von Roxana Frey

Dass Podcasts gerade in aller Munde, oder vielmehr in aller Ohren, sind, ist bereits bekannt. Dabei sind gerade Literaturpodcasts in den letzten Jahren zum Trend geworden, die von einzelnen Personen, aber auch von großen Verlagsgruppen produziert werden. Aus diesem Anlass lud „Frankfurt Authors“ am Freitag, den 18.10.2019, auf der Buchmesse zum Vortrag „Podcasts: Wie Verlage und Autorinnen das Medium optimal nutzen“ ein. Unter der Moderation von Wolfang Tischer vom literaturcafe.de, berichteten vier geladene Gäste über ihre Erfahrungen mit Podcasting – privat und beruflich.

Frank Stockmann, selbsternannter „Vital Trainer“, Autor und ehemaliger Host vom „Jetzt- Blond-Podcast“ erzählte von seinen Erfahrung, wie man „einen Podcast an die Wand fährt“: Vor kurzem trennte er sich von seinem Podcast-Partner, seinem Friseur Sezar Minasyan , mit dem er sich über Haare, Liebe und dem Mut zur Veränderung unterhielt. Grund für den fehlenden Erfolg des Podcasts war, laut Stockmann, der Mangel an Authentizität. Der Podcast bot den falschen Content für die Zielgruppe, die er ansprechen wollte, was er auf seiner falschen Motivation begründet: Der Podcast entstand in erster Linie, um seinen Roman zu vermarkten. Aus diesem Misserfolg zog Stockmann seine Schlüsse und startet bald seinen neuen Podcast, in dem er sich mit ehemaligen Profisportlern über das Thema „Mentaltraining“ unterhalten wird.

Florian Kessler ist Lektor beim Hanser Literaturverlag und Herausgeber des Literatur-Podcasts „Hanser Rauschen“, wo alle 14 Tage Schaffende aus dem Literaturbereich zu Gast sind und sich mit Lektorinnen des Verlags über Bücher und vieles mehr unterhalten. Der Podcast erfreut sich großer Beliebtheit, wobei Kessler das Medium als ein „riesiges Feuilleton“ sieht:
Dabei geht es vor allem darum, sich nicht von großen Zahlen verführen zu lassen. Gestartet wurde der Podcast mit der Lautsprecherfunktion des Firmentelefons und einem Handy, wobei der Podcast stetig an Professionalität zunimmt. Trotzdem war es Kessler immer wichtig, dieses „nicht-perfekt-sein“ an die Hörer*innen zu transportieren – denn so bleiben die Themen authentisch.

Für diese Authentizität bei Podcasts plädiert auch Autorin Klaudia Zotzmann-Koch, die schon seit Anfang der 2000er Podcasts hört und selber produziert. Viel falsch machen könne man beim Podcasting gar nicht – es lohne sich vor allem das Feedback der Hörerschaft ernst zu nehmen und Websites wie Sendegate.de zu nutzen, um zu ergründen was die Leute
tatsächlich interessiert.

Karin Pfaff, Senior Manager Digital Development, sprach stellvertretenden für die Random-House Verlagsgruppe, die mittlerweile mit vier prominenten Podcasts auf dem Markt vertreten sind. Ziel ist es damit vor allem junge Leute auf einer Plattform zu erreichen, da sich auch die Verlagswelt in einem Digitalisierungsprozess befindet. Das Problem bei Podcast sei aber auch, dass sich der Erfolg schwer in Zahlen messen lassen kann, da ausführliche Statistiken fehlen.

Der gesamte Vortrag ist auf www.literaturcafe.de als Podcast verfügbar.


Artikel verfasst von Roxana Frey im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

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