von Claudia Holzapfel

Künstliche Intelligenz ist laut Frau Prof. Dr. Katharina Zweig, jede Software, die, wenn sie ein Mensch wäre, eine gewisse Intelligenz voraussetzen würde und unter Fachleuten, sowie unter Laien sehr umstritten. In unserer heutigen Gesellschaft, in der moderne Technologie eine immer wichtigere Rolle spielt, ist es allerdings wichtig, über KI-Software und damit ihre Vorteile und Gefahren zu sprechen. 

An der Diskussionsrunde am Messesonntag mit dem Titel „Ethik der Algorithmen– Wie rassistisch können Maschinen sein?“ beteiligten sich neben der Informatikerin Frau Prof. Zweig auch der katholische Theologe Prof. Alexander Filipović und, als Moderator, Alexander Armbruster, Wirtschaftsredakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Laut Armbruster ist Künstliche Intelligenz für die meisten von uns alltäglich, denn die Algorithmen stecken unter anderem hinter Suchergebnissen in Suchmaschinen im Internet, Angeboten auf Medienplattformen und Shopping-Seiten und in Schachcomputern und das oft schon seit Jahrzehnten.

Wenn es allerdings darum geht, dass solche Maschinen über das Schicksal von Menschen entscheiden, dann werden viele von uns vorsichtig; zu Recht, meinte auch Alexander Filipović. Algorithmen sind zwar von sich aus neutral, allerdings „lernen“ sie aus der Vergangenheit und sind demnach dazu vorprogrammiert, Fehler aus der Vergangenheit zu wiederholen. Frau Prof. Dr. Zweig stimmte ihm zu und ergänzte, dass fehlerhafte und inakkurate Ergebnisse dadurch entstehen, dass die zugrundeliegenden Datensätze nicht vollständig sind. Laut dem Theologen Filipović sind Künstliche Intelligenzsysteme, trotz des Namens, nicht wirklich „intelligent“, sondern benutzen reine Statistik um aufgrund einer bestimmten Datenmenge Vorhersagen zu tätigen. Frau Prof. Dr. Zweig ergänzte, dass die meisten Datenbanken zum Beispiel viel zu wenig Daten über Frauen enthalten, wodurch die Entscheidungen der Algorithmen aufgrund dieser Daten automatisch diskriminieren.

„Eine Maschine hat kein Gefühl für moralische Probleme.“

Prof. Alexander Filipović

Manche Entscheidungen, da waren sich die TeilnehmerInnen, sowie die ZuschauerInnen der Diskussionsrunde einig, sollten, auch in Zukunft, von Menschen getroffen werden. „Eine Maschine hat kein Gefühl für moralische Probleme“ betonte Alexander Filipović. In den USA werden zum Beispiel solche Entscheidungssysteme als Grundlage für die Entscheidung genutzt, ob Häftlinge vorzeitig aus der Haft entlassen werden sollten oder nicht. Ethik, kulturelle Diversität und menschliche Gefühle wie Mitgefühl und Gnade können von Algorithmen nicht mit einbezogen werden, sind aber bei Entscheidungen wie in diesem Beispiel unerlässlich. Außerdem lernen wir Menschen ständig dazu und ändern damit stetig unsere Entscheidungsgrundlage. Bei Künstlichen Intelligenzsystemen, so erklärt die Informatikerin Prof. Dr. Zweig, lässt sich die Datengrundlage nachträglich nicht mehr ändern.

Das Fazit der Diskussionsrunde am Messesonntag war, dass es im Umgang mit Künstlicher Intelligenz noch viel zu lernen gibt. Solche Algorithmen sind nicht alternativlos und man sollte sich nicht kritiklos auf sie verlassen, egal in welchem Zusammenhang, beziehungsweise welcher Branche.


Artikel verfasst von Claudia Holzapfel im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

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