Von Marlene Borchers

Ein Studium kann ein Weg in die Buchbranche sein, aber welche Möglichkeiten gibt es eigentlich? Sollte ich einen Master machen oder doch lieber ein Volontariat? Zum Karrieretag Buch und Medien im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2026 stellten Prof. Dr. Sven Stollfuß von der Uni Leipzig, Dr. Anke Vogel von der Uni Mainz und Prof. Dr. Okke Schlüter von der Hochschule der Medien in Stuttgart nicht nur die branchenrelevanten Studiengänge ihrer Hochschulen vor, sondern gaben außerdem wertvolle Tipps für einen erfolgreichen Karriereeinstieg.

Studieren – aber was? Drei Studiengänge stellen sich vor

An der Uni Mainz kann Buchwissenschaft studiert werden. Hier lernen die Studierenden etwas über den Entstehungsprozess des Buches, vom Verlag bis zum Buchhandel. Auch über ein Studium der Kommunikationswissenschaft, wie es in Leipzig angeboten wird, kann ein Weg in die Buchbranche führen – zum Beispiel in die Marketingabteilung eines Verlags, in den Bereich Social Media oder in den Kulturjournalismus. Beim Studiengang Mediapublishing in Stuttgart steht die Praxis im Vordergrund, die Studieninhalte sind von den Verlagsabteilungen abgeleitet. Marketing, Herstellung, Lektoratsmanagement oder Innovationsmanagement – die Möglichkeiten für Absolvent:innen sind hier vielfältig.

Wie wichtig ist ein Master?

Ein Master kann langfristig zwar helfen, ist aber nicht immer notwendig. Wer nach dem Bachelor Arbeitserfahrung sammeln möchte, kann den Master auch später noch nachholen. Hierbei kann ein Uniwechsel, ein anderer Fachbereich oder ein Auslandsaufenthalt dabei helfen, den Horizont zu erweitern. Auch Quereinstiege sind möglich. Wer seinen alten Job nicht ganz aufgeben möchte, könnte ein Teilzeitstudium in Betracht ziehen.

Soll ich ein Volontariat machen?

Volontariate werden für viele Bereiche angeboten und können sinnvoll sein. Allerdings sind niedrige Gehälter hier Standard. Daher rät Prof. Schlüter zur Vorsicht: Studierende sollten vorher schauen, was dort gelernt werden soll. Viele Student:innen sammeln schon während des Studiums Arbeitserfahrung, etwa durch Praktika oder eine Werkstudentenstelle. Dadurch wird bereits Insiderwissen und Erfahrung gesammelt – ein Volontariat ist dann eventuell gar nicht mehr notwendig.

Nicht übertreiben

Trotz allem sollten sich Studierende nicht zu viel vornehmen. Ein gelungener Einstieg ins Berufsleben ist wichtig, aber das Studium kostet auch ohne Jobs, Praktika und außerstudentischem Engagement viel Zeit. Auf der Website des Börsenvereins oder des JVMs finden sich weitere Informationen zu Praktika, Volontariaten und Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch die Dozierenden der jeweiligen Uni können helfen, denn häufig sind kleinere Studiengänge untereinander gut vernetzt. Am Ende gilt auch hier: Es gibt keine pauschale Lösung für jeden. Dr. Vogel sieht das optimistisch: „Heute sind viele Lebenswege möglich, das ist eine große Chance“.

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