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Wieder haben drei Unternehmen der Buchbranche es geschafft, den Qualitätskriterien des Junge Verlagsmenschen e.V. zu entsprechen: Sie wurden auf der Leipziger Buchmesse mit dem Gütesiegel für Volontariate ausgezeichnet. Die zweite Runde Gütesiegel vergab der Nachwuchsverein im Rahmen des Karrieretags an das Holtzbrinck-Literaturportal LovelyBooks, den Wissenschaftsverlag Hogrefe und den Fachverlag Eugen Ulmer. Die Unternehmen erfüllten alle Kriterien für ein gutes Volontariat und setzen sich darüber hinaus nachhaltig für die Ausbildung des Branchennachwuchses in ihren Unternehmen ein. Im Anschluss an die Verleihung gab es bei einem Meet&Greet die Möglichkeit, Vertreter der ausgezeichneten Unternehmen und deren VolontärInnen persönlich zu treffen und mit ihnen über Berufseinstiegsmöglichkeiten zu sprechen. 

Selina Reimer, Vorstandsmitglied und Sprecherin der AG Nachwuchsrechte: 

„Wir sind sehr glücklich darüber, dass sich das Gütesiegel nun etabliert hat, seit wir es auf der Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal an den Ernst Klett Verlag, Open Publishing und Kiepenheuer & Witsch vergeben haben. Aus zahlreichen Bewerbungen, die seitdem über unsere AG Nachwuchsrechte eingegangen sind, konnten wir aus der Branche wieder drei Unternehmen hervorheben, die sich besonders um eine gute Ausbildung für ihre VolontärInnen bemühen.“ 

Über das Gütesiegel: 

Für das Gütesiegel können sich Unternehmen der Buchbranche im deutschsprachigen Raum sowie deren VolontärInnen mit der Einreichung eines Fragebogens bewerben. Voraussetzung für den Erhalt des Gütesiegels ist die Erfüllung verbindlicher Ausbildungsstandards, zu denen beispielsweise ein Ausbildungsplan, Fortbildungen, eine feste Betreuung, Feedbackgespräche und eine Überstundenregelung gehören. Die Kriterien für die Vergabe orientieren sich u. a. an den Volontariaten in Presse- und Zeitschriftenverlagen, die größtenteils mithilfe von Tarifverträgen geregelt sind. Um ein objektives Bild zu erhalten, wird der Fragebogen von der Personalabteilung sowie von mindestens drei Volontären unabhängig voneinander ausgefüllt. Die Gütesiegel werden nach positiver Prüfung für zwei Jahre in regelmäßigen Abständen durch die AG Nachwuchsrechte des Junge Verlagsmenschen e.V. vergeben. Die Ergebnisse der Prüfung werden für jeden Verlag in einem Gütesiegelbericht dokumentiert und können auf der Webseite des Vereins öffentlich eingesehen werden. 

Cigdem Aker, 1. Vorsitzende der Jungen Verlagsmenschen, zu den Zielen des Gütesiegels: „Das Volontariat ist in den meisten Verlagen immer noch der klassische Berufseinstieg für Hochschulabsolventen und -absolventinnen. Mit dem Gütesiegel und seinen transparenten Qualitätskriterien wollen wir dazu beitragen, dass auch in Zukunft die besten Nachwuchskräfte ihren Weg in die Branche finden.“ 

Und das sagen die ausgezeichneten Unternehmen: 

aboutbooks GmbH (LovelyBooks.de), Anja Spägele: 

„Wir freuen uns sehr, das Gütesiegel der Jungen Verlagsmenschen für unsere Volontariate zu erhalten! Als ehemalige Volontärin weiß ich wie wichtig es unserem Unternehmen ist, das Volontariat spannend und lehrreich zu gestalten. Es ist mir ein ganz persönliches Anliegen meinen Teil dazu beizutragen: Mit unserem Volo-Projekt, welches die Volontäre selbstständig gestalten und bearbeiten, möchten wir die individuellen Stärken der Volontäre fördern und Ihnen die Chance der Weiterentwicklung geben. So haben wir schon zahlreiche spannende und erfolgreiche Projekte gemeinsam umsetzen können.“ 

Hogrefe GmbH & Co.KG: 

„Wir sehen das Volontariat als Chance, um mit jungen Fachkräften in Kontakt zu kommen und sie nach der fundierten Ausbildung während des Volontariats als langjährige Mitarbeitende zu gewinnen. Unsere Volontäre profitieren während ihrer Ausbildung von dem motivierenden Arbeitsumfeld bei Hogrefe, vielen Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, fairer Vergütung und vielen weiteren Benefits.“ 

Verlag Eugen Ulmer: 

„Wir freuen uns sehr und gratulieren den beiden Verlagen, die ebenfalls das Siegel erhalten! Für den Verlag Eugen Ulmer, der trotz der 160 Mitarbeiter familiär geprägt ist, ist dieses Gütesiegel eine große Auszeichnung. Erst im Zuge der Bewerbung wurde uns bewusst, dass das, was wir in der Ausbildung tun, offenbar nicht selbstverständlich ist. Dabei ist es für uns nicht nur ein Herzensanliegen, wir sehen auch die Verantwortung gegenüber den jungen Menschen und den Branchen, in denen wir tätig sind. Nicht zuletzt signalisiert das Siegel unseren Zielgruppen, dass ein Volontariat in einer crossmedial und eigenverantwortlich arbeitenden Fachredaktion bei Ulmer attraktiv ist und eine Basis für ein erfolgreiches Berufsleben bietet. Wir bedanken uns bei den Jungen Verlagsmenschen für die Entscheidung, aber auch bei unseren Volontär*Innen, die sich – unabhängig – so positiv geäußert haben. Das Siegel ist Ansporn für uns, Auszubildende und Volontäre weiterhin gut auszubilden und zu betreuen und diese Aufgabe weiterzuentwickeln.“ 

Mehr Informationen zum Gütesiegel: 

www.jungeverlagsmenschen.de/guetesiegel 

Pressekontakt: 

Selina Reimer 

Junge Verlagsmenschen e.V. Schatzmeisterin selina.reimer@jungeverlagsmenschen.de 0163/3504619 

Über den Junge Verlagsmenschen e.V. 

Der Junge Verlagsmenschen e. V. ist mit über 800 Mitgliedern in 13 Städtegruppen das größte Nachwuchsnetzwerk der Buch- und Medienbranche. Er bietet Young Professionals, Berufsanfänger*innen und Studierenden eine unabhängige Plattform, um sich auszutauschen, weiterzubilden und zu organisieren. Seit Mitte 2014 gibt es innerhalb des Vereins die AG Nachwuchsrechte, die sich gezielt den Interessen des Nachwuchses widmet und in den Jahren 2015 und 2017 eine Umfrage zu den Arbeitsbedingungen des Branchen-nachwuchses durchgeführt hat. Diese Umfrage diente als Basis für die spätere Ausarbeitung des Gütesiegels für Volontariate. 

Kurz vor der nächsten Gütesiegelverleihung schließen wir unsere erste Runde „Ausgezeichnet! Gütesiegelträger im Gespräch“ mit dem dritten Preisträger der ersten Stunde – Open Publishing. Was Open Publishing als guten Arbeitgeber ausmacht und worauf das Unternehmen besonders Wert legt, lest ihr in diesem Interview.

Open Publishing scheint vielleicht auch aufgrund der Größe ein Arbeitgeber zu sein, bei dem sich die Mitarbeiter sehr wohl fühlen. Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um ein positives und motivierendes Betriebsklima zu herzustellen – gerade im Hinblick auf den Nachwuchs?

Dr. Julius Mittenzwei, Geschäftsführer: Wir verstehen uns als Open Publishing Familie mit flachen Hierarchien und nahbaren Geschäftsführern, um ein angenehmes und motivierendes Betriebsklima zu schaffen. Dazu gehören auch unsere Volontäre, denen wir schon früh Verantwortungen übertragen. Beispielsweise gibt es Projekte, an denen Volontäre komplett selbständig arbeiten. Darüber hinaus haben wir durch unsere agilen Arbeitsprozesse ein Start-up-Feeling erhalten. Gleichzeitig können wir die Sicherheit eines erwachsenen Unternehmens bieten.

Was erhoffen Sie sich vom Gütesiegel für Ihr Unternehmen und die Branche insgesamt?

Dr. Julius Mittenzwei: Als Arbeitgeber stehen wir im ständigen Wettbewerb mit anderen Unternehmen um die besten Mitarbeiter. Deshalb ist es für uns wichtig, dass wir für potenzielle Bewerber sichtbar sind und unsere Bekanntheit steigt. Das JVM-Gütesiegel zeigt zukünftigen Mitarbeitern, dass sie bei uns nicht nur ein angenehmes Arbeitsklima finden werden, sondern auch eine sehr gute Ausbildung angeboten wird. Des Weiteren hoffen wir, dass sich durch Gütesiegel dieser Art die Qualität der Volontariate in der Branche insgesamt verbessern wird.

Was braucht es aus Ihrer Sicht, um als Nachwuchskraft in einem Unternehmen anzukommen und sich als Teil des Teams zu fühlen?

Anja Spägele, ehemalige Volontärin, mittlerweile Marketing Managerin: Wichtig sind ein fester Ansprechpartner, regelmäßige Feedbackgespräche und eine gewisse Wertschätzung der eigenen Arbeit und Person. Bei Open Publishing ist das alles vorhanden und ich konnte mich nicht nur mit der Arbeitsweise, sondern auch mit der lieben Bürogemeinschaft identifizieren.

Wie wichtig ist Ihnen der Erfahrungsaustausch mit anderen Volontärinnen und Volontären und inwiefern wird dieser bei Open Publishing gefördert?

Anja Spägele: Den Austausch mit den anderen Volontärinnen und Volontären schätze ich sehr. Hier wird nicht nur eine gegenseitige Hilfestellung geboten, sondern auch konkret über Verbesserungswünsche geredet, die dann auch direkt mit der Geschäftsleitung besprochen werden können. Dazu gibt es einen regelmäßigen Volo-Stammtisch. Außerdem betreuen wir Volos gemeinsam ein Facebook-Projekt, bei dem vor allem der Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit auch über die verschiedenen Abteilungen hinaus im Vordergrund stehen.

Was möchten Sie zukünftigen Volontären bei der Wahl ihres Arbeitgebers mit auf den Weg geben?

Ich persönlich finde es gut, wenn bei einem Volontariat der Ausbildungscharakter im Vordergrund steht. Eine Arbeit, in der man nach zwei Monaten bereits vollwertige Arbeit leistet, ist für mich kein richtiges Volontariat. Die Volontariatszeit sollte dazu da sein, Fragen stellen zu können, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich auch selbst ausprobieren zu können.

Auf der Frankfurter Buchmesse hat die AG Nachwuchsrechte die ersten Gütesiegel für vorbildliche Volontariate vergeben. Doch wer sind die Preisträger und was machen sie richtig?

In der Interviewreihe Ausgezeichnet! Gütesiegelträger im Gespräch stellen wir nun die Verlage und ihre Volontäre vor.

  • Ihre Volontäre haben die Möglichkeit, in anderen Abteilungen oder sogar externen Unternehmen Einblicke zu erhalten. Was erhoffen Sie sich davon? Würden Sie dies anderen Verlagen auch empfehlen?

Wir möchten im Ernst Klett Verlag unseren Volontären mit der Möglichkeit, andere Abteilungen oder externe Unternehmen kennenzulernen, einen Blick über den Tellerrand hinaus bieten. Dieses breite Spektrum an Einblicken in andere Abteilungen fördert das Verständnis der Volontäre für die ganzheitliche Lehrwerkserstellung. Dadurch wird den Volontären ermöglicht ein Verständnis dafür zu entwickeln, welche Informationen für welche Abteilung wann wichtig sind und warum diese Abteilungen bestimmte Informationen benötigen. Damit verbunden ist auch das „Netzwerken“ im gesamten Unternehmen – über Abteilungen und Standort hinweg. Unsere Erfahrung ist, dass der Austausch mit Kollegen außerhalb der Abteilung die Entwicklung von Ideen über Abteilungsgrenzen hinweg fördert. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir anderen Verlagen ebenfalls, den Volontären einen Einblick in andere Abteilungen/Bereiche zu ermöglichen.

  • Sie bieten Ihren Volontären einige Zusatzleistungen. Was kommt am besten an?

Unsere Volontäre wissen alle Leistungen zu schätzen. Es macht wohl der bunte Mix aus sozialen Leistungen und Personalentwicklungsmaßnahmen aus, wie z. B. der Fahrtkostenzuschuss, der Ausbildungsplan, Meilensteingespräche, Weiterbildungsmöglichkeiten und 13,5 Gehälter. Wir können dies also nicht an einer einzelnen Leistung festmachen.

  • Was erhoffen Sie sich vom Gütesiegel für Ihr Unternehmen im Speziellen und die Branche im Allgemeinen?

Das Gütesiegel im Speziellen symbolisiert den hohen Stellenwert, den die Volontärsausbildung innerhalb des Ernst Klett Verlags hat. Es ist ein Signal nach außen, dass unsere Volontäre auch nach ihrer Ausbildung auf ihrer weiteren Laufbahn von unseren hohen Ausbildungsstandards profitieren. Wir erhoffen uns dadurch einen guten Bewerberzulauf von qualifizierten und motivierten Kandidaten sowie eine erfolgreiche und frühzeitige Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte. Auf diese Weise präsentieren wir uns als attraktiver Arbeitgeber und mitarbeiterorientiertes Unternehmen nach außen.

Auch für die anderen Unternehmen der Branche bietet das Gütesiegel die Möglichkeit, durch Volontariate frühzeitig qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen. Auch für die Berufsanfänger, die bisher noch keinen Einstieg in der Medienbranche in Erwägung gezogen haben, setzt das Gütesiegel ein positives Signal und symbolisiert einen hohen Qualitätsanspruch an die Ausbildungsstandards innerhalb der Medienbranche. Das Gütesiegel ist somit auch Werbung für die guten Ausbildungsmöglichkeiten in der Medienbranche.

Fragen an Volontäre

  • Es besteht die Möglichkeit, während des Volontariats Einblicke in andere Abteilungen oder sogar externe Unternehmen zu erhalten. Was hat Ihnen diese Möglichkeit gebracht?

Sehr viel. Es ist immer wieder interessant, auch die Arbeitsfelder anderer Abteilungen kennenzulernen. Einerseits um seinen eigenen Wissensstand zu erweitern und andererseits um einfach besser verstehen zu können, wie die Kollegen dort arbeiten und das Verständnis für die Wichtigkeit jedes Arbeitsfeldes im Unternehmen zu entwickeln. Bei anstehenden neuen Projekten hat sich mein „Blick über den Tellerrand” der eigenen Abteilung und das Wissen über Zusammenhänge und abteilungsübergreifende Arbeitsprozesse in der Praxis als große Bereicherung für ein konstruktives Miteinander erwiesen. Für mich persönlich haben sich teilweise auch neue Interessen entwickelt, und ich konnte mein praktisches Wissen erweitern und es jetzt anwenden. Darin sehe ich auch einen großen Vorteil im Volontariat: Im normalen Arbeitsalltag hat man nicht immer die Möglichkeit, auch andere Arbeitsfelder kennenzulernen. Als Volontärin bzw. Volontär ist man jedoch in der Ausbildung und kann dies schon von Beginn an in den Arbeitsplan einfließen lassen.

  • Was macht Ihrer Meinung nach einen interessanten Arbeitgeber aus?

Wie die erste Frage schon beantwortet: Ein interessanter Arbeitsgeber bietet einem die Möglichkeit, auch andere Abteilungen im Unternehmen kennenzulernen, um das große Ganze verstehen zu können. Ein interessanter Arbeitgeber hat Strukturen, ein gutes Arbeitsklima und nimmt den einzelnen Mitarbeiter ernst. Ein interessanter Arbeitgeber schätzt deine Kompetenzen, sorgt dafür, dass du diese anwenden und stetig ausbauen kannst und bietet Perspektiven. Zu guter Letzt ist natürlich auch das Image des jeweiligen Arbeitgebers ein wichtigeres Kriterium, da dieses gleichzeitig auch als „Qualitätssiegel“ für den eigenen Lebenslauf dient.

  • Was ist Ihnen persönlich für Ihr Volontariat am wichtigsten und finden Sie das in den Kriterien des Gütesiegels wieder?

Mir ist es wichtig, einen „Fahrplan“ für die Ausbildungszeit zu haben. Also zu wissen, was ich für Aufgaben habe, welche Dinge ich lernen darf, wer mein Ansprechpartner ist usw. Dazu gehört auch, jemanden zu haben, auf den man jederzeit zugehen und Fragen stellen kann. Mir ist also einerseits eine gute Betreuung wichtig und andererseits aber auch die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu arbeiten. Selbstständig Projekte übernehmen zu können und Ideen äußern und umsetzen zu dürfen, sind wichtige Kriterien. Zudem sollten Perspektiven geboten werden und damit verbunden die Möglichkeit, sich stets weiterzuentwickeln, auch in Form von angebotenen Seminaren und Fortbildungen. Und natürlich spielt auch eine angemessene Vergütung eine Rolle. Es ist zwar eine Ausbildung, aber schließlich verrichtet man genauso Aufgaben für das Unternehmen, wie auch andere Mitarbeiter und muss ebenso seine Lebensunterhaltungskosten bestreiten. Ich denke also, die Dinge, die mir wichtig sind, spiegeln genau die Kriterien des Gütesiegels wieder. Das zeigt, dass das Gütesiegel sich wirklich nach den Bedürfnissen der Volontärinnen und Volontäre ausrichtet.

  • Was würden Sie zukünftigen Volontären mit auf den Weg geben?

Ich selbst befinde mich noch mitten im Volontariat, habe aber bisher auf jeden Fall gelernt, dass es sehr wichtig ist, immer Fragen zu stellen. Natürlich wird einem alles gezeigt und beigebracht, aber wichtig ist auch, sich nicht davor zu scheuen, nochmal nachzufragen, warum man bestimmte Schritte macht. Somit ganz stark: Interesse zeigen und ehrlich sagen, wenn man etwas noch nicht verstanden hat. Man befindet sich schließlich in der Ausbildung, das ist allen Beteiligten bewusst. Und dann noch: Engagement zeigen, keine Angst davor haben, Ideen zu äußern. Jede Volontärin bzw. jeder Volontär sollte wirklich die Möglichkeit nutzen, die ihm da geboten wird und sich richtig ausbilden lassen, um danach bestmöglich für das Arbeitsleben vorbereitet zu sein.

Für den Verlag beantwortete Katharina Plutz, Personalreferentin beim Ernst Klett Verlag, die Fragen. Stellvertretend für die Volontäre antwortete Sophie Rothe (Volontärin Marketing).

Eröffnungsrede bei der future!publish

Vom 24.−25.01.2019 fand in Berlin die 4. future!publish statt und auch die Jungen Verlagsmenschen waren wieder mit dabei. Diesmal ging es in die Konferenzräume des Mercure Hotels in Moabit. Hier sammelte sich ein breites Publikum aus der Buch- und Verlagsbranche, um über die Zukunft im Verlagswesen zu diskutieren.

Den Auftakt machte am Donnerstag Frank Eilers mit seiner Keynote zum Thema „Wo geht die Reise hin? Digitaler Wandel und die Zukunft der Arbeit“. Mit einer ordentlichen Prise Humor zeigte dieser, dass sich der digitale Wandel auf drei Ebenen zeigt: Technologie, Struktur und Einstellung. Zum digitalen Wandel gehöre aber auch eine bestimmte Haltung. Ohne die könne sich nichts verändern. Zum Abschluss schickte er die Teilnehmenden mit den motivierenden Worten „Ausprobieren, hinfallen, Spaß haben“ in die future!publish 2019.

Spielerische Ansätze und Möglichkeiten der Datenauswertung

Und passender hätte die Keynote nicht sein können: Die diesjährige future!publish war geprägt von spielerischen Ansätzen: Probleme lösen mit Playmobil, Motivationsboost durch Gamification und Agilität mit Lego. Aber auch Themen rund um KI, Data Driven Publishing und Marketing Automation fanden Platz im straffen Workshop- und Vortragsprogramm.

Im Workshop „Probleme spielend lösen – Mit Playmobil-Figuren“ lernten die Teilnehmenden, Situationen mit Hilfe von Figuren von außen zu betrachten und somit einfacher lösen zu können. Praktisch angegangen wurde dabei konkret die Verlagsbranche. Matthias Bannert und Yvonne de Andrés zeigten dann wiederum in einem anderen Workshop, wie Influencer-Marketing funktionieren kann und wie die Buchbranche bzw. Verlage das effektiv auch für sich nutzen können.

Am zweiten Tag wurde es dann sogar so kreativ, dass die vier Gruppen im Workshop „Geschäftsmodellhack – Durch schöpferische Zerstörung neue Wege und Konzepte finden“ ihre jeweiligen (fiktiven) Verlage komplett auseinandernehmen durften. Alle auffindbaren Probleme sollten gekennzeichnet werden und mit einer möglichst kreativen, vielleicht sogar noch nicht dagewesenen Lösung behoben werden. Das führte in einer Gruppe dazu, dass es den Verlag nicht mehr gab, sondern zu einer Content-Agentur wurde, die rein als Dienstleister fungiert.

Dieser kleine Einblick in die Workshops zeigte schon das immense Potential an Kreativität, das in unserer Branche vorherrscht. Wir müssen es nur anzapfen und zu nutzen wissen, um auch größere Probleme lösen zu können, also einfach ausprobieren, hinfallen und Spaß haben.

Verleihung des Buchtrailerwards jetzt in zwei Kategorien

Am Abend des ersten Kongresstages wurde außerdem wieder der Buchtraileraward verliehen – diesmal sogar in zwei Kategorien. Platz 1 ging an den Brandstätter Verlag mit „Haya Molche und Söhne: Tel Aviv“.

In der neuen Kategorie Kinder- und Jugendbuch konnte „Der Panther“ aus dem Kindermann Verlag abräumen. Entgegengenommen wurde die Urkunde von der Illustratorin persönlich.

Wir sagen herzlichen Glückwunsch und bedanken uns recht herzlich bei der future!publish für zwei spannende, vollgepackte Tage mit Zukunftsideen. Bis nächstes Jahr!

[Beitrag von Britta Fietzke und Lina Scherpe]

Auf der Frankfurter Buchmesse hat die AG Nachwuchsrechte die ersten Gütesiegel für vorbildliche Volontariate vergeben. Doch wer sind die Preisträger und was machen sie richtig?

In der Interviewreihe Ausgezeichnet! Gütesiegelträger im Gespräch stellen wir nun die Verlage und ihre Volontäre vor. Den Anfang macht KiWi.

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Die Aufgabenstellung eines Fachverlage sei damals wie heute dieselbe: „Was braucht ihr – die Juristen, Selbstständige, Beamten und Akademiker -, um euren Job besser zu machen?“ Sybille Böhler, Leiterin des Vertriebs und Marketings beim Erich Schmidt Verlag, erzählt von den Anfangsjahren des mittlerweile in der 3. Generation geführten Fachverlags mit Sitz in Berlin. Recht, Wirtschaft, Steuern, Arbeitsschutz und Philologie, – das seien die Bereiche, in denen der 1924 von Erich Schmidt gegründete Verlag seine Publikationen und Dienstleistungen anbiete. Angefangen bei Lehrbüchern, Nachschlagewerken, Dissertationen über Loseblattwerken und Zeitschriften sind in Zeiten der Digitalisierung erst elektronische Speichermedien und letztlich eBooks, eJournals, Blogs und eine OpenAccess-Sparte in das breite, 2.100 Titel umfassende Programm aufgenommen worden.

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