Beiträge

von Anika Andreßen

„Der Traum in uns“
Das ist der Traum

Das ist der Traum, den wir tragen,
dass etwas Wunderbares geschieht,
geschehen muss –
dass die Zeit sich öffnet,
dass das Herz sich öffnet,
dass Türen sich öffnen,
dass der Berg sich öffnet,
dass Quellen springen –
dass der Traum sich öffnet,
dass wir in einer Morgenstunde gleiten
in eine Bucht, um die wir nicht wussten.

Olav H. Hauge (Übersetzung Klaus Anders)

Mit den Worten „Der Traum in uns“ präsentierte sich Norwegen in diesem Jahr als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Das Motto geht auf ein Gedicht des norwegischen Autors Olav H. Hauge (1908-1994) zurück und wurde von den Leser*innen und Zuschauer*innen des norwegischen Senders NRK 2016 zum bedeutendsten norwegischen Gedicht aller Zeiten gewählt. Das skandinavische Land mit seinen rund 5,3 Millionen Einwohnern präsentierte 2019 ein umfangreiches Literatur- und Kulturprogramm im gesamten deutschsprachigen Raum, erzählte Geschichten aus der Heimat, entführte das Publikum an unbekannte Orte und brach eine Lanze für die Meinungsfreiheit, die in der politischen Kultur Norwegens von höchster Bedeutung ist. Daneben lag ein Fokus auf den Themen Natur und Umwelt, Feminismus und Gleichberechtigung, modernes Familienleben, Vielfalt und Identität in einem sich wandelnden Europa sowie auf der Literatur und Kultur der Sápmi, dem Siedlungsgebiet und Kulturraum der Samen.

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von Claudia Holzapfel

Künstliche Intelligenz ist laut Frau Prof. Dr. Katharina Zweig, jede Software, die, wenn sie ein Mensch wäre, eine gewisse Intelligenz voraussetzen würde und unter Fachleuten, sowie unter Laien sehr umstritten. In unserer heutigen Gesellschaft, in der moderne Technologie eine immer wichtigere Rolle spielt, ist es allerdings wichtig, über KI-Software und damit ihre Vorteile und Gefahren zu sprechen. 

An der Diskussionsrunde am Messesonntag mit dem Titel „Ethik der Algorithmen– Wie rassistisch können Maschinen sein?“ beteiligten sich neben der Informatikerin Frau Prof. Zweig auch der katholische Theologe Prof. Alexander Filipović und, als Moderator, Alexander Armbruster, Wirtschaftsredakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Laut Armbruster ist Künstliche Intelligenz für die meisten von uns alltäglich, denn die Algorithmen stecken unter anderem hinter Suchergebnissen in Suchmaschinen im Internet, Angeboten auf Medienplattformen und Shopping-Seiten und in Schachcomputern und das oft schon seit Jahrzehnten.

Wenn es allerdings darum geht, dass solche Maschinen über das Schicksal von Menschen entscheiden, dann werden viele von uns vorsichtig; zu Recht, meinte auch Alexander Filipović. Algorithmen sind zwar von sich aus neutral, allerdings „lernen“ sie aus der Vergangenheit und sind demnach dazu vorprogrammiert, Fehler aus der Vergangenheit zu wiederholen. Frau Prof. Dr. Zweig stimmte ihm zu und ergänzte, dass fehlerhafte und inakkurate Ergebnisse dadurch entstehen, dass die zugrundeliegenden Datensätze nicht vollständig sind. Laut dem Theologen Filipović sind Künstliche Intelligenzsysteme, trotz des Namens, nicht wirklich „intelligent“, sondern benutzen reine Statistik um aufgrund einer bestimmten Datenmenge Vorhersagen zu tätigen. Frau Prof. Dr. Zweig ergänzte, dass die meisten Datenbanken zum Beispiel viel zu wenig Daten über Frauen enthalten, wodurch die Entscheidungen der Algorithmen aufgrund dieser Daten automatisch diskriminieren.

„Eine Maschine hat kein Gefühl für moralische Probleme.“

Prof. Alexander Filipović

Manche Entscheidungen, da waren sich die TeilnehmerInnen, sowie die ZuschauerInnen der Diskussionsrunde einig, sollten, auch in Zukunft, von Menschen getroffen werden. „Eine Maschine hat kein Gefühl für moralische Probleme“ betonte Alexander Filipović. In den USA werden zum Beispiel solche Entscheidungssysteme als Grundlage für die Entscheidung genutzt, ob Häftlinge vorzeitig aus der Haft entlassen werden sollten oder nicht. Ethik, kulturelle Diversität und menschliche Gefühle wie Mitgefühl und Gnade können von Algorithmen nicht mit einbezogen werden, sind aber bei Entscheidungen wie in diesem Beispiel unerlässlich. Außerdem lernen wir Menschen ständig dazu und ändern damit stetig unsere Entscheidungsgrundlage. Bei Künstlichen Intelligenzsystemen, so erklärt die Informatikerin Prof. Dr. Zweig, lässt sich die Datengrundlage nachträglich nicht mehr ändern.

Das Fazit der Diskussionsrunde am Messesonntag war, dass es im Umgang mit Künstlicher Intelligenz noch viel zu lernen gibt. Solche Algorithmen sind nicht alternativlos und man sollte sich nicht kritiklos auf sie verlassen, egal in welchem Zusammenhang, beziehungsweise welcher Branche.


Artikel verfasst von Claudia Holzapfel im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

von Claudia Holzapfel

Diversität in Romane integrieren ist wichtig, aber wie macht man es richtig, besonders wenn man selbst nicht zu einer der marginalisierten Gruppen gehört, über die man schreibt? Diese Fragestellung ist sicher nicht nur für junge Autorinnen und Autoren interessant. Victoria Linnea arbeitet als Schreibcoach für sensitivityreading.de in Berlin. In der Diskussionsrunde mit dem Titel „Darf ich das so schreiben? – Diversität in Romanen“ am Messesamstag betonte sie, dass beim Thema Diversität die Recherche genauso wichtig sei wie bei jedem anderen Aspekt des Schreibprozesses.

Sogenannte Sensitivity Reader wie Victoria Linnea bieten einen Lektorats-Service an, der sich mit der korrekten Repräsentation von marginalisierten Gruppen in Romanmanuskripten beschäftigt. In diesem Zusammenhang, also wenn es darum geht, Diskriminierungen zu vermeiden, hört man ja leider immer wieder Aussagen wie: „Dann darf ich ja gar nichts mehr schreiben“. Diesem Vorurteil widersprach Linnea: „Man braucht diskriminierende Wörter nicht um sich auszudrücken!“ Schließlich erfänden Autorinnen und Autoren ganze Welten, da sollte es nicht so schwierig sein, Synonyme für diese Worte zu finden.

Mit an der Diskussionsrunde beteiligt, die von Thorsten Simon moderiert wurde, war die Autorin Alexandra Schwarting. In Ihrem Roman Auf Drei Beinen ins Glück, hat die Hauptfigur Ole einen Unterschenkel verloren. Schwarting drückte ihre große Bewunderung für Menschen mit einem solchen oder einem ähnlichen Handicap aus. Sie legte außerdem jedem, der vorhat einen Roman mit einem diversen Cast an Figuren zu verfassen nahe, mit betroffenen Menschen zu sprechen, anstatt nur über sie zu sprechen, beziehungsweise zu schreiben. Das koste natürlich Überwindung, sei aber sehr wichtig, um Fehler und Ungenauigkeiten zu vermeiden. In ihren Romanen versucht Alexandra Schwarting Klischees zu benutzen, um mit ihnen zu brechen.

Die Runde komplett machte Annika von Redwitz, Expertin für Diversity Management Consulting, die erklärte, dass Diskriminierung entsteht, weil eine Mehrheit Angst davor hat, ihre Privilegien zu verlieren. Sie hob hervor, dass wir alle bewusste und vor allem unbewusste Vorurteile haben, es aber wichtig sei, Menschen bewusst zu machen, dass sie diese Vorurteile hätten. Davon abgesehen sei es wichtig, Minderheiten sichtbar zu machen sowie Begegnungen zwischen Menschen möglich zu machen und dadurch Empathie zu stärken.

Abschließend hob Schreibcoach Victoria Linnea noch mal hervor, dass es sinnvoll sei, das ganze Manuskript von einem Sensitivity Reader lesen zu lassen, um unfreiwillige Diskriminierung zu verhindern. Grundsätzlich sei unsere Welt nun mal divers und das sollte sich idealerweise auch in der Literatur widerspiegeln.


Artikel verfasst von Claudia Holzapfel im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

von Carina Harter

Wie kann man eine langfristige Karriere in einer Wirtschaft gestalten, die sich im ständigen Wandel befindet? Wie finde ich ein Unternehmen, das zu mir passt, und nicht nur heute, sondern auch in Zukunft modernen Entwicklungen gewachsen ist?

Diese Fragen beantwortete Torsten Bittlingmaier am Messesamstag auf der Academic & Business Information Stage der Frakfurter Buchmesse.

Als Berater in Sachen Management Development war Torsten Bittlingmaier lange im Bereich der Personalarbeit für diverse Großkonzerne tätig. Heute ist er mit dem Unternehmen TalentManagers selbstständig. Er berät Firmen bei der Führungskräfteentwicklung, gibt aber auch Karriereberatung für Privatpersonen, die sich beruflich umorientieren, oder neu in die Berufswelt einsteigen.

Worauf sollte bei einer Bewerbung geachtete werden?

Der erste Schritt, um erfolgreich in die Karriere zu starten, müsste nach Bittlingmaier sein, sich der einzigartigen Qualitäten, die man in ein Unternehmen einbringen kann, bewusst zu machen. Welche Stärken und auch welche Leidenschaft man für den angestrebten Beruf besitze, die einen von der Konkurrenz abheben. Diese Fähigkeiten sollten bei einer Bewerbung klar aus Anschreiben und Lebenslauf hervorgehen und im Vorstellungsgespräch – auch auf Eigeninitiative – selbstbewusst kommuniziert werden.

Was ein Unternehmen seinen Mitarbeiter*innen bieten kann, wäre ebenfalls wichtig. Die Anforderungen des Marktes unterliegen immer stärker Wandlungsprozessen, die Unberechenbarkeit nehme stetig zu. Bittlingmaier spricht hier von Disruption. Umso wichtiger wäre die Beobachtung, ob ein Unternehmen diesem ständigen Wandel gewachsen sei. Um die eigene Karriere langfristig zu gestalten, empfahl Bittlingmaier, ein Unternehmen zu wählen, das diesen Veränderungen flexibel entgegentreten kann. Auf dem neuesten Stand bleiben und die „Employability sichern“ – das wäre gefragt!

Worauf gilt es bei einem Unternehmen zu achten?

Für welche Art von Unternehmen möchte man arbeiten? Bevorzugt man ein Unternehmen, dass stark hierarchisch strukturiert ist, oder ein Unternehmen, das freies, selbstorganisiertes Arbeiten fördert? Bittlingmaier empfahl Unternehmen, die in der Lage wären, beide Modelle miteinander zu vereinen: Freiheiten und eine geregelte Organisation mit klaren Ansprechpartner*innen gleichermaßen. Ob ein Unternehmen den eigenen Ansprüchen auf Dauer entsprechen könnte, sollte auch nach einer Einstellung regelmäßig evaluiert werden. Bittlingmaier nannte hierfür einige wichtige Punkte:

1. Keine „homosoziale Reproduktion“ in Unternehmen. Gemeint ist damit das Einstellen des immer gleichen Bewerbertypus. Vielfältigkeit und Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten wären stattdessen der Schlüssel zum Erfolg. Als Bewerber*in sollte man das wissen und beachten.

2. Vernetzung. Laut einer Studie von IBM, die Bittlingmaier anführte, wären Kontakte der wichtigste Faktor, der eine erfolgreiche Karriere bestimme. Unternehmen müssten die Strukturen bieten, dass seine Mitarbeiter*innen sich gut vernetzen und ihnen möglichst viele Kontakte verschaffe.


Artikel verfasst von Carina Harter im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

von Carina Harter

Social Media ist mehr als nur ein vorübergehender Trend. Wer potentielle Kund*innen erreichen und auf sich aufmerksam machen möchte, kann heute kaum noch auf einen Online-Auftritt in sozialen Medien verzichten. Das gilt auch für den Buchhandel.

Darüber berichteten am Messefreitag die Buchhändlerinnen Carolin Wolf und Johanna Maria Lammert-Bohnenkamp auf der Publishing Services & Retail Stage der Frankfurter Buchmesse.

Carolin Wolf betreibt seit sechs Jahren eine eigene kleine Buchhandlung im Bruchsal; in der Region muss sie sich gegen vier weitere Buchhandlungen bestehen. Social Media ist dafür ihr wichtigstes Werbemedium. Für ihre Buchhandlung hat sie eine erfolgreiche Online-Präsenz aufgebaut und bietet Workshops zum Thema für andere BuchhändlerInnen an, in denen sie ihre Erfahrungen im Umgang mit Sozialen Medien teilt.

Zu Beginn ihres Vortrages verglichen die beiden Buchhändlerinnen die Situation des Buchhandels vor 30 Jahren mit heute: hatte der Buchhandel vor 30 Jahren nur wenige Konkurrenzbranchen, muss er sich heute gegen eine Vielzahl von konkurrierenden Branchen und Medien durchsetzen. Um neben Online-Handel, Streaming-Plattformen und anderen Social Media Kanälen wettbewerbsfähig zu bleiben, sei eine gut organisierte Präsenz in Sozialen Netzwerken mittlerweile für Buchhändler*innen zur Notwendigkeit geworden. Denn, so Lammert-Bohnenkamp: Die Kund*innen sind bereits online und müssen nur noch abgeholt werden.  Social Media böte die Chance, Inhalte direkt an (potentielle) Kund*innen zu transportieren und auf sich aufmerksam zu machen

Welche Plattformen eignen sich am besten?

Unter der Vielzahl von Social Media Plattformen gelte es zunächst, die passende für die eigene Buchhandlung zu finden. Wolf und Lammert-Bohnenkamp fassten in ihrem Vortrag die wichtigsten Medien zusammen. Für sie wäre dabei Facebook die relevanteste Plattform, die Buchhändler*innen nutzen können, um auf sich aufmerksam zu machen. Besonders nützlich wären die Funktionen, Veranstaltungen und Livestreams zu erstellen. Veranstaltet die Buchhandlung etwa eine Lesung und hat eine*n Autor*n eingeladen, könnte so auf das Event Aufmerksam gemacht werden.

Instagram wäre ebenfalls sehr nützlich. Besonders die Story-Funktion könnte gut eingesetzt werden, den Alltag eine*r Buchhändler*in authentisch und persönlich zu präsentieren.

Natürlich gäbe es neben Facebook und Instagram viele weitere Plattformen wie Twitter oder YouTube. Für den Einstieg in Social Media empfahlen die beiden Buchhändlerinnen allerdings, nicht gleich alles auf einmal zu erobern. Facebook und Instagram eigneten sich gerade deshalb gut, weil sie sich leicht miteinander verknüpfen ließen, die zwei Plattformen gleichzeitig einfach zu bedienen wären.

Wie setzt man diese Medien ein?

Wolf und Lammert-Bohnenkamp setzten auf ein authentisches Auftreten, das nicht nur Bücher zeige, sondern auch den Alltag in der Buchhandlung widerspiegele.  Die Kund*innen interessierten sich laut Lammert-Bohnenkamp, was in der Buchhandlung passiere – ob lustige Anekdoten und Zwischenfälle oder die Frage „Wie kommt das Buch in die Buchhandlung?

Präsenz in den Sozialen Medien zu sein und sich zu vernetzen, das wäre das grundsätzlich wichtige. AutorInnen und Verlage wären auch in sozialen Medien vertreten. Würde eine Veranstaltung geplant, sollte auf allen Kanälen darauf aufmerksam gemacht werden. Beteiligte Personen könnten markiert und deren Beiträge über die Veranstaltung geteilt werden. Das erhöhe die Reichweite.

Welche Auswirkungen hat der Einsatz von Social Media?

An den Vortrag schloss sich eine Fragerunde an. Welche konkreten Veränderungen die Buchhändler*innen durch den Einsatz von Social Media spürten? Das Einsparen von Printwerbung wäre besonders stark finanziell bemerkbar. Ein großer Teil des Ticketverkaufs für Veranstaltungen spiele sich über Social Media ab. Direktes Feedback von Kund*innen verdeutliche, dass die Präsenz in den sozialen Medien tatsächlich bei den Menschen ankomme. Viele Kund*innen sprächen die Buchhändlerinnen gezielt auf von ihnen geposteten Inhalte und Bücher an. So könnten Carolin Wolf und Johanna Maria Lammert-Bohnenkamp bereits unmittelbare, positive Auswirkungen des Einsatzes von Social Media auf die Buchhandlung verzeichnen.


Artikel verfasst von Carina Harter im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

von Roxana Frey

Dass Podcasts gerade in aller Munde, oder vielmehr in aller Ohren, sind, ist bereits bekannt. Dabei sind gerade Literaturpodcasts in den letzten Jahren zum Trend geworden, die von einzelnen Personen, aber auch von großen Verlagsgruppen produziert werden. Aus diesem Anlass lud „Frankfurt Authors“ am Freitag, den 18.10.2019, auf der Buchmesse zum Vortrag „Podcasts: Wie Verlage und Autorinnen das Medium optimal nutzen“ ein. Unter der Moderation von Wolfang Tischer vom literaturcafe.de, berichteten vier geladene Gäste über ihre Erfahrungen mit Podcasting – privat und beruflich.

Frank Stockmann, selbsternannter „Vital Trainer“, Autor und ehemaliger Host vom „Jetzt- Blond-Podcast“ erzählte von seinen Erfahrung, wie man „einen Podcast an die Wand fährt“: Vor kurzem trennte er sich von seinem Podcast-Partner, seinem Friseur Sezar Minasyan , mit dem er sich über Haare, Liebe und dem Mut zur Veränderung unterhielt. Grund für den fehlenden Erfolg des Podcasts war, laut Stockmann, der Mangel an Authentizität. Der Podcast bot den falschen Content für die Zielgruppe, die er ansprechen wollte, was er auf seiner falschen Motivation begründet: Der Podcast entstand in erster Linie, um seinen Roman zu vermarkten. Aus diesem Misserfolg zog Stockmann seine Schlüsse und startet bald seinen neuen Podcast, in dem er sich mit ehemaligen Profisportlern über das Thema „Mentaltraining“ unterhalten wird.

Florian Kessler ist Lektor beim Hanser Literaturverlag und Herausgeber des Literatur-Podcasts „Hanser Rauschen“, wo alle 14 Tage Schaffende aus dem Literaturbereich zu Gast sind und sich mit Lektorinnen des Verlags über Bücher und vieles mehr unterhalten. Der Podcast erfreut sich großer Beliebtheit, wobei Kessler das Medium als ein „riesiges Feuilleton“ sieht:
Dabei geht es vor allem darum, sich nicht von großen Zahlen verführen zu lassen. Gestartet wurde der Podcast mit der Lautsprecherfunktion des Firmentelefons und einem Handy, wobei der Podcast stetig an Professionalität zunimmt. Trotzdem war es Kessler immer wichtig, dieses „nicht-perfekt-sein“ an die Hörer*innen zu transportieren – denn so bleiben die Themen authentisch.

Für diese Authentizität bei Podcasts plädiert auch Autorin Klaudia Zotzmann-Koch, die schon seit Anfang der 2000er Podcasts hört und selber produziert. Viel falsch machen könne man beim Podcasting gar nicht – es lohne sich vor allem das Feedback der Hörerschaft ernst zu nehmen und Websites wie Sendegate.de zu nutzen, um zu ergründen was die Leute
tatsächlich interessiert.

Karin Pfaff, Senior Manager Digital Development, sprach stellvertretenden für die Random-House Verlagsgruppe, die mittlerweile mit vier prominenten Podcasts auf dem Markt vertreten sind. Ziel ist es damit vor allem junge Leute auf einer Plattform zu erreichen, da sich auch die Verlagswelt in einem Digitalisierungsprozess befindet. Das Problem bei Podcast sei aber auch, dass sich der Erfolg schwer in Zahlen messen lassen kann, da ausführliche Statistiken fehlen.

Der gesamte Vortrag ist auf www.literaturcafe.de als Podcast verfügbar.


Artikel verfasst von Roxana Frey im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.