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Auf der Leipziger Buchmesse hat die AG Nachwuchsrechte zum zweiten Mal Gütesiegel für vorbildliche Volontariate vergeben. Doch wer sind die Preisträger und was machen sie richtig?

In der Interviewreihe Ausgezeichnet! Gütesiegelträger im Gespräch stellen wir nun die Verlage und ihre Volontäre vor.


Was gefällt Ihnen an Ihrem Volontariat am Besten?

Volontärinnen: Die Vielfalt der Aufgaben, dass man so viel ausprobieren kann und dass jede*r immer für Fragen zur Verfügung steht. Außerdem habe ich bisher noch kein Team erlebt, das Neuzugänge mit solch einer Herzlichkeit aufnimmt, und so eine entspannte und kreative Dynamik hat wie das LovelyBooks-Team.

Welche Aspekte sind Ihnen an den Volontariaten besonders wichtig?

LovelyBooks: Wir möchten bei unseren Volontariaten eine gute Balance zwischen Ausbildung und Selbstständigkeit bieten. Die Volontär*innen übernehmen nach einer intensiven Einarbeitungsphase selbständig Aufgaben aus den Bereichen Community-Management und Online-Marketing und bekommen die Möglichkeit, eigene Projekte durchzuführen und sich dabei weiterzuentwickeln. Das gesamte Team steht jederzeit für Fragen und Feedback zur Verfügung, was uns ein großes Anliegen ist.

Was zeichnet einen interessanten Arbeitgeber für den Branchennachwuchs aus?

Volontärinnen: Das hat natürlich viele Facetten. Es ist großartig, wenn man auch als Nachwuchskraft gehört und sogar nach der eigenen Meinung gefragt wird. Das hat auch viel damit zu tun, wie schnell und gut man ins Team eingebunden wird. Dadurch hat man auch das Gefühl, dass neue Ideen erwünscht sind und man die Chance erhält, diese umzusetzen und das Unternehmen oder Produkt mitzugestalten.

Ideal wäre es für Nachwuchskräfte auch, wenn Volontariate in der Branche wieder mehr als tatsächliche Einstiegsstellen, bei denen eine Übernahme in Festanstellung wahrscheinlich ist, wahrgenommen würden.

Die Volontäre bei LovelyBooks führen eigenständig ein größeres Projekt durch. Was hat Ihnen hierbei am besten gefallen?

Larissa Güth (Volontärin): LovelyBooks gibt den Volontär*innen die Möglichkeit eigene Projekte vorzuschlagen und die Umsetzung selbst zu gestalten. Man kann selbst entscheiden, was man machen will und, je nach Projekt, die Durchführung selbst gestalten. Für mich persönlich war besonders toll, dass man auch ein Projekt in einem anderen Bereich als Community Management und Online Marketing wählen kann. Dadurch habe ich ein Tätigkeitsfeld entdeckt, das ich sonst nie für mich vor Augen gehabt hätte.


Johanna Rolf (Volontärin): Das selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten ist ohnehin täglich gegeben, was ich besonders super finde. Durch das Projekt bekommt man die Möglichkeit, eigenständig ein Projekt zu planen, zu entwickeln und durchzuführen. Dabei steht das Team unterstützend und beratend zur Seite, lässt einem aber auch den Freiraum, in dem man sich selbst weiterentwickeln und selbstständig Problemlösungen finden kann.

Haben die Bedingungen des Gütesiegels Veränderungen an den Volontariaten angestoßen?

LovelyBooks: Wir haben uns sehr gefreut, bereits in der Vergangenheit die Bedingungen des Gütesiegels erfüllt zu haben. Natürlich legen wir auch weiterhin sehr viel Wert auf die Ausbildung unserer Volontär*innen. Durch die Verleihung des Gütesiegels konnten wir bei unserer Suche nach neuen Volontär*innen mehr Bewerbungen verzeichnen.

Was würden Sie anderen Unternehmen raten, die sich für das Gütesiegel interessieren, aber ebenfalls keine Verlage darstellen?

LovelyBooks: Einfach ausprobieren! Wir bei LovelyBooks sehen uns als elementaren Bestandteil der Buchbranche und können unseren Volontär*innen einen spannenden Einblick in dieses Arbeitsumfeld bieten. Die Leserschaft findet online neue Inspiration für die nächste Lektüre und genau hier setzen wir an und unterstützen Verlage dabei, das richtige Buch zum richtigen Leser/zur richtigen Leserin zu bringen. Und wir freuen uns sehr, dass die Jungen Verlagsmenschen das auch so sehen und unsere Bewerbung für das Gütesiegel angenommen haben.

Die Fragen für die Volontärinnen beantworteten, wenn nicht anders angegeben, Larissa Güth und Johanna Rolf gemeinschaftlich. Die Fragen an LovelyBooks beantwortete Marina Müller aus dem Community Management

von Jonas Frankenreiter

Gleich an mehreren Tagen wurden auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse nicht nur Bücher sondern auch Studiengänge vorgestellt. Zwischen den Lesungen und Diskussionsveranstaltungen konnte man sich bei dem Stand „Studium rund ums Buch“ über Ausbildungsmöglichkeiten in der Buch- und Verlagsbrache informieren.

Das Format ist einfach und doch aufschlussreich. Studierende aus verschiedenen Fächern rund um das Medium Buch berichten in einer gemeinsamen Runde aus ihren jeweiligen Studiengängen und von ihren Universitätsstädten. Die Moderation spann entlang bestimmter, wiederkehrender Fragen einen roten Faden durch das Gespräch: Was macht ihr in eurem Studium? Wodurch zeichnet es sich aus? Was bieten eure Städte? Und was für Arbeitsmöglichkeiten gibt es später?

Auf den Sesseln der Messe trafen junge Menschen aus der ganzen Republik aufeinander und erzählten. Es ging einerseits um akademische Besonderheiten, wie die Dauer von 7 Semestern bei „Buch und Medienproduktion“, die Schwerpunkte Journalistik, Pädagogik und Kommunikation bei den „Kommunikations- und Medienwissenschaften“, die Teilbereiche Käuferforschung und Medienrecht in der „Buchwissenschaft“ und die Kreativität und kleine Gruppengröße im „Mediapublishing“. Andererseits wurde nicht vergessen vom Studierendenleben zu schwärmen und beispielsweise die Clubszene Leipzigs, die Verlagsnähe und Studierendeninitiativen in Stuttgart, die Berge um München und das Weinfrühstück in Mainz hervorgehoben.

Von Erlangen bis ins Rheinland, überall lernt man gleichermaßen, ein Buch mitzugestalten. Dass wurde am Ende einer jeden Diskussion anhand des fertigen Produkts nochmals verbildlicht. Wer macht was am Buch? Von der Herstellung über die Gestaltung, bis zur Katalogisierung des Buchs und seiner gesellschaftlichen Relevanz und dessen Vermarktung kamen alle zu Wort.

Als Ergänzung hier eine kleine Übersicht der (in einer Runde) besprochenen Studiengänge. Weitere Information findet man auf den Websites der jeweiligen Universitäten.

Buchhandel/Verlagswirtschaft (HTWK Leipzig)

Buch und Medienproduktion (HTWK Leipzig)

Kommunikations- und Medienwissenschaften (Uni Leipzig)

Buchwissenschaft (JGU Mainz)

Mediapublishing (Hochschule der Medien Stuttgart)


von Helene Sindl

Durchstarten in der Buchbranche — Mentoring-Programme für Berufseinsteiger und Young Professionals

Am zweiten Tag der Leipziger Buchmesse fand der „Karrieretag Buch und Medien 2019“ des Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. und der Buchmesse statt. Die alljährliche Veranstaltung dient der Orientierung hinsichtlich Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten in der Buch- und Medienbranche.

Die Abteilung Berufsbildung des Deutschen Börsenvereins organisierte eine Gesprächsrunde zu „Mentoring Programmen in der Buchbranche“, in der drei Mentoring-Programme vorgestellt wurden: der Bücherfrauen e.V. — Women in Publishing, des Nachwuchsparlament des Börsenverein des Deutschen Buchhandels und des Junge Verlagsmenschen e.V.

Die Moderatorin der Runde übernahmen die Mitglieder des Junge Verlagsmenschen e.V. Jana Rahders und Britta Fietzke, erstere aktiv in der AG Young Professionals und letztere im Vorstand. Weitere Teilnehmerinnen waren Meiken Endruweit von den Bücherfrauen e.V. und Theresa von Zepelin von der Hochschule für Medien, die als Studentin an einem Mentoring-Programm teilgenommen hatte.  

Die Mentoring-Programme

Zum Ziel gesetzt haben sich die Programme den Austausch zwischen Neulingen in der Buchbranche und Branchenprofis. Das Mentoring der Bücherfrauen bringt weibliche Nachwuchskräfte und erfahrene Branchenfrauen für ein Jahr näher zusammen. In fünf Städtegruppen wird das Programm ehrenamtlich geleitet. Es finden sich stets Gruppen von acht bis 12 Frauen, die sich gemeinsam mit ihren Mentorinnen austauschen, so Endruweit. Über 900 Bücherfrauen aus unterschiedlichsten Bereichen der Buchbranche gebe es in Deutschland, und somit Mentees für Bereiche wie Herstellung, Buchhandel oder auch Lektorat. Hierbei sind für die Mentees ebenso wie für die Mentorinnen die organisierten Stammtische, Workshops und die Abschlussrunde von Bedeutung, da sie einen Austausch auf Augenhöhe versprechen.

Jana Rahders hebt den Unterschied des Programms der Jungen Verlagsmenschen hervor. Das an diesem Tag begonnene Programm richte sich explizit an Berufseinsteiger, sei also keinesfalls ein ,,Konkurrenzprogramm”, so Britta Fietzke. Angedacht für einen Zeitraum über neun Monate, laufe die Bewerbungsphase bis Ende April. Nach Abschluss der Bewerberrunde werden die Paare gematcht, die sich in der Folge vernetzen und austauschen sollen. Die Paare werden je nach Interessenschwerpunkten der Bewerber zusammengeführt. Eine zusätzliche Vernetzung soll das Jahrestreffen im Juli, eine Veranstaltung im November sowie ein Weiterbildungstag bieten. Eine Veranstaltung im anschließenden Frühjahr soll den Abschluss des Programms bilden. Während der Veranstaltungen sind Workshops angedacht, die sowohl den Mentees als auch den Mentorinnen vielseitige Weiterbildungs- und Reflektionsmöglichkeiten bieten.

Theresa von Zepelin spricht als ehemalige Teilnehmerin des Nachwuchsparlaments, das zeitgleich während der Buchtage Berlin im Juni stattfindet, über das Programm. Zielgruppen seien ebenfalls Berufseinsteiger, wobei die Mentorpositionen von etablierten Professionals übernommen werden. Das Programm ist auf ein Jahr angesetzt, ohne im Voraus festgelegter Termine. Auf das Kennenlernen der Mentoring-Paare im Rahmen des Nachwuchsparlaments finde die Programmgestaltung erst gemeinsam statt. Der Besuch einer Buchmesse beispielsweise, um einen Blick hinter die Kulissen zu gewinnen oder um Branchengespräche aus nächster Nähe zu führen.

Enge und persönliche Zusammenarbeit

Im Gegensatz zu dem Programm der Bücherfrauen spielt die Entfernung von Mentee und Mentorin in den Programmen der JVM und des Nachwuchsparlaments eine untergeordnete Rolle. Meiken Endruweit von den Bücherfrauen spricht sich hingegen für eine örtliche Bindung aus. Über die Zeit werde so ein enger, teils auch persönlicher Kontakt geknüpft, der auch über Jahre anhalten kann. Endruweit selbst hat dem Programm teilgenommen und pflegt noch immer einen guten Kontakt zu ihrer ehemaligen Mentorin. Theresa von Zepelin hat hier eine andere Erfahrung gemacht. Sie konnte aber dank weiterer Kontakte aus der Mentoring-Zeit ein belastbares Netzwerk aufbauen. Sie teilt letztlich schon die Einschätzung, dass der lokale Kontakt von Mentee und Mentorin von großem Vorteil sei.

Bei den Jungen Verlagsmenschen sieht man das ähnlich, obschon es im Programm der JVM nicht verpflichtend ist. Die AG Young Professionals der Jungen Verlagsmenschen, die das Programm organisiert, unterstützt  die Mentoring-Paare bei auftretenden Schwierigkeiten.

Bewerbung als Möglichkeit der individuellen Förderung

Der Bewerbungsprozess der Programme ist ähnlich aufgebaut. Der potenzielle Mentee sollte angeben, welche Kompetenzen die Mentorin erfüllen sollte und welche Art des Kontakts gewünscht sei. Ähnliche Schwerpunkte setzen auch die BücherFrauen. Die Bewerber sollten in jedem Fall berücksichtigen, dass es sich bei ehrenamtlich organisierten Mentoring-Programmen nicht um ein Karriere-Coaching handelt. Bei jeder Bewerbung sollte also das Bewusstsein dafür vorhanden sein, dass der Fokus auf Vernetzung und Austausch liegt.

Zukunftsträchtige Vernetzung durch Mentoring

Die Teilnahme an einem Mentoring, resümiert Endruweit, sei eine gute Chance für den weiteren Berufsweg. Ihre eigene Teilnahme habe ihr vor Augen geführt, was vernetzte Frauen in der Branche bewegen können. Für die Mentorinnen sei die die Möglichkeit der Reflektion des eigenen Berufswegs ein positiver Faktor. Als jüngere Teilnehmerin am Nachwuchsparlament schätzt Theresa von Zepelin insbesondere das Gespräch mit langjährigen Branchenprofis. Die Vernetzung, die ihr durch ihre Teilnahme möglich war, sei ein deutlicher Pluspunkt für die weitere berufliche und persönliche Zukunft.

Detaillierte Informationen zu den Programmen können den jeweiligen Homepages entnommen werden:

https://www.jungeverlagsmenschen.de
https://www.buecherfrauen.de/startseite/
http://ausbildung-buchhandel.de/

Redaktionsnotiz: Wenn ihr jetzt Interesse bekommen habt, an einem Mentoring teilzunehmen gerade ist die Bewerbungsphase für das JVM-Mentoring gestartet! Seid dabei und bewerbt euch jetzt online als Mentee oder Mentor bis zum 30.April. Das Mentoringprogramm startet dann auf dem Jahrestreffen 13./14. Juli 2019 in Frankfurt.Wenn ihr Fragen zum neuen JVM-Mentoringprogramm habt, schreibt gerne an: youngprofessionals@jungeverlagsmenschen.de

von Taimi Schalle

Auch am Karrieretag der Leipziger Buchmesse 2019 wurde wieder fleißig über den Berufseinstieg in die Verlagsbranche informiert. Anna-Lena Wingerter sprach dafür mit Clarissa Niermann, Social Media Managerin bei Bilandia, und Thomas Wendt, langjähriger Personalleiter bei Axel Springer. Wir waren dabei und haben euch die wichtigsten Punkte zu Bewerbung und Vorstellungsgespräch zusammengefasst.

DO

Bewerbt euch ruhig auch wenn ihr noch nicht alle Anforderungen der Ausschreibung erfüllt. Es kommt auf eure Kernkompetenzen an. Zeigt stattdessen, dass ihr neugierig und bereit seid Neues zu lernen!

Bewerbung goes digital:

Email und Onlineportale sind die Norm heutiger Bewerbungen. Dazu gehören neben Anschreiben, Lebenslauf und Arbeitszeugnisse auch Links zu Social Media Acounts bei Xing oder LinkedIn.

Legt den Fokus eures Lebenslaufs auf euer Erfahrungen!

Jobs, Praktika oder Auslandsaufenthalte können genauso einen Eindruck über euch geben wie Ehrenämter oder spannende Hobbies. Strukturell helfen Bullet Points dabei, einen besseren Einblick in eure Arbeitserfahrung zu geben.

Ihr habt es bis ins Vorstellungsgespräch geschafft, aber am Schluss sind noch ein paar Dinge unklar. Hier lautet die Devise: 

Stellt Fragen! Das zeigt euer Interesse an Team und Unternehmen.

Und solltet ihr feststellen, die Stelle ist doch nichts für euch, traut euch auch direkt abzusagen und Feedback zu geben.

DON’T

Macht keine falschen Angaben, um Anforderungen zu entsprechen! Seid stattdessen lieber ehrlich und zeigt eure Motivation dazu zu lernen.

Foto im Lebenslauf, ja oder nein? Verzichtet lieber ganz auf ein Bild, wenn es nicht authentisch ist.

Verschickt keine Massenbewerbungen! Eurer Anschreiben sollte auf das Unternehmen abgestimmt sein. Macht die Personaler neugierig auf euch und zeigt eure Engagement, indem ihr zum Beispiel das Motto der Firma einfließen lasst und die korrekten Anreden der Empfänger verwendet.

Flexibel und kreativ? Vermeidet Floskeln

Vermeidet den Inhalt der Jobausschreibung im Anschreiben zu wiederholen. Beweist eure Eigenschaften stattdessen anhand von Erfahrungsbeispielen.

Haltet eurer Anschreiben kurz und prägnant, es sollte nicht länger als eine Seite sein. Ähnliches gilt für den Lebenslauf. Wählt eure relevanten Erfahrungen aus und clustert die Informationen schlau, sodass alles möglichst auf zwei Seiten passt.

Im Zuge der Verleihung der ersten Gütesiegel im Rahmen des Young Professionals‘ Day auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, veröffentlichte das Börsenblatt (Kai Mühleck) folgenden Beitrag:

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Alljährlich finden die Buchtage statt, so auch in diesem Jahr: Am 12. und 13. Juni kam die Buch- und Verlagsbranche im Berliner Ellington Hotel zusammen. Mitglieder des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels diskutierten über den „Kunden von morgen“ und die „Strategien für die Zukunft des Buches“ vor dem Hintergrund des Käuferschwunds innerhalb der Branche. Zudem stand die 194. Mitgliederversammlung des Börsenvereins an.

Neben den Buchtagen fand zum zehnten Mal das Nachwuchsparlament statt: Am Veranstaltungsformat für die Nachwuchskräfte nahmen 100 Auszubildende, Studierende und Berufseinsteiger aus Verlag und Buchhandel teil.

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