Die Ergebnisse des CONTENTshift-Awards versprechen innovative Ideen fürs Verlagswesen 2.0. Was haben die Jungunternehmer zu erzählen?

 

Dieser Text hätte in wesentlich weniger Zeit entstehen können – glaubt man zumindest den beiden Gründern von Sigmundt Talks. Laut Michael Schmitt und Marc Thaddäus Süß nimmt die Ideenfindung und das Schreiben eines Blogeintrages rund 16 Stunden in Anspruch – viel Zeit, die man ihrer Meinung nach erheblich verkürzen könnte. Aus diesem Grund haben die beiden einen ChatBot namens Sigmund entwickelt, der Redakteuren beim Strukturieren und Verfassen von redaktionellen Inhalten helfen soll.

 

Schmitt und Süß sind mit ihrem Start-Up Sigmund Talks Teilnehmer des finalen Pitches des CONTENTshift-Awards, der seit 2016 von der Börsenvereinsgruppe veranstaltet wird. In wenigen Minuten stellen hier fünf Start-Ups ihre Ideen einer Jury mit Vertretern aus der Verlagsbranche vor. Der CONTENTshift Award soll etablierte Größen des Verlagswesens mit jungen Start-Ups vernetzen – denn Ziel aller teilnehmenden Start-Ups ist es, innovative Ideen für die Content-Branche zu entwickeln.

Zusammen mit vier anderen Startups aus ganz Europa haben die Sigmund Talks-Gründer eine intensives Programm durchlaufen: sie wurden aus 45 Bewerbern ausgewählt und innerhalb von drei Monaten mit Workshops und Webinars gezielt gefördert. Nun stehen die Jungunternehmer nacheinander auf der Bühne der THEARTS+ Stage der Frankfurter Buchmesse – und nur eins der Start-Ups wird eine Förderung in Höhe von 10.000 € erhalten.

 

Schlaflose Nächte und viele Ideen

 

Nur wenige Minuten sind es, die drei Monate harter Arbeit beenden. Der Lette Dmitry Nedovis hat seit 12 Stunden nicht geschlafen, schafft es aber trotzdem, einen der überzeugendsten Pitches auf der kleinen Bühne hinzulegen. Sein Start-Up Summerizebot, ursprünglich für den Börsenmarkt entwickelt, soll unter anderem dazu beitragen, Fake News zu enttarnen.

Nataliya Tetruyeva hat zusammen mit ihrem Team von ekidz.eu eine Leselern-App für Kinder entwickelt. Tetruyeva hat selbst Kinder; sie ist mit ihrer Familie viel umgezogen und hat verschiedene Bildungssysteme kennengelernt: Alles Erfahrungen, die ihr nun beim Konzipieren der App weiterhelfen. Der Rumäne Vlad Günther von Scienceroot möchte Wissenschaftler dabei unterstützen, ihre Forschungsergebnisse und -materialien leichter mit anderen Akademikern zu teilen. Torsten Casper von Mindzip hat dagegen eine Art digitales Karteikartensystem entwickelt.

 

In der anschließenden Laudatio lobt Dominik Strähle, Teamleiter des Bereichs Digital Products bei Thalia, die Diversität der Start-Ups und verkündet eine Überraschung: In diesem Jahr geht der CONTENTshift-Award an zwei Start-Ups, die sich »auf sehr unterschiedliche Weise mit der Kreation und dem Verwerten von Inhalten beschäftigen«: Sigmund Talks und Summerizebot. Beide erhalten eine Förderung in Höhe von 5.000 Euro, um ihre Ideen weiterzuentwickeln.

Bisher ist Chatbot Sigmund ist noch in der Testphase – und auf der Warteliste der Betaversion stehen über 200 Interessierte. Aber wer weiß? Im kommenden Jahr werden Blogbeiträge über den CONTENTshift-Award möglicherweise schon mithilfe der App produziert.

 

Nina Sieverding