Vivendi Verlages empfingen die Jungen Verlagsmenschen Franken in Cadolzburg. Ein Bericht aus der Wohnküche des Verlegers.

Ein Fachwerkhäuschen im Schatten der Hohenzollernburg, ein Ententeich, eine Schafsweide, der Esel wiehert: Idyllisches Landverlagsleben, denkt man.

… und Anna Juraschko (Vertrieb; links)

… und Anna Juraschko (Vertrieb; links)

Das Team von Verleger Norbert Treuheit steckt auch an einem Freitag um 15 Uhr noch mitten in der Arbeit, die Kalenderproduktion für 2011 läuft an, die Herstellerin geht ab Montag in Urlaub – es ist noch viel zu tun. Umso netter, dass sich das sechsköpfige Team Zeit nimmt, uns zehn Jungen Verlagsmenschen seine Arbeit und Produkte näher zu bringen.  Hier gilt: ein Mensch = eine Abteilung, nur der Vertrieb hat zwei Menschen; und jeder kann ein bisschen von allem. Nachdem alle Verantwortlichen vorgestellt, alle Arbeitsabläufe nachgezeichnet und alle Zwischenfragen beantwortet sind, dürfen wir dorthin, wo das Team jeden Mittwoch zusammen ist und isst: die Wohnküche des Verlegers.

Norbert Treuheit gehört zum ersten Jahrgang der Absolventen des Aufbaustudiengangs Buchwissenschaft in München. Nach diesem Jahr entscheidet er sich für die Gründung seines eigenen Verlags, denn eine Marktlücke klafft: die der kritischen Kneipenführer. Mit dieser Idee geht er bewusst zurück in seine mittelfränkische Heimat, von hieraus arbeitet er, zwischendurch geht es nach Berlin, Hamburg, Köln … morgens Besuch in den Buchhandlungen, abends Recherche in den Kneipen. Das Tingeln hat Erfolg, der Verlag wächst, erste Kalenderprojekte mit namhaften Fotografen folgen, die Arbeitswoche hat aber auch bis zu 100 Stunden. Mitte der 1990er werden die Kneipenführer eingestellt, die Aktualisierung ist zu zeitintensiv, aber eine neuer Trend klopft an die Tür: die Region wird zum Tatort und Treuheit lässt als einer der ersten ermitteln. Vielseitigkeit zeichnet das Programm heute aus: Bücher, eine Spanne von besagtem Krimi aus der Region über den Ausflugs-Verführer zu Bierfranken bis zur Shakespeare-Gesamtausgabe; Kalender, von Poster bis Panorama, von Literatur bis Lebensart; Geschenkideen, vom Tischlampion über das Lesezeichen  bis zur „bitter & zart“-Schokolade.

Pecorino

Pecorino

Hier im ausgebauten Dachgeschoss, am großen Esstisch vor der offenen Küche, Mischling Pecorino zu Füßen, wird klar: Treuheit verlegt für Gleichgesinnte, die Vielseitigen, die Anspruchs-, Stil- und Genussvollen.  Da dämmert es: Draußen der Abend und drinnen uns, dass die Lebenskunst nicht nur Savoir-vivre ist, sondern ganz schön viel Arbeit bedeutet.
Der Esel wiehert, der Gasthof im Erdgeschoss öffnet. Aber von wegen Landverlag.

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