von Alwina Nagel

Unter dem Motto „Am Anfang ist die Idee“ nahmen am Sonntag der Frankfurter Buchmesse 2019 die Weltenbauer der Kindle Direct Publishing-Plattform ihr Publikum in fantastische Welten mit seekranken Wikingern und einbeinigen Hexen mit. Hinter der Autorenvereinigung der Weltenbauer stehen die AutorInnen Mira Valentin (Enyador-Saga, Talente)Sam Feuerbach (Die Krosann-SagaDer Totengräbersohn) und Greg Walters (Die-Bestien-Chroniken, Farbseher-Saga), die zwar nicht nur, jedoch vor allem Bücher im Genre Fantasy schreiben. Leider musste Walters sich kurzfristig entschuldigen und fehlte auf der Buchmesse aufgrund eines freudigen Vorfalls: Er war am Vortag Vater geworden. Herzlichen Glückwunsch auch an dieser Stelle!

High Fantasy, Urban Fantasy, Romance Fantasy… 

Was macht das Genre nach wie vor zu einem der beliebtesten auf dem Buchmarkt? Für Feuerbach ist es ganz einfach: Schreibt man Fantasy, so sind die Möglichkeiten grenzenlos. Sowohl Valentin als auch Feuerbach ordnen sich als „discovery writer“ ein – fangen sie mit einem neuen Manuskript an, dann ist ihnen beiden bestenfalls eine Grundgeschichte bekannt, ganz im Gegenteil zu AutorInnen die sechzig bis siebzig Seiten Entwurf parat haben. Laut Feuerbach entstehen seine Welten explorativ. So wie seine Charaktere eine neue Welt erkunden, entdecken auch die Weltenbauer ihre Welten das erste Mal. 

Oft findet man zu Beginn von Fantasy-Romanen durchdachte Karten. Valentin gibt hier den Tipp einer sinnvollen Gestaltung. Als Beispiel nennt sie einen Fluss auf einer ihrer Karten, der von einem ins andere Meer mündete, doch sollte dieser ein Süßwasserfluss sein, was somit nicht möglich wäre. Eines der größten Kriterien sind aber die authentischen Charaktere, die die Seele des Buches bilden. Valentin, Feuerbach sowie Walters betreiben hier gerne „Rule Breaking“ und kreieren Antihelden. In einem bald erscheinenden Roman von Mira Valentin ist der Protagonist ein Wikinger, der von der Seekrankheit geplagt wird. Denn sind Charaktere zu perfekt und zu schön, können sich LeserInnen nicht mit ihnen identifizieren.

Selfpublishing zwischen Freiheit und Verantwortung

Selfpublishing spielt für die Weltenbauer eine große Rolle. Anders als im traditionellen Verlag schätzen sie hier die große Freiheit. Das Kindle Direct Publishing stützt mit gutem Support und Sichtbarkeit. Was für einige Freiheit bedeutet, kann allerdings für andere auch zusätzliche Belastung bedeuten. Denn als Selbstverlag wird man automatisch zum Unternehmer und trägt Verantwortung für Faktoren wie Coverdesign und Lektorat. Wichtig ist die Vermarktung der eigenen Titel, für die es keinen allgemeingültigen Tipp gibt. Instagram, Facebook und Twitter sind als soziale Netzwerke unabdingbar, um in Kontakt mit LeserInnen zu treten und eine eigene Internetpräsenz auszubauen. Feuerbach fügt hinzu, dass eine eigene Website hilfreich ist, er diese am Anfang seiner Karriere jedoch noch nicht als nötig gesehen hat. Marketingagenturen erweisen sich häufig als kostspielig – günstiger sind Messepräsenzen wie auf der Frankfurter Buchmesse 2019, auf der man sich günstig Zeitslots reservieren oder ein eigenes Meet Up planen kann. 

Und wem es mit der Veröffentlichung des eigenen Fantasy-Buches noch nicht reicht, kann sich wie Mira Valentin im Cosplay erproben und in die Haut von Charakteren schlüpfen. So sorgte die Autorin mit ihrem Outfit, inspiriert durch Walters Bestien-Chroniken für Staunen und Begeisterung vor dem Vortrag und danach für große Augen und laute Begeisterung.


Artikel verfasst von Alwina Nagel im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.