von Nina Rheinheimer

Von einer Bloggerin zur Selfpublisherin und schließlich zur Verlagsautorin – das ist der Weg, den Evelin Chudak gegangen ist. Auf der Bühne des Azubistro berichtete der selbsternannte „Modern Hippie“ im Gespräch mit einer Lektorin des Verlags „Eden Books“ über ihre ungewöhnliche Karriere.

Evelin Chudak wuchs im Ruhrgebiet auf, allerdings zog es sie schon früh in die weite Welt. Sie brach ihr Studium des Internationalen Managements ab und reiste unter anderem durch Australien. Freiheit und Selbstbestimmung gehören zu ihren Maximen, sodass sie auch beruflich selbstständig sein wollte. Freunde schlugen Chudak vor, ihre Erfahrungen in einem Blog mit anderen Menschen zu teilen. „Modern Hippie“ existiert bereits seit sechs Jahren und inzwischen hat sie auch auf Instagram über 11 000 Follower. Den Erfolg ihres Blogs führt sie unter anderem auf gutes Timing und auf ihre Social-Media-Aktivitäten zurück. Ihr Artikel darüber, was glückliche Menschen anders machen, ging viral und vergrößerte ihre Community.

Darüber hinaus hat sie drei Bücher veröffentlicht, in denen sie sich keinem geringeren Thema als dem glücklichen Leben widmet. Ihre ersten beiden Bücher hat sie im Selfpublishing über Amazon veröffentlicht und gibt zu, dass ihr der Erfolg zunächst egal war. „Ich hatte keinen Druck, es wäre auch okay gewesen, wenn das außer meiner Oma niemand liest“, meint sie. Beim ersten Buch gab es nicht einmal ein Lektorat. „Es ist hauptsächlich mit der Hilfe von Freunden entstanden“, gibt Chudak zu. Beim Selfpublishing fand sie spannend, dass man dabei unternehmerisch denken muss. Trotzdem freute sie sich, als Eden Books nach dem Erfolg ihrer Bücher auf sie zukam und ihr einen Verlagsvertrag anbot. „Vom Gefühl her passte es einfach“, sagt sie und hat diese Entscheidung nicht bereut. „Beim Verlag gibt es viel mehr Strukturen, es ist viel professioneller.“ Das habe sich auch auf die Qualität ausgewirkt. „Ich hatte mehr Arbeit am Text, aber dafür wurde er auch besser. Man hat außerdem eine Deadline als Motivation und es wird einem viel Arbeit abgenommen.“ Wenngleich sie auch als Yoga-Lehrerin arbeitet, bestreitet sie ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch die Werbeeinnahmen ihres Blogs und durch ihre Bücher.  

Evelin Chudak ist ein gutes Beispiel für InfluencerInnen, die ohne die Hilfe von Verlagen eine große Zielgruppe erreichen. Es lohnt sich also für Verlage, SelfpublisherInnen im Auge zu behalten und von deren Community zu profitieren. Gleichzeitig bestätigt die Bloggerin, dass die Leistungen von Verlagen weiterhin von AutorInnen geschätzt werden.  Ein Ende der Zusammenarbeit von Verlagen und AutorInnen scheint also trotz der zunehmenden Popularität des Selfpublishing nicht in Sicht zu sein.


Artikel verfasst von Nina Rheinheimer im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

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