Beiträge zu Veranstaltungen, Kooperationspartnern oder fachlichen Themen in der Buch- und Medienbranche.

von Stefan Katzenbach

Am 9. Februar 2016 bekam die Schweizer Schriftstellerin Ruth Schweikert die Diagnose: Brustkrebs. In ihrem autofiktionalen Buch, „Tage wie Hunde“, das sie auf einer Lesung der Leipziger Buchmesse präsentierte, beschreibt sie die Folgen und den Umgang mit der Krankheit. Es ist aber auch ein Versuch, das Thema aus einer literarischen Perspektive zu fassen.

Es sei kein „privates Tagebuch“ , erklärt Schweikert im Gespräch mit ihrem Lektor Sascha Michel. Die Idee des Buches sei ihr zwar nach der Diagnose gekommen, sie wollte der Erkrankung aber stärker „literarisch“ begegnen. Eine reine Erzählung auf der privaten Darstellungsebene reichte deshalb nicht aus. Über die „gesellschaftliche Dimension“ der Erkrankung nachzudenken sei ihr wichtiger gewesen und darüber zu schreiben, wie Krebs in der öffentlichen Wahrnehmung thematisiert würde, auch wie die Medien über die Krankheit berichten. In ihren Augen reduziert man dort noch zu sehr auf den körperlichen Verfall betroffener Personen. Eine „notwendig andere Dimension des Menschen“ zu zeigen, das wolle sie erreichen. Distanz zu der reinen Körperlichkeit der Krankheit, diese Reflexion schaffe Freiräume für ein Nachdenken.

„Wie soll ich mit einer Kanüle im Arm kämpfen?“

Diese Frage stelle sich eins ums andere mal. Sich im Zustand körperlicher Erschöpfung gegenüber der Krankheit zu behaupten, sei so schwierig, dabei eine angemessene Sprache zu finden, gleichsam problematisch: Kann man den Verlauf einer Krebserkrankung wie eine klassische Heldengeschichte erzählen, an deren Ende die Heilung steht? Für Schweikert komme das alles nicht in Frage. Viele Elemente der Erkrankung würden so erst gar nicht thematisiert. Gefunden habe sie eine Sprache, die zugleich distanzlos sowie distanziert sei. Detailverliebte Beschreibungen wechseln sich mit Satzfragmenten ab, die eine Überforderung aller Beteiligten in und mit Situationen illustrieren. Kurznachrichten von und an die Ich-Erzählerin in kurzen, teils unvollständigen und grammatikalisch falschen Sätzen. Diese Wechsel seien für sie eine Möglichkeit, neben„einer Distanzlosigkeit“ zugleich eine „Distanz zur eigenen Geschichte“ zu halten, erklärt Schweikert ihre Herangehensweise.

Stets ist die eigene „Überforderung“ beim Formulieren der Sätze ein wesentlicher Aspekt ihrer Arbeit, die „Nicht-Sinnhaftigkeit“ der Krankheit darzustellen. All das drängt unweigerlich Fragen auf: Warum trifft es mich, aber nicht die anderen? Zugleich auch: Wieso mich nicht, dafür aber andere? Die Idee zur Unterteilung der Geschichte in sieben Wochentage, die mit einem Dienstag beginnt, habe sie beim Besuch einer Ausstellung in Paris beschlossen, erklärt Schweikert. In dieser Ausstellung mit dem Titel „Dog days“ sind Arbeiten in 14 Räume nach Tagen und Nächten geordnet. „Dieses Ordnungsprinzip hatte mich überzeugt“, so die Schweizer Autorin. Und so habe sie auch ihr Buch benannt.

von Stefan Katzenbach

In seinem neuen Roman „Kein Wunder“ beschreibt der Autor Frank Goosen die amourösen Verwicklungen eines jungen Mannes, der in Berlin wohnt, aber aus Bochum stammt, und Ende der 80er Jahre sowohl in West- als auch in Ostberlin eine Freundin hat. Dass die Mauer fällt, ist für ihn daher ein Ärgernis. Der Autor sieht in dem Buch eine Komödie, wie er auf einer Lesung der Leipziger Buchmesse klarstellt.

„Das Ruhrgebiet war kurz davor, cool zu werden, besonders wegen der Filme von Adolf Winckelmann“

Wer Goosen nach der Motivation für seinen neuen Roman fragt, bekommt eine schnelle Antwort: „Ich hatte große Lust, mich mit den Geschehnissen Ende der 80er Jahre in Berlin und dem Ruhrgebiet auseinanderzusetzen und diese Welten dann in Beziehung zu setzen“. Interessant für ihn waren neben der damaligen Veränderungen seiner Heimatstadt Bochum auch die der gesamten Region. Gerade die „rauhe Schönheit“ der Region sei so faszinierend, die Schilderung des Ruhrgebiets diene ihm auch dazu „die Leute auf ihre Vorurteile hin zu befragen“, deswegen werde in einem Dialog des Romans explizit thematisiert, dass Bochum gar nicht so grau sei, wie immer alle sagen. Berlin habe nur letztlich „die größere Strahlkraft“ entwickelt, und das sei für das Ruhrgebiet „nicht gut gewesen“.

Spaß an den eigenen Figuren

Ähnlich bunt wie die Schilderungen der Städte Bochum, West- und Ostberlin ist auch der Text selbst. Die ausführlichen Charakterisierungen der Protagonisten und ihrer Gedankenwelten sowie die genaue Thematisierung der kulturellen und politischen Situation geben dem Text viel Tiefe. „Ich habe Spaß an meinen Figuren, es sind die Kernfiguren aus meinem vorherigen Roman, ‘Förster, mein Förster’“. Im Text seien deswegen insgesamt „sehr viele Motive“ zusammengekommen, erklärt Goosen. Die Figur des Roland Förster sei dabei von besonderer Bedeutung. Er ist ein Freund des eigentlichen Protagonisten Frank Dahlbusch, genannt Fränge, der mit Rosa in Ostberlin und Marta in Westberlin, zwei Freundinnen in zwei Republiken hat. Förster sei „unvoreingenommener als seine zwei Kumpels“, Fränge und Brocki. „Für ihn steht nie etwas fest, er steht immer dazwischen und kommt mit so einem beobachtenden Blick da rein.“ Beobachten und Sammeln, das sei für Goosen auch das Prinzip seines Schreibens. Schließlich ermögliche das Schreiben „aus einem Wust von Informationen eine Struktur zu destillieren“.

Die Welt schreibend ordnen

Das Schreiben biete für Goosen die Möglichkeit, die Geschehnisse in der Welt zu ordnen. Dies sei gerade in einer Welt wie der heutigen nicht immer einfach: „In dem Maße, wie alles globaler geworden ist, braucht man Sicherheit im Kleinen.“ Dass diese Sicherheit mitunter politisch heikel sein kann, etwa durch einen Heimatbegriff, der aktuell auch negativ konnotiert sei, dessen ist sich Goosen bewusst. Allerdings könne Heimat auch anders gedacht werden: „Mein Heimatbegriff ist ein einschließender, kein ausschließender“, erklärte er.

„Vorurteile gibt es auch im Westen“

Die Frage, ob angesichts aktueller politischer Ereignisse ein neuer Keil in das Verhältnis von Ost und West getrieben werde, betrachte er aus verschiedenen Blickwinkeln: „Ein neuer Keil würde ja bedeuten, dass vorher keiner da war. Es wird immer so getan, als wäre da kein Unterschied gewesen“ zwischen Ost und West. Natürlich sei aber die Gesellschaft damals bereits in verschiedene Klassen unterteilt gewesen. Wer das Gegenteil behaupte, verkläre die Tatsachen. „Die klassenlose Gesellschaft gab es nur von oben“, so Goosen. Auch deswegen sei für ihn die Behauptung, die AFD habe im Osten mehr Zulauf als im Westen, kein Beleg für Vorurteile in Ostdeutschland. Parteien wie die AFD hätten es bloß verstanden, diese im negativen Sinne zu schüren. Wie man solchen Parteien Einhalt gebieten kann? „Es hilft, wenn sie zwei bis drei Prozent verlieren. Rechtspopulistische Parteien können immer dagegen sein. Wenn sie zwei bis drei Prozent verlieren, dann müssen sie mal handeln und liefern.“

Wieder haben drei Unternehmen der Buchbranche es geschafft, den Qualitätskriterien des Junge Verlagsmenschen e.V. zu entsprechen: Sie wurden auf der Leipziger Buchmesse mit dem Gütesiegel für Volontariate ausgezeichnet. Die zweite Runde Gütesiegel vergab der Nachwuchsverein im Rahmen des Karrieretags an das Holtzbrinck-Literaturportal LovelyBooks, den Wissenschaftsverlag Hogrefe und den Fachverlag Eugen Ulmer. Die Unternehmen erfüllten alle Kriterien für ein gutes Volontariat und setzen sich darüber hinaus nachhaltig für die Ausbildung des Branchennachwuchses in ihren Unternehmen ein. Im Anschluss an die Verleihung gab es bei einem Meet&Greet die Möglichkeit, Vertreter der ausgezeichneten Unternehmen und deren VolontärInnen persönlich zu treffen und mit ihnen über Berufseinstiegsmöglichkeiten zu sprechen. 

Selina Reimer, Vorstandsmitglied und Sprecherin der AG Nachwuchsrechte: 

„Wir sind sehr glücklich darüber, dass sich das Gütesiegel nun etabliert hat, seit wir es auf der Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal an den Ernst Klett Verlag, Open Publishing und Kiepenheuer & Witsch vergeben haben. Aus zahlreichen Bewerbungen, die seitdem über unsere AG Nachwuchsrechte eingegangen sind, konnten wir aus der Branche wieder drei Unternehmen hervorheben, die sich besonders um eine gute Ausbildung für ihre VolontärInnen bemühen.“ 

Über das Gütesiegel: 

Für das Gütesiegel können sich Unternehmen der Buchbranche im deutschsprachigen Raum sowie deren VolontärInnen mit der Einreichung eines Fragebogens bewerben. Voraussetzung für den Erhalt des Gütesiegels ist die Erfüllung verbindlicher Ausbildungsstandards, zu denen beispielsweise ein Ausbildungsplan, Fortbildungen, eine feste Betreuung, Feedbackgespräche und eine Überstundenregelung gehören. Die Kriterien für die Vergabe orientieren sich u. a. an den Volontariaten in Presse- und Zeitschriftenverlagen, die größtenteils mithilfe von Tarifverträgen geregelt sind. Um ein objektives Bild zu erhalten, wird der Fragebogen von der Personalabteilung sowie von mindestens drei Volontären unabhängig voneinander ausgefüllt. Die Gütesiegel werden nach positiver Prüfung für zwei Jahre in regelmäßigen Abständen durch die AG Nachwuchsrechte des Junge Verlagsmenschen e.V. vergeben. Die Ergebnisse der Prüfung werden für jeden Verlag in einem Gütesiegelbericht dokumentiert und können auf der Webseite des Vereins öffentlich eingesehen werden. 

Cigdem Aker, 1. Vorsitzende der Jungen Verlagsmenschen, zu den Zielen des Gütesiegels: „Das Volontariat ist in den meisten Verlagen immer noch der klassische Berufseinstieg für Hochschulabsolventen und -absolventinnen. Mit dem Gütesiegel und seinen transparenten Qualitätskriterien wollen wir dazu beitragen, dass auch in Zukunft die besten Nachwuchskräfte ihren Weg in die Branche finden.“ 

Und das sagen die ausgezeichneten Unternehmen: 

aboutbooks GmbH (LovelyBooks.de):

„Wir freuen uns sehr, das Gütesiegel der Jungen Verlagsmenschen für unsere Volontariate zu erhalten! Als ehemalige Volontärin weiß ich wie wichtig es unserem Unternehmen ist, das Volontariat spannend und lehrreich zu gestalten. Es ist mir ein ganz persönliches Anliegen meinen Teil dazu beizutragen: Mit unserem Volo-Projekt, welches die Volontäre selbstständig gestalten und bearbeiten, möchten wir die individuellen Stärken der Volontäre fördern und Ihnen die Chance der Weiterentwicklung geben. So haben wir schon zahlreiche spannende und erfolgreiche Projekte gemeinsam umsetzen können.“ 

Hogrefe GmbH & Co.KG: 

„Wir sehen das Volontariat als Chance, um mit jungen Fachkräften in Kontakt zu kommen und sie nach der fundierten Ausbildung während des Volontariats als langjährige Mitarbeitende zu gewinnen. Unsere Volontäre profitieren während ihrer Ausbildung von dem motivierenden Arbeitsumfeld bei Hogrefe, vielen Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, fairer Vergütung und vielen weiteren Benefits.“ 

Verlag Eugen Ulmer: 

„Wir freuen uns sehr und gratulieren den beiden Verlagen, die ebenfalls das Siegel erhalten! Für den Verlag Eugen Ulmer, der trotz der 160 Mitarbeiter familiär geprägt ist, ist dieses Gütesiegel eine große Auszeichnung. Erst im Zuge der Bewerbung wurde uns bewusst, dass das, was wir in der Ausbildung tun, offenbar nicht selbstverständlich ist. Dabei ist es für uns nicht nur ein Herzensanliegen, wir sehen auch die Verantwortung gegenüber den jungen Menschen und den Branchen, in denen wir tätig sind. Nicht zuletzt signalisiert das Siegel unseren Zielgruppen, dass ein Volontariat in einer crossmedial und eigenverantwortlich arbeitenden Fachredaktion bei Ulmer attraktiv ist und eine Basis für ein erfolgreiches Berufsleben bietet. Wir bedanken uns bei den Jungen Verlagsmenschen für die Entscheidung, aber auch bei unseren Volontär*Innen, die sich – unabhängig – so positiv geäußert haben. Das Siegel ist Ansporn für uns, Auszubildende und Volontäre weiterhin gut auszubilden und zu betreuen und diese Aufgabe weiterzuentwickeln.“ 

Mehr Informationen zum Gütesiegel: 

www.jungeverlagsmenschen.de/guetesiegel 

Pressekontakt: 

Selina Reimer 

Junge Verlagsmenschen e.V. Schatzmeisterin selina.reimer@jungeverlagsmenschen.de 0163/3504619 

Über den Junge Verlagsmenschen e.V. 

Der Junge Verlagsmenschen e. V. ist mit über 800 Mitgliedern in 13 Städtegruppen das größte Nachwuchsnetzwerk der Buch- und Medienbranche. Er bietet Young Professionals, Berufsanfänger*innen und Studierenden eine unabhängige Plattform, um sich auszutauschen, weiterzubilden und zu organisieren. Seit Mitte 2014 gibt es innerhalb des Vereins die AG Nachwuchsrechte, die sich gezielt den Interessen des Nachwuchses widmet und in den Jahren 2015 und 2017 eine Umfrage zu den Arbeitsbedingungen des Branchen-nachwuchses durchgeführt hat. Diese Umfrage diente als Basis für die spätere Ausarbeitung des Gütesiegels für Volontariate. 

Damit ihr auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse keine interessanten Veranstaltungen verpasst, haben wir für euch wieder einige Termine rausgesucht, die für Junge Verlagsmenschen, sowohl für Berufseinsteiger als auch für Young Professionals, besonders empfehlenswert, informativ oder gut zum Netzwerken sind. Viel Spaß!

Donnerstag, 21.03.2019

10:30-11:15 Uhr – Künstliche Intelligenz in Verlagen und Medienhäusern (Fachforum 1, Halle 5 , Stand E600)

11:00-11:30 Uhr – Selfpublishing und der Buchmarkt (Forum autoren@leipzig Halle 5, Stand D600)

12:00-12:30 Uhr – Vorstellung studentischer Projekte des Studiengangs Buch- und Medienproduktion (Studium rund ums Buch, Halle 5, Stand D501/E500)

13:00-14:00 Uhr – Studium rund ums Buch (Studium rund ums Buch, Halle 5, Stand D501/E500)

14:00-15:00 Uhr – Digitaler Wandel in der Verlagsbranche (Read & Meet, Halle 5, Stand D602)

Freitag, 22.03.2019: Karrieretag!

10:30-11:00 Uhr – Mentoring-Programme in der Buchbranche (Fachforum 2, Halle 5, Stand F600)

11:00-12:00 Uhr – Kompetenz-Check – Was braucht die Buchbranche? (Fachforum 2, Halle 5, Stand F600)

12:00-13:00 Uhr – Dos and Don’ts bei Bewerbungen (Fachforum 1, Halle 5 , Stand E600)

12:00-13:00 Uhr – Ist der Weg das Ziel? (Fachforum 2, Halle 5, Stand F600)

12:30- 13:30 Uhr – Männlich, weiblich, fluid, divers – vom kreativen Umgang mit Geschlechterklischees (tolino media, Halle 5, D301)

13:00-14:00 Uhr – Passe ich überhaupt ins Lektorat? (Fachforum 2, Halle 5, Stand F600)

15:00-16:00 Uhr – Booktuber, Blogger, Influencer (Fachforum 1, Halle 5, Stand E600)

16:00-17:00 Uhr – Qualität zahlt sich aus (Preisverleihung des Gütesiegels für Volontariate) (Fachforum 1, Halle 5, Stand E6009

Ab 17 Uhr – JVM Get-together (JVM Stand, Halle 5, Stand 2)

Samstag, 23.03.2019

10:00-11:00 Uhr – Das Volontariat als Berufseinstieg in die Buchbranche (Studium rund ums Buch, Halle 5, Stand D501/E500)

12:00-12:30 Uhr – Blogger Relations: Was ist das und wenn ja, wie viele? Mit Bloggern zu mehr Reichweite (Forum autoren@leipzig, Halle 5, Stand D600)

16:00-17:00 Uhr – Alumnitalk: Mein Berufseinstieg nach dem Studium Buchwissenschaft (Studium rund ums Buch, Halle 5, Stand D501/E500)

Für Pausen empfehlen wir wie immer gemütliches Kaffeetrinken mit neuen Kontakten oder eine Runde Buchmessen-Bullshit-Bingo 🙂

Auch in diesem Jahr sind wir wieder mit einem Stand und einigen Veranstaltungen im Rahmen des Karrieretags am 22.03.2019 auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Das gesamte Programm des Karrieretags findet ihr hier. Kommt vorbei! 🙂

10:30 Uhr – 11:00 Uhr | Auftakt für das neue Mentoringprogramm des Junge Verlagsmenschen e. V. − Sei dabei und bewirb dich jetzt für die Runde 2019! | Fachforum 2

Nach dem Motto „Von JVM für JVM“ starten wir in diesem Jahr unser eigenes Mentoringprogramm exklusiv für Mitglieder mit dem Ziel Berufsanfänger und Berufserfahrene zu vernetzen. Ihr befindet euch in den ersten Berufsjahren und wünscht euch Orientierung in der Branche? Dann ist das Mentoringprogramm wie für euch gemacht. Zählt ihr euch bereits zu den erfahrenen jungen Verlagsmenschen habt ihr wiederum die Chance, als Mentor eure Schlüsselerlebnisse beim eigenen Berufseinstieg weiterzugeben und euch gleichzeitig mit anderen Mentoren bei gemeinsamen Treffen auszutauschen.

Auf der Leipziger Buchmesse erfahrt ihr alle Details zum Ablauf und dem Bewerbungsprozess. Zudem berichten Teilnehmer und Veranstalter weiterer Mentoringprogramme in der Buchbranche von ihren persönlichen Erfahrungen und den Vorteilen einer solchen Patenschaft. Unsere Gäste sind:

  • Theresa von Zepelin (Studentin Mediapublishing an der HdM; Alumna des Patenschaftsprogramm des Nachwuchsparlaments des Börsenvereins des deutschen Buchhandels)
  • Meiken Endruweit (Bücherfrauen)

Am Ende der Veranstaltung bleibt Zeit für eure Fragen. Eure Ansprechpartnerinnen aus der AG Young Professionals sind Jana Rahders, Kosmos Verlag, und Britta Fietzke, selbstständige Lektorin und Übersetzerin bei Sach | Verstand: youngprofessionals@jungeverlagsmenschen.de.  

16:00 Uhr – 17:00 Uhr | Auszeichnung und Meet & Greet: Die Jungen Verlagsmenschen verleihen die nächsten Gütesiegel für gute Volontariate | Fachforum 1

Qualität zahlt sich aus: Zum zweiten Mal vergeben wir das Gütesiegel für Volontariate und zeichnen damit Unternehmen in der Buchbranche aus, deren Volontariate einen hohen Ausbildungsstandard erfüllen. Bei einem Meet & Greet im Anschluss an die Verleihung habt ihr die Gelegenheit, die Gütesiegel-Träger persönlich kennenzulernen, euch mit aktuellen Volontärinnen und Volontären auszutauschen und den Personalverantwortlichen aus den ausgezeichneten Unternehmen Fragen zu stellen.  

17:00 Uhr | JVM Get together | Halle 5 (Standnummer 2)

Natürlich wird es am Messefreitag wieder ein Get-together am JVM-Stand geben! Im Anschluss an unsere Gütesiegelverleihung kannst du dich um 17:00 Uhr bei Speis und Trank mit anderen JVM austauschen.  

22:00 Uhr | Party der Jungen Verlage | Institut für Zukunft, An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig

Hier tanzt die Buchmesse! Nach der wohl schönsten Party im Pferdehaus vor 2 Jahren gehen wir wieder in den Club, diesmal ins IfZ – Institut für Zukunft. Am Buchmessefreitag werden hier ab 22 Uhr die Arme hochgerissen und Kontakte geknüpft. Man erholt sich vom Messetag und tanzt dem nächsten entgegen. Die Party wird präsentiert von einigen alten Hasen unter den unabhängigen Verlagen und Neuzugängen, über die wir uns jedes Jahr sehr freuen…  

Musik: Donis (Ilses Erika) & Johny Bravo (Disco 2019)

Es laden ein: AvivA Verlag, CulturBooks Verlag, Edition Nautilus,  Folio, Junge Verlagsmenschen e.V., Jungle World, Lektora, Liesmich Verlag, mirabilis Verlag, Satyr Verlag, Ulrike Helmer Verlag, Ventil Verlag, Verlag Klaus Wagenbach, Verlagshaus Berlin, Verbrecher Verlag, Voland & Quist, UV –  die Lesung der unabhängigen Verlage  

Eröffnungsrede bei der future!publish

Vom 24.−25.01.2019 fand in Berlin die 4. future!publish statt und auch die Jungen Verlagsmenschen waren wieder mit dabei. Diesmal ging es in die Konferenzräume des Mercure Hotels in Moabit. Hier sammelte sich ein breites Publikum aus der Buch- und Verlagsbranche, um über die Zukunft im Verlagswesen zu diskutieren.

Den Auftakt machte am Donnerstag Frank Eilers mit seiner Keynote zum Thema „Wo geht die Reise hin? Digitaler Wandel und die Zukunft der Arbeit“. Mit einer ordentlichen Prise Humor zeigte dieser, dass sich der digitale Wandel auf drei Ebenen zeigt: Technologie, Struktur und Einstellung. Zum digitalen Wandel gehöre aber auch eine bestimmte Haltung. Ohne die könne sich nichts verändern. Zum Abschluss schickte er die Teilnehmenden mit den motivierenden Worten „Ausprobieren, hinfallen, Spaß haben“ in die future!publish 2019.

Spielerische Ansätze und Möglichkeiten der Datenauswertung

Und passender hätte die Keynote nicht sein können: Die diesjährige future!publish war geprägt von spielerischen Ansätzen: Probleme lösen mit Playmobil, Motivationsboost durch Gamification und Agilität mit Lego. Aber auch Themen rund um KI, Data Driven Publishing und Marketing Automation fanden Platz im straffen Workshop- und Vortragsprogramm.

Im Workshop „Probleme spielend lösen – Mit Playmobil-Figuren“ lernten die Teilnehmenden, Situationen mit Hilfe von Figuren von außen zu betrachten und somit einfacher lösen zu können. Praktisch angegangen wurde dabei konkret die Verlagsbranche. Matthias Bannert und Yvonne de Andrés zeigten dann wiederum in einem anderen Workshop, wie Influencer-Marketing funktionieren kann und wie die Buchbranche bzw. Verlage das effektiv auch für sich nutzen können.

Am zweiten Tag wurde es dann sogar so kreativ, dass die vier Gruppen im Workshop „Geschäftsmodellhack – Durch schöpferische Zerstörung neue Wege und Konzepte finden“ ihre jeweiligen (fiktiven) Verlage komplett auseinandernehmen durften. Alle auffindbaren Probleme sollten gekennzeichnet werden und mit einer möglichst kreativen, vielleicht sogar noch nicht dagewesenen Lösung behoben werden. Das führte in einer Gruppe dazu, dass es den Verlag nicht mehr gab, sondern zu einer Content-Agentur wurde, die rein als Dienstleister fungiert.

Dieser kleine Einblick in die Workshops zeigte schon das immense Potential an Kreativität, das in unserer Branche vorherrscht. Wir müssen es nur anzapfen und zu nutzen wissen, um auch größere Probleme lösen zu können, also einfach ausprobieren, hinfallen und Spaß haben.

Verleihung des Buchtrailerwards jetzt in zwei Kategorien

Am Abend des ersten Kongresstages wurde außerdem wieder der Buchtraileraward verliehen – diesmal sogar in zwei Kategorien. Platz 1 ging an den Brandstätter Verlag mit „Haya Molche und Söhne: Tel Aviv“.

In der neuen Kategorie Kinder- und Jugendbuch konnte „Der Panther“ aus dem Kindermann Verlag abräumen. Entgegengenommen wurde die Urkunde von der Illustratorin persönlich.

Wir sagen herzlichen Glückwunsch und bedanken uns recht herzlich bei der future!publish für zwei spannende, vollgepackte Tage mit Zukunftsideen. Bis nächstes Jahr!

[Beitrag von Britta Fietzke und Lina Scherpe]