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Kurz vor der nächsten Gütesiegelverleihung schließen wir unsere erste Runde „Ausgezeichnet! Gütesiegelträger im Gespräch“ mit dem dritten Preisträger der ersten Stunde – Open Publishing. Was Open Publishing als guten Arbeitgeber ausmacht und worauf das Unternehmen besonders Wert legt, lest ihr in diesem Interview.

Open Publishing scheint vielleicht auch aufgrund der Größe ein Arbeitgeber zu sein, bei dem sich die Mitarbeiter sehr wohl fühlen. Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um ein positives und motivierendes Betriebsklima zu herzustellen – gerade im Hinblick auf den Nachwuchs?

Dr. Julius Mittenzwei, Geschäftsführer: Wir verstehen uns als Open Publishing Familie mit flachen Hierarchien und nahbaren Geschäftsführern, um ein angenehmes und motivierendes Betriebsklima zu schaffen. Dazu gehören auch unsere Volontäre, denen wir schon früh Verantwortungen übertragen. Beispielsweise gibt es Projekte, an denen Volontäre komplett selbständig arbeiten. Darüber hinaus haben wir durch unsere agilen Arbeitsprozesse ein Start-up-Feeling erhalten. Gleichzeitig können wir die Sicherheit eines erwachsenen Unternehmens bieten.

Was erhoffen Sie sich vom Gütesiegel für Ihr Unternehmen und die Branche insgesamt?

Dr. Julius Mittenzwei: Als Arbeitgeber stehen wir im ständigen Wettbewerb mit anderen Unternehmen um die besten Mitarbeiter. Deshalb ist es für uns wichtig, dass wir für potenzielle Bewerber sichtbar sind und unsere Bekanntheit steigt. Das JVM-Gütesiegel zeigt zukünftigen Mitarbeitern, dass sie bei uns nicht nur ein angenehmes Arbeitsklima finden werden, sondern auch eine sehr gute Ausbildung angeboten wird. Des Weiteren hoffen wir, dass sich durch Gütesiegel dieser Art die Qualität der Volontariate in der Branche insgesamt verbessern wird.

Was braucht es aus Ihrer Sicht, um als Nachwuchskraft in einem Unternehmen anzukommen und sich als Teil des Teams zu fühlen?

Anja Spägele, ehemalige Volontärin, mittlerweile Marketing Managerin: Wichtig sind ein fester Ansprechpartner, regelmäßige Feedbackgespräche und eine gewisse Wertschätzung der eigenen Arbeit und Person. Bei Open Publishing ist das alles vorhanden und ich konnte mich nicht nur mit der Arbeitsweise, sondern auch mit der lieben Bürogemeinschaft identifizieren.

Wie wichtig ist Ihnen der Erfahrungsaustausch mit anderen Volontärinnen und Volontären und inwiefern wird dieser bei Open Publishing gefördert?

Anja Spägele: Den Austausch mit den anderen Volontärinnen und Volontären schätze ich sehr. Hier wird nicht nur eine gegenseitige Hilfestellung geboten, sondern auch konkret über Verbesserungswünsche geredet, die dann auch direkt mit der Geschäftsleitung besprochen werden können. Dazu gibt es einen regelmäßigen Volo-Stammtisch. Außerdem betreuen wir Volos gemeinsam ein Facebook-Projekt, bei dem vor allem der Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit auch über die verschiedenen Abteilungen hinaus im Vordergrund stehen.

Was möchten Sie zukünftigen Volontären bei der Wahl ihres Arbeitgebers mit auf den Weg geben?

Ich persönlich finde es gut, wenn bei einem Volontariat der Ausbildungscharakter im Vordergrund steht. Eine Arbeit, in der man nach zwei Monaten bereits vollwertige Arbeit leistet, ist für mich kein richtiges Volontariat. Die Volontariatszeit sollte dazu da sein, Fragen stellen zu können, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich auch selbst ausprobieren zu können.

Auf der Frankfurter Buchmesse hat die AG Nachwuchsrechte die ersten Gütesiegel für vorbildliche Volontariate vergeben. Doch wer sind die Preisträger und was machen sie richtig?

In der Interviewreihe Ausgezeichnet! Gütesiegelträger im Gespräch stellen wir nun die Verlage und ihre Volontäre vor.

  • Ihre Volontäre haben die Möglichkeit, in anderen Abteilungen oder sogar externen Unternehmen Einblicke zu erhalten. Was erhoffen Sie sich davon? Würden Sie dies anderen Verlagen auch empfehlen?

Wir möchten im Ernst Klett Verlag unseren Volontären mit der Möglichkeit, andere Abteilungen oder externe Unternehmen kennenzulernen, einen Blick über den Tellerrand hinaus bieten. Dieses breite Spektrum an Einblicken in andere Abteilungen fördert das Verständnis der Volontäre für die ganzheitliche Lehrwerkserstellung. Dadurch wird den Volontären ermöglicht ein Verständnis dafür zu entwickeln, welche Informationen für welche Abteilung wann wichtig sind und warum diese Abteilungen bestimmte Informationen benötigen. Damit verbunden ist auch das „Netzwerken“ im gesamten Unternehmen – über Abteilungen und Standort hinweg. Unsere Erfahrung ist, dass der Austausch mit Kollegen außerhalb der Abteilung die Entwicklung von Ideen über Abteilungsgrenzen hinweg fördert. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir anderen Verlagen ebenfalls, den Volontären einen Einblick in andere Abteilungen/Bereiche zu ermöglichen.

  • Sie bieten Ihren Volontären einige Zusatzleistungen. Was kommt am besten an?

Unsere Volontäre wissen alle Leistungen zu schätzen. Es macht wohl der bunte Mix aus sozialen Leistungen und Personalentwicklungsmaßnahmen aus, wie z. B. der Fahrtkostenzuschuss, der Ausbildungsplan, Meilensteingespräche, Weiterbildungsmöglichkeiten und 13,5 Gehälter. Wir können dies also nicht an einer einzelnen Leistung festmachen.

  • Was erhoffen Sie sich vom Gütesiegel für Ihr Unternehmen im Speziellen und die Branche im Allgemeinen?

Das Gütesiegel im Speziellen symbolisiert den hohen Stellenwert, den die Volontärsausbildung innerhalb des Ernst Klett Verlags hat. Es ist ein Signal nach außen, dass unsere Volontäre auch nach ihrer Ausbildung auf ihrer weiteren Laufbahn von unseren hohen Ausbildungsstandards profitieren. Wir erhoffen uns dadurch einen guten Bewerberzulauf von qualifizierten und motivierten Kandidaten sowie eine erfolgreiche und frühzeitige Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte. Auf diese Weise präsentieren wir uns als attraktiver Arbeitgeber und mitarbeiterorientiertes Unternehmen nach außen.

Auch für die anderen Unternehmen der Branche bietet das Gütesiegel die Möglichkeit, durch Volontariate frühzeitig qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen. Auch für die Berufsanfänger, die bisher noch keinen Einstieg in der Medienbranche in Erwägung gezogen haben, setzt das Gütesiegel ein positives Signal und symbolisiert einen hohen Qualitätsanspruch an die Ausbildungsstandards innerhalb der Medienbranche. Das Gütesiegel ist somit auch Werbung für die guten Ausbildungsmöglichkeiten in der Medienbranche.

Fragen an Volontäre

  • Es besteht die Möglichkeit, während des Volontariats Einblicke in andere Abteilungen oder sogar externe Unternehmen zu erhalten. Was hat Ihnen diese Möglichkeit gebracht?

Sehr viel. Es ist immer wieder interessant, auch die Arbeitsfelder anderer Abteilungen kennenzulernen. Einerseits um seinen eigenen Wissensstand zu erweitern und andererseits um einfach besser verstehen zu können, wie die Kollegen dort arbeiten und das Verständnis für die Wichtigkeit jedes Arbeitsfeldes im Unternehmen zu entwickeln. Bei anstehenden neuen Projekten hat sich mein „Blick über den Tellerrand” der eigenen Abteilung und das Wissen über Zusammenhänge und abteilungsübergreifende Arbeitsprozesse in der Praxis als große Bereicherung für ein konstruktives Miteinander erwiesen. Für mich persönlich haben sich teilweise auch neue Interessen entwickelt, und ich konnte mein praktisches Wissen erweitern und es jetzt anwenden. Darin sehe ich auch einen großen Vorteil im Volontariat: Im normalen Arbeitsalltag hat man nicht immer die Möglichkeit, auch andere Arbeitsfelder kennenzulernen. Als Volontärin bzw. Volontär ist man jedoch in der Ausbildung und kann dies schon von Beginn an in den Arbeitsplan einfließen lassen.

  • Was macht Ihrer Meinung nach einen interessanten Arbeitgeber aus?

Wie die erste Frage schon beantwortet: Ein interessanter Arbeitsgeber bietet einem die Möglichkeit, auch andere Abteilungen im Unternehmen kennenzulernen, um das große Ganze verstehen zu können. Ein interessanter Arbeitgeber hat Strukturen, ein gutes Arbeitsklima und nimmt den einzelnen Mitarbeiter ernst. Ein interessanter Arbeitgeber schätzt deine Kompetenzen, sorgt dafür, dass du diese anwenden und stetig ausbauen kannst und bietet Perspektiven. Zu guter Letzt ist natürlich auch das Image des jeweiligen Arbeitgebers ein wichtigeres Kriterium, da dieses gleichzeitig auch als „Qualitätssiegel“ für den eigenen Lebenslauf dient.

  • Was ist Ihnen persönlich für Ihr Volontariat am wichtigsten und finden Sie das in den Kriterien des Gütesiegels wieder?

Mir ist es wichtig, einen „Fahrplan“ für die Ausbildungszeit zu haben. Also zu wissen, was ich für Aufgaben habe, welche Dinge ich lernen darf, wer mein Ansprechpartner ist usw. Dazu gehört auch, jemanden zu haben, auf den man jederzeit zugehen und Fragen stellen kann. Mir ist also einerseits eine gute Betreuung wichtig und andererseits aber auch die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu arbeiten. Selbstständig Projekte übernehmen zu können und Ideen äußern und umsetzen zu dürfen, sind wichtige Kriterien. Zudem sollten Perspektiven geboten werden und damit verbunden die Möglichkeit, sich stets weiterzuentwickeln, auch in Form von angebotenen Seminaren und Fortbildungen. Und natürlich spielt auch eine angemessene Vergütung eine Rolle. Es ist zwar eine Ausbildung, aber schließlich verrichtet man genauso Aufgaben für das Unternehmen, wie auch andere Mitarbeiter und muss ebenso seine Lebensunterhaltungskosten bestreiten. Ich denke also, die Dinge, die mir wichtig sind, spiegeln genau die Kriterien des Gütesiegels wieder. Das zeigt, dass das Gütesiegel sich wirklich nach den Bedürfnissen der Volontärinnen und Volontäre ausrichtet.

  • Was würden Sie zukünftigen Volontären mit auf den Weg geben?

Ich selbst befinde mich noch mitten im Volontariat, habe aber bisher auf jeden Fall gelernt, dass es sehr wichtig ist, immer Fragen zu stellen. Natürlich wird einem alles gezeigt und beigebracht, aber wichtig ist auch, sich nicht davor zu scheuen, nochmal nachzufragen, warum man bestimmte Schritte macht. Somit ganz stark: Interesse zeigen und ehrlich sagen, wenn man etwas noch nicht verstanden hat. Man befindet sich schließlich in der Ausbildung, das ist allen Beteiligten bewusst. Und dann noch: Engagement zeigen, keine Angst davor haben, Ideen zu äußern. Jede Volontärin bzw. jeder Volontär sollte wirklich die Möglichkeit nutzen, die ihm da geboten wird und sich richtig ausbilden lassen, um danach bestmöglich für das Arbeitsleben vorbereitet zu sein.

Für den Verlag beantwortete Katharina Plutz, Personalreferentin beim Ernst Klett Verlag, die Fragen. Stellvertretend für die Volontäre antwortete Sophie Rothe (Volontärin Marketing).

Auf der Frankfurter Buchmesse hat die AG Nachwuchsrechte die ersten Gütesiegel für vorbildliche Volontariate vergeben. Doch wer sind die Preisträger und was machen sie richtig?

In der Interviewreihe Ausgezeichnet! Gütesiegelträger im Gespräch stellen wir nun die Verlage und ihre Volontäre vor. Den Anfang macht KiWi.

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Mit den ersten Gütesiegeln des Vereins Junge Verlagsmenschen für Volontariate in Buchverlagen wurden der Ernst Klett Verlag, Open Publishing und Kiepenheuer & Witsch ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Rahmen des Young Professionals` Day auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse statt. Im Anschluss an die Vergabe des Gütesiegels diskutierten die Jungen Verlagsmenschen mit Vertretern der ausgezeichneten Verlage über die Bedeutung des Gütesiegels für die Buchbranche und das eigene Unternehmen.

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„Wir wollen faire Arbeitsbedingungen“

Wie findet man ein gutes Verlagsvolontariat? Die Jungen Verlagsmenschen haben dafür ein Gütesiegel entwickelt. Sie machen sich für den Nachwuchs in der Branche stark.

Interview: Stefanie Schweizer

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Wie gelingt der Einstieg in die Buchbranche? Welche verschiedenen Möglichkeiten bieten sich jungen Berufseinsteigern, die alle die Leidenschaft zu Büchern verbindet? In unserem Blog „JVM meet – Dein Weg in die Buchbranche!“ stellen wir euch deshalb in diesem Jahr einige Young Professionals vor, die ihren Weg in die Branche auf unterschiedlichste Weise meistern und zeigen: Viele Wege führen in die Buchbranche!

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