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Ich solle mir eine Karte aussuchen, sagt ein mittelalter Mann im fröhlich geblümtem Hemd auf Französisch zu mir. Ein kleiner Tisch voll Miniaturkarten steht zwischen uns an einer der vielen Ecken des lichten Gastland-Pavillons. Ich suche mir ein Kärtchen aus. „Stellen Sie mir eine Frage dazu“, fordert mich der Mann auf und sieht mich mit neugierigen Augen an. Und so verdutzt ich im ersten Moment bin – es entspinnt sich sogleich ein Gespräch, an dessen Ende der Mann recht unvermittelt fragt: „Wenn Ihr Leben ein Roman wäre, was für ein Roman wäre es dann?“ Der Mann ist Teil eines Künstlerkollektivs, welches das diesjährige Gastlandteam nach Frankfurt geholt hat. „Francfort en français“ ist das Motto der Franzosen, die nicht allein die französische Buchbranche und ihre aktuellen Stars, sondern die französische Sprache und die Frankophonie ins Zentrum ihres Auftritts stellten.

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von Tobias Mohr

Porträt eines noch relativ unbekannten Krimi-Autor

Manchmal sind es angesichts der vielen Veranstaltungen und großen Menge an Stars gerade die unbekannten Lebensgeschichten, die bei so einer riesigen Buchmesse untergehen, und dennoch besonders den Wandel des Buchmarkts in den letzten Jahren repräsentieren. Der Krimi- und Kurzgeschichten-Autor Frank Huhnhäuser, der 1960 in Berlin geboren wurde und mit seiner Frau in der Südpfalz lebt, hat eine solche Lebensgeschichte zu bieten. Ohne seinen ungebrochenen Ehrgeiz und ohne die vielfältigen Möglichkeiten des Internets hätte er seine Geschichten wohl nie veröffentlichen können. Aber alles der Reihe nach. Weiterlesen