Aktuell gibt es 12 Städtegruppen bei den Jungen Verlagsmenschen: München, Berlin, Leipzig, Wien, Hamburg, Hildesheim-Hannover-Göttingen, Rhein-Main (Frankfurt), Köln – Bonn, Freiburg, Bielefeld, Düsseldorf-Ruhr, Stuttgart. In dieser Kategorie berichten die Städtegruppen von Veranstaltungen, Workshops, Vorträgen, Stammtischen etc. in ihrem regionalen Raum.

Am 9. Oktober 2019 waren die Jungen Verlagsmenschen Niedersachsen zu Gast bei einer der größten Papierfabriken Deutschlands in Osnabrück. Die Schoeller Technocell GmbH & Co. KG produziert mit 3600 Mitarbeitern an acht weltweiten Standorten Imaging- und Dekorpapiere sowie technische Spezialpapiere und Folien. Mitarbeiter Hans-Georg Wöllmer nahm uns mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte des 1895 gegründeten und bereits in vier Generationen geführten Familienunternehmens. Auf der anschließenden Werksbesichtigung lernten wir dann live die einzelnen Schritte der Papierherstellung kennen.

Viele Stunden im Büro vor dem Bildschirm, der Nacken ist verspannt und schmerzt. Wie wird man diese Probleme wieder los? Kann man schon früher ansetzen, während des Büroalltags?

Diese und ähnliche Fragen kamen immer wieder bei unseren monatlichen Stammtischen zur Sprache. Für die meisten von uns geht kein Weg daran vorbei, viel Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen. Bleibt also nur, das Beste daraus zu machen. Genau dafür haben wir uns Hilfe und Inspiration geholt.

Am 06. Juni 2019 kam Yogalehrerin und Coach Julia Vuong für einen Workshop zu uns nach Köln. Sie zeigte uns kleine Lockerungsübungen, insbesondere für Schultern und Rücken, aber auch für die Augen. Bewusstes Atmen war ebenso ein Thema wie die Ordnung im Gedankenchaos, das oftmals für Ablenkung sorgt.

In der angenehm entspannten Atmosphäre der Kölner Bürogemeinschaft rund um Grünewald Buchtrailer ließen sich die gezeigten Übungen direkt auf ihre Tauglichkeit am Arbeitsplatz austesten. Aber traut sich jede/r auch, im Kreise der Kollegen im Büro die Übungen durchzuführen? Im besten Falle ja, ansonsten können schon kleine versteckte Rituale – z. B. beim Weg zur Kaffeemaschine die Schultern kreisen lassen – helfen, um Entspannungen vorzubeugen.

Danke an Julia Vuong von www.glueckseelig-beratung.de für den inspirierenden Abend! Die größte Herausforderung für die Teilnehmer*innen wird wohl sein, die gelernten Aspekte im Alltag anzuwenden und in stressigen Phasen nicht aus den Augen zu verlieren. Also, egal was für Deadlines oder sonstige Herausforderungen auf euch warten: Immer schön entspannt bleiben!

von Antje Hartmann

Unsere Reihe „JVM meet“ der JVM Hamburg ging am 13. Mai 2019 in eine zweite Runde. Dieses Mal haben sie Besuch einer der bekanntesten Illustratorinnen Deutschlands gehabt: Katrin Engelking.

Den meisten dürfte sie bekannt sein als Illustratorin der „modernen“ Pippi Langstrumpf. Für die Oetinger Verlagsgruppe hat sie die Kinderbücher von Astrid Lindgren illustriert, Kirsten Boies Möwenweg-Geschichten und viele weitere Kinderbücher wurden durch ihre Zeichnungen gestaltet. An diesem Abend hat Katrin Engelking uns mithilfe einiger Bilder aus ihrer Werkstatt, die sich in ihrem Haus in Hamburg befindet, ihre Arbeit als Illustratorin näher gebracht.

Schon als Kind hat Katrin gerne gemalt und durch ihr Vorbild Jutta Bauer hat sie erfahren, dass man so etwas wie Illustration auch studieren kann. Da stand schnell der Berufswunsch fest und so ging es für Katrin vom beschaulichen Bückeburg in Niedersachsen nach Hamburg, wo sie in den 1990er Jahren Grafik-Design mit Schwerpunkt Illustration studiert hat. Während des Studiums hat sie sich am Anfang erstmal mit Sachbuchillustration beschäftigt, später kam die fiktionale Kinderbuchillustration dazu. So kam es, dass bei einer Jahresausstellung der Uni ein erstes eigenes Buch entstanden ist: „Anne im Tal der tausend Tropfen“ (Ravensburger Verlag). Neben Fleiß und gutem Studium kam noch eine Prise Glück hinzu und so hat Katrin bereits neben dem Studium ihren 1. Auftrag beim Oetinger Verlag bekommen.

Katrin hat seitdem für diverse Verlage gearbeitet (Ravensburger, Hanser, cbj u.a.) und auch mit der KIBUM, der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse zusammengearbeitet. Letztere hat ein Porträt über Katrin Engelking und ihre Arbeit gemacht, sozusagen eine kleine Homestory, um zu zeigen, wie ein Buch von der ersten Skizze bis zum gedruckten Buch entsteht. Von Beginn ihrer Tätigkeit an ist Katrin allerdings vor allem dem Oetinger Verlag treu geblieben und ein Auftrag folgte dem nächsten. Nachdem sie die ersten „Testbücher“ von Astrid Lindgren illustrieren durfte, die gut im Buchhandel ankamen, hat Katrin den größten Auftrag 2001 bekommen: die Illustration der drei blauen Pippi Langstrumpf-Klassikerbücher. Eine große Ehre und vor allem Freude, von der sie noch heute zehrt. Katrin hat sogar Astrid Lindgren persönlich treffen dürfen! Heutzutage wachen deren Erben über das literarische Werk und so müssen einige der neuen Illustrationen immer zur Freigabe nach Schweden gehen.

Doch wie arbeitet eine Illustratorin?

Katrin Engelking hat mehrfach betont, dass sie im Gegensatz zu vielen ihrer KollegInnen ziemlich analog arbeitet. Das heißt, dass sie vom Verlag zunächst den Text des zu illustrierenden Buches auf DIN A3-Seiten bekommt. Darauf fertigt sie erste Skizzen an, ggf. schneidet sie diese später aus, wenn sie lieber noch etwas verändern möchte oder aber sie scannt die Seite ein und bearbeitet am Computer noch etwas nach. Doch in der Regel liebt Katrin den Umgang mit Papier und Farben, sodass sie mit Acrylfarben auf Aquarellpapier die finalen Bilder anfertigt. Manchmal benutzt sie auch kleine Schnipsel aus Zeitungen, die sie collageartig in die Bilder einarbeitet.
Nach den ersten Skizzen entsteht ein Storyboard, auf dem die Illustratorin die Übersicht behält und sich immer markiert, wenn ein weiteres Bild fertig ist. Pro Bild braucht Katrin je nach Größe und Aufwand ein bis drei Tage. Wenn die erste Skizze fertig ist, wird das Bild auf ein transparentes Papier gezeichnet, auf der Rückseite schraffiert Katrin die Flächen bereits mit den ungefähren Farben, die sie später beim Ausmalen benutzen möchte. Eine gute Methode, um durch Durchpausen bereits die richtigen Farbnuancen auf das Aquarellpapier zu übertragen. Anschließend werden die Grundstrukturen der Zeichnungen mit den Acrylfarben zum Leben erweckt bis hin zum finalen Bild. Die Originale schickt Katrin dann zum Verlag, der diese dann einscannt und schließlich für den Buchdruck verwendet. Die Originale bekommt die Illustratorin zurück und sie bewahrt all ihre Werke im Keller auf – sie hängt sehr daran und möchte am liebsten keines aus der Hand bzw. aus dem Haus geben.

Neben den Büchern werden manche Illustrationen dann auch für eine Zweitverwertung genutzt, z.B. für Hörbücher als Cover für die CDs.
Katrin Engelking ist teilweise auch in Schulen unterwegs und hält Vorträge über ihre Arbeit – man merkt ihr an, dass sie ihre Arbeit liebt und so können wir uns gut vorstellen, wie fasziniert die Kinder dann zuschauen und zuhören. Auch die JVM waren neugierig und so entstand an diesem Abend ein sehr schöner Austausch mit vielen Fragen. Zum Unterschied von der Arbeit damals in ihren Anfängen bis heute in der Buchbranche hat Katrin erzählt, dass man früher nicht so kritisch war wie heutzutage. Das heißt, sie hat einen Auftrag bekommen und einfach am Ende das komplette Buch abgegeben, der Verlag hat es abgesegnet, gedruckt und fertig. Heute gibt es viele interne Konferenzen und vor allem der Vertrieb hat einen großen Einfluss auf die Arbeiten der Autoren und Illustratoren. Dabei greifen sie schon früh in den Prozess ein, indem sie erste Skizzen sehen wollen, noch bevor das Buch fertig illustriert wurde.

Immer wieder eine spannende Frage, die vor allem JVM interessiert: Kann man vom Job der Illustratorin leben? Katrin Engelking kann diese Frage bejahen, da sie mittlerweile ungefähr ein gutes Lehrergehalt verdient mit ihren Illustrationen. Doch sie hat entsprechendes Glück mit dem Auftrag zur Pippi Langstrumpf gehabt. Denn die Bücher werfen regelmäßige Tantiemen ab. Andere Bücher kommen oft nicht über die 1. Auflage hinaus und so bleiben viele Projekte ein kurzweiliges Vergnügen, da oft nach der Vorschusszahlung keine weiteren Entlohnungen folgen. Neben den Buchillustrationen kommen immer öfter auch andere Aufträge wie z.B. aus der Werbung hinzu. Katrin hat beispielsweise schon Illustrationen für Toffifee® angefertigt. Insgesamt betont sie also, dass Pippi Langstrumpf eine große Ausnahme ist.

Zum Abschluss wurde noch gefragt, ob Katrin nach all diesen schönen Kinderbüchern noch ein Wunschprojekt hat? Dazu musste sie ein wenig überlegen, aber Michel aus Lönneberga war die eindeutige Antwort. Leider wird das nicht passieren, da die Erben von Astrid Lindgren, wie gesagt, sehr streng sind und das nicht zulassen. Doch man wird ja noch träumen dürfen und somit freuen wir uns nach diesem sehr netten, aufschlussreichen Abend auf viele weitere Werke von Katrin Engelking, wie sie mit ihren Illustrationen nicht nur Kinderherzen höher schlägen lässt!

Mehr Informationen und Eindrücke ihrer Werke präsentiert Katrin Engelking auf ihrer Website: https://www.katrin-engelking.de/

Am Donnerstag, 17.01.2019 luden die Jungen Verlagsmenschen Köln-Bonn zur bereits dritten Ausgabe der Themenabendreihe „Was machst du da eigentlich? Berufsalltag im Verlag“ ein. Diesmal ging es um Online-Marketing – und zwar aus zwei völlig unterschiedlichen Perspektiven.

Die Referentinnen Svenja Müller und Annalisa Kiendl berichteten zu Beginn kurz von ihrem Werdegang und stellten ihre Verlage vor, dann ging es zur Kernfrage des Abends: Wie sieht ihre Arbeit konkret aus?

Zuerst gab Svenja vom Reiseliteraturverlag CONBOOK den knapp zwanzig ZuhörerInnen einen Einblick in ihren Arbeitsalltag. Pressearbeit, Blogger-Relations, Kooperationen, Social-Media-Aktivitäten, Werbemittel – ihre Aufgaben sind vielfältig und gehen übers Online-Marketing hinaus. Aufgrund der geringen Größe des Verlags übernimmt Svenja Aufgabenbereiche, für die es im Verlag unserer zweiten Referentin ganze Abteilungen mit mehreren MitarbeiterInnen gibt.

Annalisa arbeitet bei Bastei Lübbe im Online-Marketing, genauer gesagt ist ihr Arbeitsbereich das Perfomance-Marketing. Bei ihr dreht sich alles darum, die Zielgruppe zu kennen und sie auf kreativen Wegen zu erreichen. Ist die Zielgruppe definiert und sind passende Werbekanäle gefunden, plant Annalisa Kampagnen und wertet diese anschließend aus.

Vielen herzlichen Dank an die Referentinnen und an Forough Book, deren Räumlichkeiten wir für die Veranstaltung nutzen durften.

Eröffnungsrede bei der future!publish

Vom 24.−25.01.2019 fand in Berlin die 4. future!publish statt und auch die Jungen Verlagsmenschen waren wieder mit dabei. Diesmal ging es in die Konferenzräume des Mercure Hotels in Moabit. Hier sammelte sich ein breites Publikum aus der Buch- und Verlagsbranche, um über die Zukunft im Verlagswesen zu diskutieren.

Den Auftakt machte am Donnerstag Frank Eilers mit seiner Keynote zum Thema „Wo geht die Reise hin? Digitaler Wandel und die Zukunft der Arbeit“. Mit einer ordentlichen Prise Humor zeigte dieser, dass sich der digitale Wandel auf drei Ebenen zeigt: Technologie, Struktur und Einstellung. Zum digitalen Wandel gehöre aber auch eine bestimmte Haltung. Ohne die könne sich nichts verändern. Zum Abschluss schickte er die Teilnehmenden mit den motivierenden Worten „Ausprobieren, hinfallen, Spaß haben“ in die future!publish 2019.

Spielerische Ansätze und Möglichkeiten der Datenauswertung

Und passender hätte die Keynote nicht sein können: Die diesjährige future!publish war geprägt von spielerischen Ansätzen: Probleme lösen mit Playmobil, Motivationsboost durch Gamification und Agilität mit Lego. Aber auch Themen rund um KI, Data Driven Publishing und Marketing Automation fanden Platz im straffen Workshop- und Vortragsprogramm.

Im Workshop „Probleme spielend lösen – Mit Playmobil-Figuren“ lernten die Teilnehmenden, Situationen mit Hilfe von Figuren von außen zu betrachten und somit einfacher lösen zu können. Praktisch angegangen wurde dabei konkret die Verlagsbranche. Matthias Bannert und Yvonne de Andrés zeigten dann wiederum in einem anderen Workshop, wie Influencer-Marketing funktionieren kann und wie die Buchbranche bzw. Verlage das effektiv auch für sich nutzen können.

Am zweiten Tag wurde es dann sogar so kreativ, dass die vier Gruppen im Workshop „Geschäftsmodellhack – Durch schöpferische Zerstörung neue Wege und Konzepte finden“ ihre jeweiligen (fiktiven) Verlage komplett auseinandernehmen durften. Alle auffindbaren Probleme sollten gekennzeichnet werden und mit einer möglichst kreativen, vielleicht sogar noch nicht dagewesenen Lösung behoben werden. Das führte in einer Gruppe dazu, dass es den Verlag nicht mehr gab, sondern zu einer Content-Agentur wurde, die rein als Dienstleister fungiert.

Dieser kleine Einblick in die Workshops zeigte schon das immense Potential an Kreativität, das in unserer Branche vorherrscht. Wir müssen es nur anzapfen und zu nutzen wissen, um auch größere Probleme lösen zu können, also einfach ausprobieren, hinfallen und Spaß haben.

Verleihung des Buchtrailerwards jetzt in zwei Kategorien

Am Abend des ersten Kongresstages wurde außerdem wieder der Buchtraileraward verliehen – diesmal sogar in zwei Kategorien. Platz 1 ging an den Brandstätter Verlag mit „Haya Molche und Söhne: Tel Aviv“.

In der neuen Kategorie Kinder- und Jugendbuch konnte „Der Panther“ aus dem Kindermann Verlag abräumen. Entgegengenommen wurde die Urkunde von der Illustratorin persönlich.

Wir sagen herzlichen Glückwunsch und bedanken uns recht herzlich bei der future!publish für zwei spannende, vollgepackte Tage mit Zukunftsideen. Bis nächstes Jahr!

[Beitrag von Britta Fietzke und Lina Scherpe]

1. Das Jahr ist fast um. Zeit für einen kleinen Rückblick: Was hat Eure Städtegruppe so im letzten Jahr getrieben?

Bei einem unserer regelmäßigen Stammtische war ein Buchhändler zu Gast, der uns in seine Arbeit und Leidenschaft für das Antiquariat und die Buchhandlung Lüders eingeweiht hat. Außerdem waren wir zu Besuch bei der ZEIT, bei Carlsen (Lizenzabteilung), Books on Demand sowie im Museum der Arbeit.

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