Zum zehnjährigen Jubiläum des Junge Verlagsmenschen e.V. geht das neue Mentoringprogramm 2019 in die erste Runde. Unter dem Motto „für Junge Verlagsmenschen von Jungen Verlagsmenschen“,  können sich die Young Professionals im Verein als Mentoren für Berufseinsteiger*innen, Volontär*innen, Student*innen, und Praktikant*innen einsetzen und diese bei der Karriereplanung unterstützen. 

Das Mentoringprogramm läuft über neun Monate, in denen sich Mentor*in und Mentee regelmäßig austauschen. Als Rahmenveranstaltungen werden ein Kennenlern-Kickoff beim Jahrestreffen vom 12.-14. Juli auf dem mediacampus frankfurt, eine Midterm-Veranstaltung mit Workshops zum Weiterbilden im November und ein Abschlusstreffen 2020 auf der Leipziger Buchmesse  angeboten. Neben dem individuellen Austausch zwischen Mentor und Mentee profitieren beide Seiten durch Experten-Workshops zu verschiedenen Themen wie Gesprächsmoderation.

„Schon seit längerer Zeit liegt es uns am Herzen, ein Mentoringprogramm für Berufseinsteiger anzubieten. Mit dem JVM Mentoring können sich die Teilnehmer nicht nur intensiv vernetzen, sondern auch wichtige Soft Skills lernen und einen großen Schritt in ihrer Karriereplanung machen.“, erläutert die 2. Vorsitzende Britta Fietzke.

Die Teilnahme am Mentoringprogramm kostet für Mentees 150 € (inkl. Eintritt zu allen genannten Veranstaltungen) und ist exklusiv für Mitglieder des Junge Verlagsmenschen e.V. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 30. April.

Mehr Informationen zum Mentoringprogramm:

https://jungeverlagsmenschen.de/karriere/mentoring/

Pressekontakt:
Britta Fietzke
britta.fietzke@jungeverlagsmenschen.de
Tel: 0177 / 835 48 63

Über den Junge Verlagsmenschen e.V.:

Der Junge Verlagsmenschen e.V. ist mit über 800 Mitgliedern in 13 Städtegruppen das größte Nachwuchsnetzwerk der Buch- und Medienbranche. Er bietet Young Professionals, Berufsanfänger/innen und Studierenden eine unabhängige Plattform, um sich auszutauschen, weiterzubilden und zu organisieren. Die AG Young Professionals organisiert das Mentoringprogramm.

von Helena Sindl

Die Liebe zur Literatur ist groß und weit verbreitet, aber was sind die Aufgaben und die Kernfähigkeiten des Lektors?

Das Lektorat ist für viele, die eine Karriere im Verlags- und Buchwesen anstreben, ein Wunschberuf. Christiane Schmidt, die unter anderem als Cheflektorin bei Hoffmann und Campe gearbeitet hat und mittlerweile als freiberufliche Lektorin tätig ist, skizziert auf dem Podium des Fachforums 2 der Leipziger Buchmesse 2019 die Aufgaben und Möglichkeiten des Berufsfeldes.

Leidenschaftsberuf Lektorat

Man müsse verstehen, dass das Lektorat ein „Leidenschaftsberuf“ sei, so Christiane Schmidt. Wie bei so vielen Berufen im kulturellen und journalistischen Sektor sei ein Lektor oder eine Lektorin mit Schwierigkeiten konfrontiert, die nur mit einem gewissen Handwerk und einer gewissen Willensstärke gemeistert werden können.

Den Einstieg in das große Arbeitsfeld des Lektorats suchte sie über die Teilbereiche der Belletristik und des Sachbuchs zu erklären. Der Lektor oder die Lektorin hat – ganz gleich ob in der Belletristik oder im Sachbuch –  bestimmte Arbeitsbereiche abzudecken: die Text- und Autorinnenakquise, die Textarbeit und die Autorinnenbetreuung. Überdies noch die Programmplanung, die Titelkalkulation sowie die externe sowie interne Kommunikation, etwa mit dem Bereich Herstellung.

Die unabhängigen Fähigkeiten eines Lektors

Bei der Akquise sollte man sich stets bewusst machen, welche Themen gegenwärtig von Bedeutung seien. Ein gesellschaftspolitisches Interesse und eine gute Allgemeinbildung gehören bei der Berufsentscheidung für das Lektorat zu notwendigen Bedingungen Der Blick für relevante Themen sollte so durch den Besuch von Fachkongressen, eine offene Einstellung zur Kulturszene und den Feuilletons sowie einen steten Austausch mit Kolleginnen und Kollegen geschärft werden.

Der Lektor oder die Lektorin muss in der Lage sein, einen Text zunächst unbefangen zu lesen. Im Anschluss müssen die Beweggründe für eine Zusage oder Absage entlang nachvollziehbarer Kriterien formuliert werden; eine Fähigkeit, die sich zum Teil erst über Jahre entwickle. Grundsätzlich sei eine solche Entscheidung im Sachbuchbereich leichter als in der Belletristik zu treffen, was in der innertextuellen Logik und faktischen Richtigkeit des Genre begründet liegt. Belletristische Texte erforderten eine intensive Auseinandersetzung, die in den meisten Fällen noch über eine rein inhaltliche Korrektur hinaus reiche. Der Lektor oder die Lektorin müsse sich in die Mentalität und die Kultur einer Sprache, ob Mutter- oder  Fremdsprache, hineinversetzen können. Daher gehe das Lektorat über ein reines Textkorrektorat hinaus.

In beiden Teilbereichen sind Genauigkeit, Kommunikationsfähigkeit sowie Aufrichtigkeit unabdingbare Charaktereigenschaften für den Lektor oder die Lektorin, sowohl im Umgang mit Autoren und den Fachabteilungen eines Verlags.

Autoren und Lektoren — beste Freunde?

Im gesamten Arbeitsprozess nimmt das Verhältnis zwischen Autor und Lektor Einfluss auf die Arbeit. Schmidt beschreibt die Beziehung aber als von einem Ungleichgewicht geprägt. Während der Autor oder die Lektorin künstlerisch tätig sei, greife der Lektor in ein von persönlichen Erfahrungen geprägtes Werk korrigierend ein. Daher arbeite man auf einer intimen Ebene, deren Grundlage Vertrauen darstelle.

Einen gelungen Einstieg ins Lektorat bieten Praktika und Volontariate, so Schmidt. Dies sei mittlerweile der gängige Weg.




von Helene Sindl

Durchstarten in der Buchbranche — Mentoring-Programme für Berufseinsteiger und Young Professionals

Am zweiten Tag der Leipziger Buchmesse fand der „Karrieretag Buch und Medien 2019“ des Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. und der Buchmesse statt. Die alljährliche Veranstaltung dient der Orientierung hinsichtlich Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten in der Buch- und Medienbranche.

Die Abteilung Berufsbildung des Deutschen Börsenvereins organisierte eine Gesprächsrunde zu „Mentoring Programmen in der Buchbranche“, in der drei Mentoring-Programme vorgestellt wurden: der Bücherfrauen e.V. — Women in Publishing, des Nachwuchsparlament des Börsenverein des Deutschen Buchhandels und des Junge Verlagsmenschen e.V.

Die Moderatorin der Runde übernahmen die Mitglieder des Junge Verlagsmenschen e.V. Jana Rahders und Britta Fietzke, erstere aktiv in der AG Young Professionals und letztere im Vorstand. Weitere Teilnehmerinnen waren Meiken Endruweit von den Bücherfrauen e.V. und Theresa von Zepelin von der Hochschule für Medien, die als Studentin an einem Mentoring-Programm teilgenommen hatte.  

Die Mentoring-Programme

Zum Ziel gesetzt haben sich die Programme den Austausch zwischen Neulingen in der Buchbranche und Branchenprofis. Das Mentoring der Bücherfrauen bringt weibliche Nachwuchskräfte und erfahrene Branchenfrauen für ein Jahr näher zusammen. In fünf Städtegruppen wird das Programm ehrenamtlich geleitet. Es finden sich stets Gruppen von acht bis 12 Frauen, die sich gemeinsam mit ihren Mentorinnen austauschen, so Endruweit. Über 900 Bücherfrauen aus unterschiedlichsten Bereichen der Buchbranche gebe es in Deutschland, und somit Mentees für Bereiche wie Herstellung, Buchhandel oder auch Lektorat. Hierbei sind für die Mentees ebenso wie für die Mentorinnen die organisierten Stammtische, Workshops und die Abschlussrunde von Bedeutung, da sie einen Austausch auf Augenhöhe versprechen.

Jana Rahders hebt den Unterschied des Programms der Jungen Verlagsmenschen hervor. Das an diesem Tag begonnene Programm richte sich explizit an Berufseinsteiger, sei also keinesfalls ein ,,Konkurrenzprogramm”, so Britta Fietzke. Angedacht für einen Zeitraum über neun Monate, laufe die Bewerbungsphase bis Ende April. Nach Abschluss der Bewerberrunde werden die Paare gematcht, die sich in der Folge vernetzen und austauschen sollen. Die Paare werden je nach Interessenschwerpunkten der Bewerber zusammengeführt. Eine zusätzliche Vernetzung soll das Jahrestreffen im Juli, eine Veranstaltung im November sowie ein Weiterbildungstag bieten. Eine Veranstaltung im anschließenden Frühjahr soll den Abschluss des Programms bilden. Während der Veranstaltungen sind Workshops angedacht, die sowohl den Mentees als auch den Mentorinnen vielseitige Weiterbildungs- und Reflektionsmöglichkeiten bieten.

Theresa von Zepelin spricht als ehemalige Teilnehmerin des Nachwuchsparlaments, das zeitgleich während der Buchtage Berlin im Juni stattfindet, über das Programm. Zielgruppen seien ebenfalls Berufseinsteiger, wobei die Mentorpositionen von etablierten Professionals übernommen werden. Das Programm ist auf ein Jahr angesetzt, ohne im Voraus festgelegter Termine. Auf das Kennenlernen der Mentoring-Paare im Rahmen des Nachwuchsparlaments finde die Programmgestaltung erst gemeinsam statt. Der Besuch einer Buchmesse beispielsweise, um einen Blick hinter die Kulissen zu gewinnen oder um Branchengespräche aus nächster Nähe zu führen.

Enge und persönliche Zusammenarbeit

Im Gegensatz zu dem Programm der Bücherfrauen spielt die Entfernung von Mentee und Mentorin in den Programmen der JVM und des Nachwuchsparlaments eine untergeordnete Rolle. Meiken Endruweit von den Bücherfrauen spricht sich hingegen für eine örtliche Bindung aus. Über die Zeit werde so ein enger, teils auch persönlicher Kontakt geknüpft, der auch über Jahre anhalten kann. Endruweit selbst hat dem Programm teilgenommen und pflegt noch immer einen guten Kontakt zu ihrer ehemaligen Mentorin. Theresa von Zepelin hat hier eine andere Erfahrung gemacht. Sie konnte aber dank weiterer Kontakte aus der Mentoring-Zeit ein belastbares Netzwerk aufbauen. Sie teilt letztlich schon die Einschätzung, dass der lokale Kontakt von Mentee und Mentorin von großem Vorteil sei.

Bei den Jungen Verlagsmenschen sieht man das ähnlich, obschon es im Programm der JVM nicht verpflichtend ist. Die AG Young Professionals der Jungen Verlagsmenschen, die das Programm organisiert, unterstützt  die Mentoring-Paare bei auftretenden Schwierigkeiten.

Bewerbung als Möglichkeit der individuellen Förderung

Der Bewerbungsprozess der Programme ist ähnlich aufgebaut. Der potenzielle Mentee sollte angeben, welche Kompetenzen die Mentorin erfüllen sollte und welche Art des Kontakts gewünscht sei. Ähnliche Schwerpunkte setzen auch die BücherFrauen. Die Bewerber sollten in jedem Fall berücksichtigen, dass es sich bei ehrenamtlich organisierten Mentoring-Programmen nicht um ein Karriere-Coaching handelt. Bei jeder Bewerbung sollte also das Bewusstsein dafür vorhanden sein, dass der Fokus auf Vernetzung und Austausch liegt.

Zukunftsträchtige Vernetzung durch Mentoring

Die Teilnahme an einem Mentoring, resümiert Endruweit, sei eine gute Chance für den weiteren Berufsweg. Ihre eigene Teilnahme habe ihr vor Augen geführt, was vernetzte Frauen in der Branche bewegen können. Für die Mentorinnen sei die die Möglichkeit der Reflektion des eigenen Berufswegs ein positiver Faktor. Als jüngere Teilnehmerin am Nachwuchsparlament schätzt Theresa von Zepelin insbesondere das Gespräch mit langjährigen Branchenprofis. Die Vernetzung, die ihr durch ihre Teilnahme möglich war, sei ein deutlicher Pluspunkt für die weitere berufliche und persönliche Zukunft.

Detaillierte Informationen zu den Programmen können den jeweiligen Homepages entnommen werden:

https://www.jungeverlagsmenschen.de
https://www.buecherfrauen.de/startseite/
http://ausbildung-buchhandel.de/

Redaktionsnotiz: Wenn ihr jetzt Interesse bekommen habt, an einem Mentoring teilzunehmen gerade ist die Bewerbungsphase für das JVM-Mentoring gestartet! Seid dabei und bewerbt euch jetzt online als Mentee oder Mentor bis zum 30.April. Das Mentoringprogramm startet dann auf dem Jahrestreffen 13./14. Juli 2019 in Frankfurt.Wenn ihr Fragen zum neuen JVM-Mentoringprogramm habt, schreibt gerne an: youngprofessionals@jungeverlagsmenschen.de