Auf der Self-Publishing Bühne in Halle 3.0 ging es am Freitag um Teamwork beim Schreiben. Das Start-Up Omnibook aus Berlin wurde als „facebook für Autoren“ angekündigt; doch es verbarg sich dann doch etwas mehr dahinter.

Micz Flor und Julian Sorge stellten Omnibook als „soziale Plattform“ vor, die kollektives Schreiben und Arbeiten an Büchern ermöglicht. Die Texte können dabei entweder direkt im Browser erstellt werden oder als Word-Dokument hochgeladen werden, falls jemand das Schreiben im Browser noch ungewohnt oder gruselig findet. Danach kann munter bearbeitet werden – alleine oder in der Gruppe. Änderungen kann man sich anzeigen lassen, Chat- und Notizfunktionen sind integriert.

Dann gibt es bei Omnibook auch noch einige Funktionen, beispielsweise für die Bearbeitung von Metadaten und das Hochladen eines Covers. Bei jedem Projekt bzw. Dokument kann man sich entscheiden, ob es öffentlich sichtbar sein soll oder nicht. Die Designs sind anpassbar  (davon gibt es eine auf den ersten Blick beeindruckende Auswahl), und die am Ende erstellten epubs und pdfs sind plattformunabhängig.

Bei Omnibook werden die Bücher „hybrid“ publiziert – womit ganz einfach nur gemeint ist, dass eBook und printfähiges pdf gleichzeitig erscheinen. Die eBooks kann man als epub oder mobi erstellen lassen, während man bei den pdfs entscheiden kann, ob man sie für den Druck oder eine online Publikation nutzen will. Die Druck- pdfs können im Anschluss beispielsweise bei dem Omnibook-Kunden BoD ausgedruckt werden.

©Sandra van Lente

©Sandra van Lente

Die Zielgruppe der Plattform sind Autorinnen und Autoren, die entweder mit mehreren Menschen gleichzeitig an einem Manuskript arbeiten oder ihre „communities“ in den Schaffensprozess einbinden wollen.

Zu den Kunden zählen bisher beispielsweise Amnesty International, BoD und eine Verlagsvereinigung aus Norwegen, die ein Kooperationsprojekt mit Schulen unterhält. In diesem Projekt schreiben die Schülerinnen und Schüler gemeinsam an Büchern und veröffentlichen sie danach elektronisch und in gedruckter Form. Das alleine wäre ja schon eine gute Sache, aber die Organisator_innen behaupten auch, dass es bei den Jugendlichen eine ganz andere Einstellung zu Büchern zur Folge hat: Weil sie wüssten, wie viel Arbeit so ein Buch macht, seien sie weniger anfällig für Piraterie.

Ich habe mal nachgefragt, wie sie ihr Geld verdienen, wenn sie ihren Service kostenlos anbieten. Im Moment kommen die Einnahmen noch von einigen Großkunden (z.B. Neopubli) und für die Zukunft ist angedacht, einige Dienstleistungen, die über die Basisfunktionen hinausgehen, auch kostenpflichtig anzubieten.

Wer also Lust hat, mit anderen Mal gemeinsam an einem Manuskript zu arbeiten, sollte sich Omnibook ruhig mal anschauen und ausprobieren: www.omnibook.pro

 

Sandra van Lente