Beiträge

von Alina Schmidt

Man hört heutzutage oft, dass immer weniger und vor allem kaum junge Menschen lesen. Doch schaute man sich in den Buchläden und auch auf der Frankfurter Buchmesse um, schien das ein Irrtum zu sein. Auch bei der Veranstaltung „How to Bookstagram“ am Messesamstag, dem 20. Oktober 2019, waren vor allem junge Leute anwesend. Auf dem Podium waren fünf Bookstagrammer*innen und Booktuber*innen versammelt, die ein paar Tipps zum Beginnen eines Bookstagram-Accounts gegeben haben.

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von Carina Harter

Social Media ist mehr als nur ein vorübergehender Trend. Wer potentielle Kund*innen erreichen und auf sich aufmerksam machen möchte, kann heute kaum noch auf einen Online-Auftritt in sozialen Medien verzichten. Das gilt auch für den Buchhandel.

Darüber berichteten am Messefreitag die Buchhändlerinnen Carolin Wolf und Johanna Maria Lammert-Bohnenkamp auf der Publishing Services & Retail Stage der Frankfurter Buchmesse.

Carolin Wolf betreibt seit sechs Jahren eine eigene kleine Buchhandlung im Bruchsal; in der Region muss sie sich gegen vier weitere Buchhandlungen bestehen. Social Media ist dafür ihr wichtigstes Werbemedium. Für ihre Buchhandlung hat sie eine erfolgreiche Online-Präsenz aufgebaut und bietet Workshops zum Thema für andere BuchhändlerInnen an, in denen sie ihre Erfahrungen im Umgang mit Sozialen Medien teilt.

Zu Beginn ihres Vortrages verglichen die beiden Buchhändlerinnen die Situation des Buchhandels vor 30 Jahren mit heute: hatte der Buchhandel vor 30 Jahren nur wenige Konkurrenzbranchen, muss er sich heute gegen eine Vielzahl von konkurrierenden Branchen und Medien durchsetzen. Um neben Online-Handel, Streaming-Plattformen und anderen Social Media Kanälen wettbewerbsfähig zu bleiben, sei eine gut organisierte Präsenz in Sozialen Netzwerken mittlerweile für Buchhändler*innen zur Notwendigkeit geworden. Denn, so Lammert-Bohnenkamp: Die Kund*innen sind bereits online und müssen nur noch abgeholt werden.  Social Media böte die Chance, Inhalte direkt an (potentielle) Kund*innen zu transportieren und auf sich aufmerksam zu machen

Welche Plattformen eignen sich am besten?

Unter der Vielzahl von Social Media Plattformen gelte es zunächst, die passende für die eigene Buchhandlung zu finden. Wolf und Lammert-Bohnenkamp fassten in ihrem Vortrag die wichtigsten Medien zusammen. Für sie wäre dabei Facebook die relevanteste Plattform, die Buchhändler*innen nutzen können, um auf sich aufmerksam zu machen. Besonders nützlich wären die Funktionen, Veranstaltungen und Livestreams zu erstellen. Veranstaltet die Buchhandlung etwa eine Lesung und hat eine*n Autor*n eingeladen, könnte so auf das Event Aufmerksam gemacht werden.

Instagram wäre ebenfalls sehr nützlich. Besonders die Story-Funktion könnte gut eingesetzt werden, den Alltag eine*r Buchhändler*in authentisch und persönlich zu präsentieren.

Natürlich gäbe es neben Facebook und Instagram viele weitere Plattformen wie Twitter oder YouTube. Für den Einstieg in Social Media empfahlen die beiden Buchhändlerinnen allerdings, nicht gleich alles auf einmal zu erobern. Facebook und Instagram eigneten sich gerade deshalb gut, weil sie sich leicht miteinander verknüpfen ließen, die zwei Plattformen gleichzeitig einfach zu bedienen wären.

Wie setzt man diese Medien ein?

Wolf und Lammert-Bohnenkamp setzten auf ein authentisches Auftreten, das nicht nur Bücher zeige, sondern auch den Alltag in der Buchhandlung widerspiegele.  Die Kund*innen interessierten sich laut Lammert-Bohnenkamp, was in der Buchhandlung passiere – ob lustige Anekdoten und Zwischenfälle oder die Frage „Wie kommt das Buch in die Buchhandlung?

Präsenz in den Sozialen Medien zu sein und sich zu vernetzen, das wäre das grundsätzlich wichtige. AutorInnen und Verlage wären auch in sozialen Medien vertreten. Würde eine Veranstaltung geplant, sollte auf allen Kanälen darauf aufmerksam gemacht werden. Beteiligte Personen könnten markiert und deren Beiträge über die Veranstaltung geteilt werden. Das erhöhe die Reichweite.

Welche Auswirkungen hat der Einsatz von Social Media?

An den Vortrag schloss sich eine Fragerunde an. Welche konkreten Veränderungen die Buchhändler*innen durch den Einsatz von Social Media spürten? Das Einsparen von Printwerbung wäre besonders stark finanziell bemerkbar. Ein großer Teil des Ticketverkaufs für Veranstaltungen spiele sich über Social Media ab. Direktes Feedback von Kund*innen verdeutliche, dass die Präsenz in den sozialen Medien tatsächlich bei den Menschen ankomme. Viele Kund*innen sprächen die Buchhändlerinnen gezielt auf von ihnen geposteten Inhalte und Bücher an. So könnten Carolin Wolf und Johanna Maria Lammert-Bohnenkamp bereits unmittelbare, positive Auswirkungen des Einsatzes von Social Media auf die Buchhandlung verzeichnen.


Artikel verfasst von Carina Harter im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

von Roxana Frey

Dass Podcasts gerade in aller Munde, oder vielmehr in aller Ohren, sind, ist bereits bekannt. Dabei sind gerade Literaturpodcasts in den letzten Jahren zum Trend geworden, die von einzelnen Personen, aber auch von großen Verlagsgruppen produziert werden. Aus diesem Anlass lud „Frankfurt Authors“ am Freitag, den 18.10.2019, auf der Buchmesse zum Vortrag „Podcasts: Wie Verlage und Autorinnen das Medium optimal nutzen“ ein. Unter der Moderation von Wolfang Tischer vom literaturcafe.de, berichteten vier geladene Gäste über ihre Erfahrungen mit Podcasting – privat und beruflich.

Frank Stockmann, selbsternannter „Vital Trainer“, Autor und ehemaliger Host vom „Jetzt- Blond-Podcast“ erzählte von seinen Erfahrung, wie man „einen Podcast an die Wand fährt“: Vor kurzem trennte er sich von seinem Podcast-Partner, seinem Friseur Sezar Minasyan , mit dem er sich über Haare, Liebe und dem Mut zur Veränderung unterhielt. Grund für den fehlenden Erfolg des Podcasts war, laut Stockmann, der Mangel an Authentizität. Der Podcast bot den falschen Content für die Zielgruppe, die er ansprechen wollte, was er auf seiner falschen Motivation begründet: Der Podcast entstand in erster Linie, um seinen Roman zu vermarkten. Aus diesem Misserfolg zog Stockmann seine Schlüsse und startet bald seinen neuen Podcast, in dem er sich mit ehemaligen Profisportlern über das Thema „Mentaltraining“ unterhalten wird.

Florian Kessler ist Lektor beim Hanser Literaturverlag und Herausgeber des Literatur-Podcasts „Hanser Rauschen“, wo alle 14 Tage Schaffende aus dem Literaturbereich zu Gast sind und sich mit Lektorinnen des Verlags über Bücher und vieles mehr unterhalten. Der Podcast erfreut sich großer Beliebtheit, wobei Kessler das Medium als ein „riesiges Feuilleton“ sieht:
Dabei geht es vor allem darum, sich nicht von großen Zahlen verführen zu lassen. Gestartet wurde der Podcast mit der Lautsprecherfunktion des Firmentelefons und einem Handy, wobei der Podcast stetig an Professionalität zunimmt. Trotzdem war es Kessler immer wichtig, dieses „nicht-perfekt-sein“ an die Hörer*innen zu transportieren – denn so bleiben die Themen authentisch.

Für diese Authentizität bei Podcasts plädiert auch Autorin Klaudia Zotzmann-Koch, die schon seit Anfang der 2000er Podcasts hört und selber produziert. Viel falsch machen könne man beim Podcasting gar nicht – es lohne sich vor allem das Feedback der Hörerschaft ernst zu nehmen und Websites wie Sendegate.de zu nutzen, um zu ergründen was die Leute
tatsächlich interessiert.

Karin Pfaff, Senior Manager Digital Development, sprach stellvertretenden für die Random-House Verlagsgruppe, die mittlerweile mit vier prominenten Podcasts auf dem Markt vertreten sind. Ziel ist es damit vor allem junge Leute auf einer Plattform zu erreichen, da sich auch die Verlagswelt in einem Digitalisierungsprozess befindet. Das Problem bei Podcast sei aber auch, dass sich der Erfolg schwer in Zahlen messen lassen kann, da ausführliche Statistiken fehlen.

Der gesamte Vortrag ist auf www.literaturcafe.de als Podcast verfügbar.


Artikel verfasst von Roxana Frey im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

von Roxana Frey

Der Traum ein eigenes Buch auf den Markt zu bringen scheint für viele unvorstellbar. Dass das jedoch gar nicht so schwer ist, zeigte der von der Gourmet Gallery und Travel Salon veranstaltete Vortrag zum Thema: „Wie pitche ich meine Buchidee? Autoren und Blogger verraten wie es geht“ am 18.10 auf der Frankfurter Buchmesse 2019.

Im Rahmen des „Food und Travel Talks“ waren am Freitag die Autorin Gesa Neitzel (Frühstück mit Elefanten / The Wonderful Wild), Literaturagentin und Autorin Alexandra Schlüter und Verlegerin Marianna Hillmer (Reisedepeschen Verlag) zu Gast und erklärten, wie man den perfekten Pitch für seine Buchidee verfasst.

Dabei ist das Schreiben an sich der erste Schritt. Laut Gesa Neitzel ist das meistens die schwierigste Aufgabe: „Du redest immer davon, dass du gerne schreiben möchtest und hast ganz viele Notizbücher und tolle Kugelschreiber, aber eigentlich schreibst du gar nicht“. Dem kann Marianna Hillmer nur zustimmen. Ihren Verlag erreichen sehr viele Anfragen, aber vielen fehlt die konkrete Idee für ein interessantes Exposé. Diese Erfahrung macht auch Alexandra Schlüter mit ihren Autoren – ein Konzept hilf auch ihnen selbst Struktur in ihr Vorhaben zu bringen. Dabei sollte der Pitch nie länger als 3-5 Minuten sein.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vita des Autors: Wurde bereits etwas publiziert? Gibt es einen Blog? Diese Fragen stellt sich ein Verlag, wenn er eine E-Mail mit einem Exposé erhält. Dass man selbst nie früh genug damit beginnen kann sich zu vermarkten, weiß auch Gesa Neitzel: Eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein darf bei einem Pitch nicht fehlen. Sie startete mit einem Reiseblog, woraufhin ihr Anfragen von Literaturagenten und Magazinen zugesendet wurden. So kam sie auf unkonventionelle Weise zu ihrem ersten Buchvertrag: Neitzel wollte eine Ausbildung zur Rangerin in Afrika machen, wofür ihr leider das Geld fehlte. Um ihren Traum verwirklichen zu können, entwickelte sie die Idee ein Buch über dieses Thema zu schreiben, um sich mit dem Geld die Ausbildung zu finanzieren. Über Kontakte kam sie zum Ullsteinverlag, der letztendlich ihr Werk „Frühstück mit Elefanten“ verlegte. Leidenschaft und Durchhaltevermögen sei bei diesem Vorhaben das Wichtigste – teilweise wird man bis zu 40 Mal von Verlagen abgelehnt bis man letztendlich doch einen Buchvertrag erhält. Der klassische Weg ist es sich mit einem Manuskript direkt an einen Verlag oder Literaturagenten zu wenden.

Alexandra Schlüter hilft den AutorInnen dabei ein Buchkonzept zu entwickeln und den passenden Verlag für das geplante Buch zu finden. Das persönliche Gespräch mit dem Verleger folgt danach. Wichtig ist dabei vor allem die persönliche Beziehung zwischen und AutorIn und LektorIn – wenn das nicht passt, kann es auch mit dem Buch nicht funktionieren, weiß Marianna Hillmer.


Artikel verfasst von Roxana Frey im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

von Mona Klinkhardt

Das Thema Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle – auch in der Buchbranche, wie die Vielzahl der Veranstaltungen auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse dazu zeigen.

Am Messe-Donnerstag fand in Zusammenarbeit mit BuchMarkt auf der Publishing Services & Retail Stage in Halle 4.0 eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Nachhaltigkeit in der Buchproduktion“ statt. TeilnehmerInnen waren Ernst Gugler, Geschäftsführer der Gugler GmbH, Markus Hatzer, Verleger des Löwenzahn Verlags, Dr. Nadja Kneissler, Leiterin des Delius Klasing Verlags und Stefanie Langner, Herstellungsleiterin des S. Fischer Verlags.

Durch die bunte Mischung der Gäste konnte ein interessanter Überblick über den Status quo aber auch geplante weitere Vorgehen der unterschiedlichen Unternehmen gegeben werden, die alle ganz eigene Erfahrungen mit dem Thema Nachhaltigkeit und ökologischer Produktion gemacht haben.

Dabei reichen die Versuche vom Weglassen der Einschweiß-Folie bis hin zum Cradle-to-Cradle-Prinzip. Cradle to Cradle (C2C) bedeutet „von der Wiege zur Wiege“, wobei in Produktkreisläufen gedacht wird, also alle Materialien wiederverwertet werden können und kein Müll entsteht. Die Druckerei Gugler hat sogar ein C2C-inspiriertes Gebäude gebaut: 97 % aller verwendeten Baustoffe sind recyclingfähig – das Gebäude besteht aus Holz, 30–40% der Bauteile hatten schon ein Vorleben. So wurde Recyclingbeton genutzt, altes Papier zu Dämmstoff verarbeitet und alte Druckplatten verwendet, um das Gebäude von außen zu schützen. Außerdem gibt es Nistkästen für Turmfalken und im Unternehmen wird vegetarisch gekocht.

Auch Verlage bemühen sich um Nachhaltigkeit

Ein Kunde der Druckerei ist der Löwenzahn Verlag. Sie stellten fest: Wenn man der Linie treu bleiben und seiner Zielgruppe entsprechen will, muss man eigentlich Cradle to Cradle drucken – deshalb wurde die Produktion im Juli 2019 komplett umgestellt. Damit sei Löwenzahn momentan der einzige deutsche Verlag, der alle seine Novitäten vollständig nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip produziert. Das sei ein großer Schritt, aber man müsse es so machen, sagt Verleger Markus Hatzer – auch wenn es bezüglich der Herstellungskosten eine Herausforderung sei. Laut ihm sollten die Menschen keinen negativen Fußabdruck hinterlassen, sondern einen positiven. Als Produzent müsse man deshalb Qualität neu definieren:

Ein gutes Produkt ist nicht dann ein gutes Produkt, wenn es optisch ansprechend ist, wenn die Inhalte schön gestaltet sind, wenn die Aufschlagsqualität des Buches gut ist, sondern wir sprechen dann von guter Qualität, wenn die verwendeten Inhaltsstoffe, wenn das Produkt an sich frei von jeglichen Schadstoffen ist. Wir sprechen dann von einem guten Produkt, wenn das Produkt recyclingfähig ist, rückstandsfrei ist. Und wir sprechen dann von einem guten Produkt, wenn es so hergestellt worden ist, dass es positiv ist fürs Klima und nicht negativ ist fürs Klima.

Doch Gugler betonte auch, dass sein Unternehmen „nicht perfekt“ sei, denn nachhaltig wirtschaften sei ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess.

Am Beginn dieses Prozesses befindet sich der bis jetzt absolut nicht für Nachhaltigkeit bekannte Delius Klasing Verlag – produzierten sie doch untere anderem Magazine für Porsche und über Mega-Yachten. Für das neue Buch über Fridays for Future, das in Zusammenarbeit mit den Aktivisten und Aktivistinnen entstand, war sehr schnell klar: Dieses Buch kann nicht auf konventionelle Weise hergestellt werden. Daraufhin beschäftigten sie sich intensiv mit der Thematik und produzierten das Buch komplett klimaneutral bzw. klimapositiv – natürlich bei der Druckerei Gugler. Künftig sollen nun zunehmend Bücher auf diese Art hergestellt werden. Das Projekt hatte einen großen Effekt auf den ganzen Delius Klasing Verlag: Im Nachhinein wurde überlegt, wie man sich nachhaltiger und ökologisch sinnvoller aufstellen kann – so gibt es nun für die MitarbeiterInnen keine Inlandsflüge mehr, stattdessen Sammelfahrten, Job-Räder und auch ein ökologischeres Kopierpapier. Außerdem wird ein Green Award an MitarbeiterInnen verliehen.

Solch einschneidende Maßnahmen gestalten sich für große Verlagshäuser wie S. Fischer natürlich komplizierter. Gerade aus herstellerischer Sicht blieben Preis und Verfügbarkeit absolut mitentscheidend, gesteht Stefanie Langner. Trotzdem will die gesamte Holtzbrinck-Gruppe künftig umweltfreundlicher agieren, wobei der Schwerpunkt auf der CO2-Emmission liegt. Denn sie hätten festgestellt, dass sie sich eine Hauptüberschrift geben müssen, an der sie weitere Maßnahmen bemessen. Der Umzug von Rowohlt aus einem „klimatisch hochproblematischen Gebäude“ sei ein plakatives Beispiel dafür. Insgesamt konnten in der gesamten Unternehmensgruppe in den letzten Jahren bereits 30 % der CO2-Emmissionen reduziert werden. Der größte Faktor dabei sei das Papier, da der Herstellungsprozess ein energetischer sehr aufwändiger Prozess ist. Danach kommt der Transport – deshalb hat der Verlag sich vorgenommen, sich die Transportkette genau anzuschauen und zu prüfen, wo man hier Effekte erzielen kann.

Manches ist schwieriger, als gedacht

Einfach die Folie wegzulassen, was sich erst nach einem schnell umzusetzenden Schritt anhört, sei gar nicht so einfach – in einigen Handelsstufe sei die Akzeptanz zu gering. Der Buchhändler muss nach wie vor Überzeugungsarbeit leisten, wenn der Kunde nach einem eingeschweißten Buch fragt. Hier muss ein großer Umdenkprozess angestoßen werden.

Oft beschäftigen sich umweltfreundlich hergestellte Bücher auch mit dazu passenden Themen wie Naturkosmetik und gesunder Lebensweise, da hier die Akzeptanz am größten ist. Auch im Kinderbuchsektor werden Cradle-to-Cradle oder nachhaltig hergestellte Bücher gut angenommen. Bei einem breit aufgestellten Publikumsverlag stellt sich die Frage, ob dies auch bei einem Thriller oder einem historischen Unterhaltungsroman funktionieren wird und vermittelbar ist. Doch auch dies gelte es, irgendwann auszuprobieren, zu wagen, so Lagner.

Auch im Vorstand des Börsenvereins wird das Thema Nachhaltigkeit intensiv diskutiert, wie Dr. Kneissler, Vorsitzende des Verlegerverbandes, berichten konnte. Künftig ist eine Website oder ähnliche zentrale Quelle geplant, auf der Informationen abrufbar sind, wie man als Mitglied der Branche klimafreundlich agieren kann.

Moderator Leander Wattig von ORBANISM fasste zusammen: Wichtig sei zum einen Bewusstseinsschaffung/-stärkung bei den Kunden, zum anderen Kooperationen und Zusammenarbeit in der Forschung.


Artikel verfasst von Mona Klinkhardt im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

Zum zehnjährigen Jubiläum des Junge Verlagsmenschen e.V. geht das neue Mentoringprogramm 2019 in die erste Runde. Unter dem Motto „für Junge Verlagsmenschen von Jungen Verlagsmenschen“,  können sich die Young Professionals im Verein als Mentoren für Berufseinsteiger*innen, Volontär*innen, Student*innen, und Praktikant*innen einsetzen und diese bei der Karriereplanung unterstützen. 

Das Mentoringprogramm läuft über neun Monate, in denen sich Mentor*in und Mentee regelmäßig austauschen. Als Rahmenveranstaltungen werden ein Kennenlern-Kickoff beim Jahrestreffen vom 12.-14. Juli auf dem mediacampus frankfurt, eine Midterm-Veranstaltung mit Workshops zum Weiterbilden im November und ein Abschlusstreffen 2020 auf der Leipziger Buchmesse  angeboten. Neben dem individuellen Austausch zwischen Mentor und Mentee profitieren beide Seiten durch Experten-Workshops zu verschiedenen Themen wie Gesprächsmoderation.

„Schon seit längerer Zeit liegt es uns am Herzen, ein Mentoringprogramm für Berufseinsteiger anzubieten. Mit dem JVM Mentoring können sich die Teilnehmer nicht nur intensiv vernetzen, sondern auch wichtige Soft Skills lernen und einen großen Schritt in ihrer Karriereplanung machen.“, erläutert die 2. Vorsitzende Britta Fietzke.

Die Teilnahme am Mentoringprogramm kostet für Mentees 150 € (inkl. Eintritt zu allen genannten Veranstaltungen) und ist exklusiv für Mitglieder des Junge Verlagsmenschen e.V. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 30. April.

Mehr Informationen zum Mentoringprogramm:

https://jungeverlagsmenschen.de/karriere/mentoring/

Pressekontakt:
Britta Fietzke
britta.fietzke@jungeverlagsmenschen.de
Tel: 0177 / 835 48 63

Über den Junge Verlagsmenschen e.V.:

Der Junge Verlagsmenschen e.V. ist mit über 800 Mitgliedern in 13 Städtegruppen das größte Nachwuchsnetzwerk der Buch- und Medienbranche. Er bietet Young Professionals, Berufsanfänger/innen und Studierenden eine unabhängige Plattform, um sich auszutauschen, weiterzubilden und zu organisieren. Die AG Young Professionals organisiert das Mentoringprogramm.