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Simona Kelz und Kirsten Steffen geben beim Weiterbildungstag am 21.11.2020 Tipps und Hinweise zum Thema Selbstmarketing.

Wer bist du? Wie sieht dein Werdegang aus? Was machst du? 

Simona Kelz, 25 Jahre alt und Junior Consultant bei der strategischen Personal- und Unternehmensberatung Bommersheim Consulting.

seit Anfang 2019 bei Bommersheim Consulting

PR & Journalismus Studium an der Hochschule der Medien, Stuttgart

im Anschluss Volontariat bei Bommersheim Consulting

Kirsten Steffen, 55, geschäftsführende Gesellschafterin bei Bommersheim Consulting

seit 2005 Partnerin bei Bommersheim Consulting

8 Jahre Lehre, Forschung und Management der Studiengänge Buchwissenschaft an der Universität München, Auf- und Ausbau der praxisbezogenen Seminare und Vorlesungen durch ausgewiesene Fach- und Führungskräfte der Buch- und Medienbranche.

Nach der Ausbildung zur Sortimentsbuchhändlerin Studium und Promotion an der Universität München in Germanistik und Politik

Wie würdest du Freunden „New Work“ in 1-2 Sätzen beschreiben?

New Work ist ein Sammelbegriff, der verschiedene neue & moderne Arbeitsmodelle und –formen beschreibt.
Für uns geht es bei New Work vor allem darum, auf die veränderten Bedürfnisse beider Seiten (Mitarbeiter*innen und Unternehmen) einzugehen und auf das (sich verändernde) Mindset richtig zu reagieren. 

Was gewinnt man, wenn man sich mit „New Work“ auseinandersetzt?/ Was verpasst man, wenn man sich nicht mit „New Work“ beschäftigt?

Man kann Arbeitsmethoden jenseits starrer, vorgegebener Strukturen und Hierarchien kennenlernen und ausprobieren. Wenn man nicht neugierig ist, dann beschäftigt man sich nicht damit 😊 

Weshalb hast du dich für dieses Thema so sehr begeistert? Gab es eine besondere Motivation oder ausschlaggebende Momente?

In Unternehmen, die sich mit New Work beschäftigen, kann man sich meist besser und umfassender mit eigenen Ideen einbringen. Man kann mehr ausprobieren, kommt schneller zu Ergebnissen. Insgesamt belebt es die Kreativität, die eigenen und die im Team. Führung kriegt eine neue Bedeutung.

Gibt es einen Aspekt, in welchem der Begriff „New Work“ benutzt wird, obwohl es eigentlich nicht „New Work“ ist?

New Work wird oft als Lösung angepriesen, die all das erneuern soll, was in der Arbeitswelt schlecht ist. Dabei helfen die Ansätze von New Work uns aber nur dann, wenn die Kultur der Unternehmen deren Nutzung auch effizient ermöglicht! Und das ist leider (noch) nicht immer der Fall. 

Welche Botschaft möchtest du mit deinem Workshop/Vortrag vermitteln?

In unserem Workshop möchten wir Euch zeigen, wie Ihr (ganz im Sinne von New Work) Eure beruflichen Ideen von „Arbeit“ und Zukunft SELBST gestalten und einbringen könnt, aber auch, was Ihr dafür alles braucht.
Ein wichtiger Bestandteil und erster Schritt: Erfolgreiches Selbstmarketing im beruflichen Kontext – der erste Schritt Richtung Zukunft. 

Welchen Ratschlag möchtest du den Young Professionals in der Buch- und Medienbranche mitgeben?

Keinen Ratschlag im klassischen Sinn, ich (Simona) bin selbst eine Young Professional. Aber, dass es super wichtig ist, neugierig und offen zu sein. Und sich für die eigenen Ziele einzusetzen und dran zu bleiben – auch wenn das manchmal schwer fällt.

Wie bildest du dich weiter?

Durch Veranstaltungen in ganz unterschiedlichen Branchen.

Impulse & Anregungen aus allen Richtungen sind wichtig. Dazu kommen natürlich Newsletter, Branchenveranstaltungen, Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen, Zeitschriften.
Und Reisen: Das hilft, den Blick immer wieder auf etwas Neues zu richten.  


Vielen Dank für das Interview!

New Work und (new?) Leadership – Wie sieht eine gerechte und diverse Arbeitswelt aus? heißt der Workshop, den Johannah Illgner beim Weiterbildungstag am 21.11.2020 geben wird.

Die Politikwissenschaftlerin ist Inhaberin von Plan W. Die Agentur bietet diversitybewusste und gendersensible strategische Kommunikationsberatung für Akteur*inenn aus Wirtschaft, Parteien, Verwaltungen, Verbänden und NGOs an. Johannah hat sich den Themen Diversity, Empowerment von Frauen und weibliche Netzwerke verschrieben – arbeitet aber auch an Queerschnittsthemen wie New Work und Digitalisierung. Neben verschiedenen politischen Aktivitäten tut sie dies mit vollem Einsatz bei den #DMW – den Digital Media Women e.V.

Wer bist du? Wie sieht dein Werdegang aus? Was machst du? 

Johannah Illgner

34 Jahre alt

Geschäftsführerin und Inhaberin Plan W – Agentur für strategische Kommunikation (Heidelberg)

Ehrenamtlich: Quartiersleiterin Digital Media Women Rhein-Neckar

Werdegang:

Studium der Politikwissenschaft und Ethnologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der California State-University Long Beach (2006-2013)

Seit 2012 als PR-Beraterin selbstständig

2014 Gründung der Kommunikationsagentur Plan W

Seit 2019 zudem Geschäftsführerin von CoWomen Heidelberg

Weitere Infos unter https://johannah-illgner.de/

Wie würdest du Freunden „New Work“ in 1-2 Sätzen beschreiben?

New Work meinte neben neuen Formen von Arbeit vor allem die Strukturen, die diese neue Arbeitswelt kennzeichnen: Sinnhaftigkeit von Arbeit, Digitalisierung, Gleichstellung, Diversity, kollaboratives Arbeiten, 

Was gewinnt man, wenn man sich mit „New Work“ auseinandersetzt?/ Was verpasst man, wenn man sich nicht mit „New Work“ beschäftigt?

New Work bietet viele Chancen. Freiheit, Selbstständigkeit, Selbstverwirklichung sind alles Elemente, die New Work charakterisieren. Es ist eine Chance über Arbeit und Arbeiten nachzudenken, eine neue Haltung gegenüber Routinen: Macht das, was ich mache, mich glücklich? Wie kann ich es gestalten, dass es mich erfüllt? 

New Work lädt zum Reflektieren ein und idealerweise auch dazu, sich auch in der Arbeitswelt zu verwirklichen und eine für sich sinnstiftende Tätigkeit zu finden. 

Alle, die sich nicht mit New Work beschäftigen, ignorieren die großen Entwicklungslinien und verpassen so die Chance diese „neue“ Arbeitswelt mitzugestalten.

Weshalb hast du dich für dieses Thema so sehr begeistert? Gab es eine besondere Motivation oder ausschlaggebende Momente?

New Work bedeutet Veränderung in allen wirtschaftlichen Strukturen. Es geht in einem bedeutenden Maß auch darum Führung neu zu denken und alte Führungshierarchien umzustrukturieren. 

Hier bietet sich eine spannende Entwicklung und Chancen gerade für Frauen. Sind es doch bisher nur wenige Frauen, die in den „alten“ Strukturen selten überhaupt in Führungspositionen gelangen konnten. 

Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte: Gerade Frauen sollten die Chance ergreifen und aktiv versuchen die Arbeitswelt von morgen mitzugestalten.

Gibt es einen Aspekt, in welchem der Begriff „New Work“ benutzt wird, obwohl es eigentlich nicht „New Work“ ist?

Im Zusammenhang mit der Pandemie und dem Lockdown wurde das Home Office oftmals gleichgesetzt mit New Work. Das stimmt so aber nicht. Natürlich beinhaltet New Work, dass feste Räume und Zeiten nicht mehr zwingend festgesetzt sind und agiler werden; dazu gehört natürlich auch Home Office, Coworking etc. Aber nur auf Home Office umzustellen ohne „alte“ Strukturen zu ändern reicht hier nicht aus.

Welche Botschaft möchtest du mit deinem Workshop/Vortrag vermitteln? 

New Work bietet Frauen große Chancen, vor allem auf Führungsebene. Noch immer ist die deutsche Wirtschaft geprägt von männlichen Führungskräften und männlichen Strukturen. Die Idee einer neuen Art von „Leadership“ kann also einen Vorteil für mehr weibliche Führungskräfte bedeuten. Zudem ergeben sich durch den digitalen Aspekt von New Work neue Berufs- und Karrierewege. Selbstständig zu werden wird leichter, wodurch mehr Frauen ihren Karriereweg maßgeblich mitgestalten können. 

Welchen Ratschlag möchtest du den Young Professionals in der Buch- und Medienbranche mitgeben?

Bringt euch ein, gestaltet eure zukünftige Arbeitswelt mit.

Wie bildest du dich weiter? 

Teilnahme an Vorträgen, Panels, Seminaren, Networking-Gruppen, Wettbewerben


Vielen Dank für das Interview!

Beim Weiterbildungstag werden euch Sabine Dörrich und Ulrike Kleinhans in einer Speedkarriereberatung eure Fragen zu eurem Berufsweg beantworten.

Ulrike Kleinhans ist Geschäftsführerin und Partnerin der Personal- und Unternehmensberatung Dörrich Kleinhans + Partner und dort Spezialistin für die Berufsfelder Digitales, E-Commerce, Marketing und Vertrieb. Zuvor war die Pädagogin bei Bertelsmann innovative Ideengeberin für neue Kundenpotentiale, digitale Geschäftsfeldgestalterin und als Mitglied der Geschäftsleitung bei wissenmedia für Digitale und B2B-Geschäfte verantwortlich. Als zertifizierter Coach weiß sie die richtigen Fragen zu stellen, das Wesentliche zwischen den Zeilen zu hören und die richtigen Impulse zu geben.

Wer bist du? Wie sieht dein Werdegang aus? Was machst du? 

Ulrike Kleinhans, seit 2016 Personalberaterin und Karriere-Coach; Co-Geschäftsführerin der Personalberatung Dörrich Kleinhans + Partner; davor 25 Jahre in unterschiedlichen Leitungsfunktionen mit Personalverantwortung in einem Medienkonzern.

Wie würdest du Freunden „New Work“ in 1-2 Sätzen beschreiben?

New Work hat sich zwischenzeitlich zum Synonym für innovative Ansätze in der Arbeitsgestaltung entwickelt und ist häufig der Oberbegriff für moderne Veränderung an Arbeitsplätzen, aber auch für eine neue Einstellung in der Arbeitswelt, die sich mehr auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter konzentriert und auf deren Bedürfnisse eingeht. 

Was gewinnt man, wenn man sich mit „New Work“ auseinandersetzt?/ Was verpasst man, wenn man sich nicht mit „New Work“ beschäftigt?

Mehr Freiräume und Einflussmöglichkeiten in Verbindung mit Kommunikation auf Augenhöhe sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, damit verbunden eine bessere Work-Life-Balance. Mehr Zufriedenheit! Es gibt aber auch kritische Punkte, nämlich u.a. die Verschmelzung von Privatleben und Arbeit. Ein schwieriges Thema, welches wir gerade in der aktuellen Situation in vielen Gesprächen mitbekommen. 

Weshalb hast du dich für dieses Thema so sehr begeistert? Gab es eine besondere Motivation oder ausschlaggebende Momente?

Es ist eine wesentliche Arbeitsweise, um dem technologischen Wandel und den zukünftigen wirtschaftlichen Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Gerade in der Zusammenarbeit mit interdisziplinären Teams ermöglicht diese Arbeitsweise „das Beste aus jedem“ für das gemeinsame Ziel einzusetzen und entsprechende Lösungen zu erarbeiten.

Gibt es einen Aspekt, in welchem der Begriff „New Work“ benutzt wird, obwohl es eigentlich nicht „New Work“ ist?

Zum aktuellen Zeitpunkt ist es vor allem das Home Office, welches bereits seit Jahren (in Abhängigkeit der Unternehmenskultur) gelebt wird. Zudem gab es schon immer Führungskräfte mit einem motivierenden, fördernden und auf Augenhöhe zum Mitarbeiter orientierten Führungsstil. 

Welche Botschaft möchtest du mit deinem Workshop/Vortrag vermitteln?

Jeder Mensch sollte in sich reinspüren, wo seine Talente, Begabungen sind bzw. welche Aufgaben im aktuellen Job wirklich Freude machen, und – darauf aufbauend – seine berufliche Zukunft ausrichten. 

Welchen Ratschlag möchtest du den Young Professionals in der Buch- und Medienbranche mitgeben?

Unsere Branche bietet viele tolle Aufgaben und Möglichkeiten sich einzubringen und weiter zu entwickeln. Aber man muss an der einen oder anderen Stelle „dicke Bretter“ bohren. Daher kann ich alle nur auffordern, konstruktive Gespräche mit Führungskräften im jeweiligen Unternehmen zu führen, sichtbar zu werden und ggf. zu wechseln. Darüber hinaus sollten möglichst viele der Young Professionals bei den JVM aktiv sein und damit die Möglichkeit nutzen, unsere Branche aktiv mitzugestalten. 

Wie bildest du dich weiter?

Täglich, im Austausch mit Kunden und KandidatInnen sowie beim Lesen von Fachartikeln. Darüber hinaus durch die Teilnahme von Tagungen – aktuell überwiegend Webinare und dem Austausch mit Kontakten aus anderen Branchen.


Vielen Dank für das Interview!

Freiheit braucht Strukturen heißt der Workshop, den der &Töchter Verlag beim Weiterbildungstag geben wird.

Der &Töchter Verlag ist ein neugegründetes Unternehmen mit einer Besonderheit: Es gibt keine Führungsperson, denn alle fünf Gründerinnen haben gleich viel zu sagen. Das selbstorganisierte Team hat sich Strukturen aufgebaut, die ohne Hierarchien auskommen und (bisher) trotzdem nicht in Chaos verfallen. Diese Arbeitsweise bringt viele Herausforderungen mit sich, hat aber auch viele Chancen auf selbstbestimmtes Arbeiten. 

Wer bist du? Wie sieht dein Werdegang aus? Was machst du? 

&Töchter Verlag und mehr 

Lydia Hilebrand, 27, Presse und PR bei &Töchter (BA-Studium: Medien und Kommunikation, MA: Buchwissenschaft, Verlagspraxis) 

Laura Nerbel, 29, Lektorat, Foreign Rights und Lizenzen bei &Töchter (Studium: Lehramt Grundschule, MA: Buchwissenschaft Verlagspraxis) 

Sarah Zechel, 25, Lektorat und Herstellung bei &Töchter (BA-Studium: Germanistik und Kommunikationswissenschaft, MA: Buchwissenschaft, Verlagspraxis) 

Wie würdest du Freunden „New Work“ in 1-2 Sätzen beschreiben? 

Die Digitalisierung verursacht einen gewaltigen Wandel in der Arbeitswelt: Hierarchien sind nicht mehr die Unternehmensstruktur der Wahl. Durch mehr Teilhabe und Selbstbestimmung der Mitarbeiter:innen entsteht eine demokratisierte Arbeitswelt. 

Was gewinnt man, wenn man sich mit „New Work“ auseinandersetzt? / Was verpasst man, wenn man sich nicht mit „New Work“ beschäftigt? 

New Work setzt den Menschen in den Mittelpunkt des Unternehmens. In der digitalen Welt verändern sich nicht nur die Arbeitswelten, sondern auch der Alltag wird immer schnelllebiger. Es braucht eine Balance zwischen Freiheit und Struktur, um einerseits eine Trennung von Privat- und Arbeitsleben für die Mitarbeiter:innen zu schaffen und andererseits offen für neue Entwicklungen zu bleiben. Dies können die Methoden des New-Work-Ansatzes erreichen. Traditionelle Arbeitsstrukturen mit festen Hierarchien verpassen oft die Bedürfnisse der einzelnen Teammitglieder und Organisationen sind dadurch an vielen Stellen starrer als sie sein müssten. Die erhöhte Flexibilität erleichtert es den Unternehmen auch, neue Strategien auszutesten, ohne zu viel Zeit durch unnötige Entscheidungsschleifen zu verlieren. 

Weshalb hast du dich für dieses Thema so sehr begeistert? Gab es eine besondere Motivation oder ausschlaggebende Momente? 

Als wir unseren Verlag gestartet haben, war uns allen fünf Gründerinnen klar, dass es zwischen uns keine Hierarchien geben wird und wir alle gleichberechtigt Entscheidungen treffen können. Diese Arbeitsweise bietet jeder Einzelnen von uns viele Freiheiten und trotzdem die richtige Menge an Verantwortung. Als Gründer:in muss man zumindest am Anfang über alle Vorgänge Bescheid wissen. Jeden Tag erleben wir es als bereichernd, dass jedes Teammitglied seine Meinung zu jedem Thema äußern kann. Trotzdem haben wir gemerkt, dass eine gewisse Struktur sinnvoll ist, da sie die Kommunikation und Produktivität im täglichen Arbeitsleben erleichtert, vor allem wenn die Aufgabenstellungen wachsen und es im ersten Moment nach Chaos aussieht. Das Thema New Work ist aber noch lange nicht ausgereizt, weshalb wir immer auf der Suche nach neuen Methoden der Zusammenarbeit sind. 

Gibt es einen Aspekt, in welchem der Begriff „New Work“ benutzt wird, obwohl es eigentlich nicht „New Work“ ist? 

New Work ist ein Begriff, der sich nicht wirklich definieren lässt. Zumindest für uns nicht. Wir versuchen uns mit unserer Neugründung den jetzigen Arbeitsbedingungen im Jahr 2020 so anzupassen, dass es für unsere Abläufe und unser Team am besten ist. Viele Unternehmen stecken jedoch noch viel zu sehr in ihren traditionellen Strukturen fest, was auch nicht von heute auf morgen lösbar ist. Schwierig wird es, wenn Unternehmen als Arbeitgeber versuchen flexibel aufzutreten und mit dem Begriff ‘New Work’ werben, jedoch noch viel zu sehr in ihren hierarchischen Denksystemen agieren. New Work ist zuallererst innere Arbeit der Führungskräfte. Die Verlagsbranche hat da noch viel zu lernen, denn die Aussichten für Berufseinsteiger:innen sind noch immer nicht einfach. Das war unter anderem ein Grund, wieso wir &Töchter gegründet haben. 

Welche Botschaft möchtest du mit deinem Workshop/Vortrag vermitteln? 

Grundsätzlich möchten wir mit unserem Unternehmen Offenheit in die Literaturbranche bringen. Unsere Lese-Veranstaltungen sind von Nachwuchsautor:innen für ein bunt gemischtes Publikum gedacht und das ist uns bisher auch ganz gut gelungen. Mit unserem Workshop zu dem Thema New Work möchten wir zeigen, dass auch die Verlagswelt bereit ist, neue Themen anzugehen und die Digitalisierung und Demokratisierung nicht nur Chaos bringt, sondern ein großer Gewinn für die Arbeitsweise in einem Verlag sein kann. 

Welchen Ratschlag möchtest du den Young Professionals in der Buch- und Medienbranche mitgeben? 

Zu allererst nachforschen, was einen wirklich interessiert und wo man Potenzial sieht. Diese Dinge dann in einem kleinen Umfeld und Maß austesten. Feedback einholen, was funktioniert hat und was gut ankommt und auf diesen Ergebnissen nach und nach neue Strukturen aufbauen. Das Internet bietet so viele Möglichkeiten, (meist) kostenlos Dinge auszuprobieren. &Töchter hat mit einer kleinen Wohnzimmer-Lesung und dem dazugehörigen Instagram-Post begonnen, weil wir einfach mal ausprobieren wollten, ob man aus Lesungen Events machen kann. Daraus ergab sich eine coolere Location in einem Gemüseladen und ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung. Das heißt, wir haben ganz klein angefangen und haben uns langsam an die Möglichkeiten herangetastet, die uns zur Verfügung standen. Mithilfe unseres Netzwerks konnten wir so tatsächlich einen Buchverlag gründen. 

Wie bildest du dich weiter? 

Da wir bis vor kurzem noch alle Studentinnen waren, haben wir viel aus Fachbüchern gelernt, aber eigentlich funktioniert die Weiterbildung meist über learning by doing. Als Gründerinnen stehen wir fast täglich vor neuen Herausforderungen, die sich dann fast immer durch Befragung des eigenen Netzwerks, viel Google-Suche und Expert:innenmeinungen lösen lassen. Außerdem sind Podcasts eine wertvolle Möglichkeit, Hintergrundwissen und Denkweisen kennenzulernen und zu verinnerlichen. 


Vielen Dank für das Interview!

New Work: Buzzword oder Mindset heißt der Impulsvortrag, den Agathe Osika beim Weiterbildungstag am 21.11.2020 geben wird.

Schon als Kind hatte Agathe Osika den Wunsch, dass ihre Arbeit kreativ, sinnstiftend aber v.a. Spaß machen sollte. Um dieser Vision zu folgen, entschied sie sich für das Studium der Architektur. Während ihrer Laufbahn als Kreativ Projektleiterin in einer Berliner Agentur im Bereich „Kommunikation im Raum“ traten neben die Architektur zwei weitere Interessensgebiete in ihr Leben: Die systemische Arbeit und das Thema New Work.
Seit 2020 verbindet sie diese drei Felder und bietet als selbständige Beraterin mit ihrem Unternehmen CoCoCo.works Konzeptentwicklung, Prozessbegleitung und Workshops im Bereich Arbeitsräume und Arbeitsformen der Zukunft an. 
Menschen zu inspirieren umzudenken und anders zu arbeiten, um leichter zu arbeiten, das ist ihre Vision.

Wer bist du? Wie sieht dein Werdegang aus? Was machst du?

Ich heiße Agathe Osika, bin 37 Jahre alt und verstehe mich als Zukunftsgestalterin und Zukunftsreisebegleiterin.
Studiert habe ich Architektur und bis 2019 als Kreativ Projektleiterin in einer Berliner Agentur im Bereich „Kommunikation im Raum“ gearbeitet. In meiner Laufbahn haben neben dem Gestalten von Räumen zwei weitere Felder mein Interesse geweckt. Die systemische Arbeit und New Work. Um diese drei Themen miteinander zu verbinden, habe ich mich 2020 selbstständig gemacht und biete mit meinem Unternehmen cococo.works Beratung, Konzeptentwicklung und Workshops im Bereich Arbeitsräume und Arbeitsformen der Zukunft an.

Wie würdest du Freunden „New Work“ in 1-2 Sätzen beschreiben?

New Work beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, mit dem wir unsere heutige und zukünftige Arbeit gestalten können, um besser und v.a. gut mit den Veränderungen und dem Wandel unsere Arbeitswelt umgehen zu können.
New Work ist eine Haltung, ein Konzept, das sowohl das Menschliche als auch die Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit von Organisationen umfasst. Kurz gesagt beschreibt es den Dreiklang: People-Planet-Profit.

Was gewinnt man, wenn man sich mit „New Work“ auseinandersetzt? / Was verpasst man, wenn man sich nicht mit „New Work“ beschäftigt?

Man gewinnt Klarheit, Vertrauen in den Wandel und Mut, sich Veränderungen zu stellen. Man bekommt Tools, Methoden und Inspirationen an die Hand, die einem zeigen, dass Arbeit leicht sein und Spaß machen darf. 
Man verpasst die Chance zum Zukunftsgestalter seiner eigenen Arbeitswelt zu werden.

Weshalb hast du dich für dieses Thema so sehr begeistert? Gab es eine besondere Motivation oder ausschlaggebende Momente?

Als Kreativ Projektleiterin in der Architektur war ich nach fünf sehr arbeitsintensiven Jahren an einem Punkt, an dem ich meine Arbeitsumgebung und meine eigene Arbeitsweise noch mal anders, und zwar vielfältiger und „leichter“ gestalten wollte.
Auf der Suche nach neuen Inspirationen, bin ich durch das Seminar „Auszeit für gutes, neues Arbeiten“ von den Les Enfants Terribles (einer Schule für gutes neues Arbeiten) auf das Thema New Work gestoßen und habe „Blut geleckt“ an dem Thema. 
Begeistert hat mich v.a. die ganzheitliche Betrachtungsweise unserer Arbeitswelt, das Einordnen in unseren gegenwärtigen Kontext und das Aufzeigen von Methoden, Tools und einer neuen Haltung zur Arbeit. Aber auch der Fokus auf das Menschliche. Sei es unser Team und unsere Zusammenarbeit, seien es unsere Kunden, für die wir arbeiten oder sei es unsere ganz eigene Einstellung zur Arbeit und unseren Visionen.

Gibt es einen Aspekt, in welchem der Begriff „New Work“ benutzt wird, obwohl es eigentlich nicht „New Work“ ist?

Da fallen mir viele ein. Um nur ein paar zu nennen:

# Homeoffice # Großraumbüros # Obstkörbe und Yogaangebot für Mitarbeiter # Design Thinking # agiles Arbeiten.
All das sind oder können Aspekte sein, die sehr wohl dazu führen, dass die Arbeit transparenter, leichter, besser, sinnstiftender stattfinden kann. Sich die Mitarbeiter wohl fühlen und die Effektivität steigt. Nur leider werden diese Maßnahmen zwar integriert, oft allerdings nicht reflektiert oder zu Ende gedacht. 
Yogaangebot und Feel-Good-Manager sind nicht das Allheilmittel, Homeoffice und Großraumbüros nicht für alle Arbeitsbereiche und alle Menschen gut und sinnvoll und ein Design Thinking Seminar führt nicht zwangsläufig zu innovativen Teams.
Es braucht den ganzheitlichen Blick auf das System, die Organisation und zuallererst die Antworten auf die Fragen: was sind unsere Ziele und Visionen, warum wollen wir das erreichen und wie können wir das tun?

Welche Botschaft möchtest du mit deinem Workshop/Vortrag vermitteln? 

Dass Arbeit leicht sein und Spaß machen darf.
Menschen zu inspirieren umzudenken und anders zu arbeiten, um leichter zu arbeiten, das ist meine Vision und diese Botschaft möchte ich vermitteln.

Welchen Ratschlag möchtest du den Young Professionals in der Buch- und Medienbranche mitgeben? 

Was meiner Meinung nach gute Reisebegleiter sind, sind Offenheit und Neugier, Vertrauen, Mut und Selbstbestimmtheit. 
„Stay hungry, stay foolish“, wie Steve Jobs es so schön zusammengefasst hat.

Wie bildest du dich weiter? 

Da fallen mir spontan drei Dinge ein. Reisen, interaktive Formate, Neugier.

Ich reise gerne und dadurch lerne ich immer sehr viel Neues. Über Menschen, Länder, Kulturen und über mich selbst. 
Um meinen Methodenkoffer zu erweitern und Inhalte zu erlernen besuche ich am liebsten Seminare und Workshops. Der Mix aus theoretischem Wissen, dem praktischen Anwenden und dem Austausch in und mit der Gruppe, finde ich dabei v.a. bereichernd.
Und nicht zuletzt indem ich selbst neugierig bleibe und offen für Neues.


Vielen Dank für das Interview!

von Sarah Schulz

Auch der mediacampus frankfurt hat es sich nicht nehmen lassen zur diesjährigen digitalen Frankfurter Buchmesse, online Veranstaltungen zu organisieren. So fand zum Auftakt der Messe bereits am Dienstag, dem 13. Oktober 2020 ein lockerer, informativer Karriereabend mit Elena Appel, Referentin Berufsbildung beim Börsenverein, und Judith Hoffmann, seit 11 Jahren am mediacampus für Weiterbildungen aus allen Bereichen zuständig, statt. Die Themen des Abends: Bewerbung, Weiterbildung, Networking & Messen – wobei der Schwerpunkt hauptsächlich auf dem Punkt Bewerbung lag.

Erste Frage: Wie gelingt mir der Einstieg?

Grundlegend sind viele Wege in die Buchbranche möglich: Ausbildung, Studium, Quereinstieg und und und. Ein Studium ist nicht immer notwendig, aber in manchen Bereichen wie dem Lektorat geht es in der Regel nicht ohne. Neben den häufig beliebten Feldern Lektorat, Presse und Marketing gibt es im Verlag aber noch viel mehr Optionen, zum Beispiel die Herstellungsabteilung oder den Vertrieb, die haben viele am Anfang gar nicht so auf dem Schirm. Und das ist immer noch nicht alles: Neben dem klassischen Buchhandel und Verlagen, bieten Agenturen, Literaturhäuser, Barsortimenter und Auslieferungen und viele mehr abwechslungsreiche Arbeitsfelder. Es ist gar nicht so einfach, in dieser Vielfalt den passenden Bereich zu finden – Praktika sind deshalb die perfekte Möglichkeit, in unterschiedliche Bereiche reinzuschnuppern und sich ein Bild zu machen. Die Referentinnen sind allerdings ehrlich: Oftmals ist es schwierig, einen Praktikumsplatz zu ergattern, wenn man vorher noch gar keine Erfahrungen gesammelt hat. Da heißt es nur: Dran bleiben!

Schritt 1: Stellenausschreibungen sichten

Mut zur Lücke sollte man bei Stellenausschreibungen unter Beweis stellen, denn es gibt kaum Stellen, auf die man zu hundert Prozent passt. Wichtig ist es, die eigenen Stärken zu kennen und Soft Skills durch Hard Facts zu belegen. Zum Beispiel legt eine bereits abgeschlossene Ausbildung im Buchhandel nahe, dass der oder die Bewerber:in in der Lage ist, offen zu kommunizieren, was eine vielfach gewünschte Fähigkeit in Jobbeschreibungen ist.  Und dann kann man sich immer noch fragen: Was bringe ich on top mit? Stellenausschreibungen sind zum Beispiel online auf Orbanism, beim börsenverein, im börsenblatt, bei den jvm, oder der Website buechercampus.mediacampus zu finden – und natürlich bei den Unternehmen selbst.

Tipps und Tricks zum Anschreiben

Das Anschreiben ist sozusagen die Visitenkarte und soll Interesse wecken, weiter zu blättern. Deshalb ist es essentiell, keine generischen Anschreiben zu verwenden, sondern es bei jeder Bewerbung individuell anzupassen und keine Phrasen à la „ich bin teamfähig und flexibel“ zu verwenden, sondern vielmehr zu beschreiben: „Was sagt eine bestimmte Tätigkeit, Erfahrung oder Ausbildung (die zur Stellenbeschreibung passt) über mich aus?“ Über allem steht die Frage: Was bringe ich mit und was motiviert mich für die Stelle? Tipp für den Hinterkopf: Einen eigenen Werbeslogan über sich selbst formulieren. Das kann helfen, die eigenen Stärken zu erkennen. Außerdem schadet ein wenig Selbstlob ab und an auch nicht.

Ein paar Stichworte zu den Formalia:
  • Bewerbungsform wie ausgeschrieben (Email, online Maske, Print, etc.)
  • Gestaltung: klare Strukturierung, Leserführung, lieber weniger Layout
  • Korrektur lesen lassen!
  • Tippfehler und unharmonische Umbrüche vermeiden

Wissenswertes zum Lebenslauf

Persönliche Angaben, Werdegang, Kompetenzen – Beim Lebenslauf sind vor allem Struktur und Übersichtlichkeit gefragt. Nicht mehr notwendig ist es, die Berufe der Eltern und den Familienstand aufzuführen. Aber insbesondere Hobbys wie Leistungs- oder Teamsport sind hingegen besondere Hinweise und signalisieren Erfolgsorientierung, Team- und Leistungsfähigkeit. Sie sollten also unbedingt in den Lebenslauf aufgenommen werden. Strukturell ist es üblich in der Gegenwart zu beginnen und dann in der Laufbahn zurück zu gehen. Außerdem können einzelne Stationen mit Schlagworten zu Tätigkeiten und Themenfeldern versehen werden. Bewerbungsfotos sind kein Muss. Wenn man sich dafür entscheidet, soll es ein Foto sein, mit dem man sich wohlfühlt und auf dem man sich wiedererkennt. Und wer ein Xing oder Linkedin-Profil besitzt, kann das Tool nutzen und den Link in den Lebenslauf aufnehmen.

Wichtig in Bezug auf das Bewerbungsformat ist es, keine offenen, veränderbaren Dateien zu senden, sondern die Inhalte und das Layout durch geschlossene Formate (z.B. PDFs) zu schützen. Außerdem muss jede einzelne Datei, die angehängt wird und Teil der Bewerbung ist, den vollständigen Namen der oder des Bewerber:in enthalten. Dabei auf jeden Fall eine einheitliche Schreibweise wählen.

Tipp: Telefonnummer angeben! Oftmals kann man dadurch auch kurzfristige Rückfragen klären und ist bei positiven Neuigkeiten, die lieber persönlich überbracht werden, erreichbar. 

Bewerbung formvollendet abgeschickt, aber keine Rückmeldung erhalten? Wenn kein genauer Zeitpunkt in der Ausschreibung genannt wurde, ist es legitim nach 1 bis 2 Wochen einmal nachzufragen, ob die Unterlagen angekommen sind.

Nächster Schritt: Das Bewerbungsgespräch

Auf die Bewerbung folgt eine Einladung zum Gespräch? Erster Rat: Sich freuen! Die erste Hürde ist geschafft. Zur Vorbereitung kann man sich Antworten auf Standardfragen überlegen (Stärken? Schwächen? Wo sehe ich mich in 5 Jahren? etc.), noch einmal die Unternehmensseite anschauen und die Stellenausschreibung mit dem eigenen Lebenslauf verknüpfen. Außerdem kann man als Bewerber:in auch Fragen an den Gesprächspartner stellen, zum Beispiel was für Angebote gibt es für Kolleg:innen oder wie lässt sich der Arbeitsplatz gestalten, denn es ist ein Gespräch auf Augenhöhe und der potentielle Arbeitgeber bewirbt sich gewissermaßen auch. Für das Outfit kann man sich stilmäßig an der Atmosphäre der Website orientieren – wichtig ist hier auch sich wohlzufühlen! Während des Gesprächs ist es vor allem wichtig, entspannt zu sein, sich selbst zu motivieren sowie Sympathie und Interesse zu zeigen. Außerdem kann man sich selbst fragen: Kann ich mir das vorstellen? Im Anschluss gehört eine Mail mit einem Dank für das Gespräch zum guten Ton.

Was kann ich sonst tun?

Was sonst noch hilfreich ist? Kontakte knüpfen, Netzwerken, Branchenevents besuchen (wie zum Beispiel die Frankfurter Buchmesse), an Mentoringprogrammen teilnehmen, Mitglied werden in Vereinen wie den JVM oder den Bücherfrauen oder in der Nachwuchs AG des Börsenvereins usw.

Am Ende des Abends kann man sagen, dass kaum genug Zeit blieb um alle Fragen zu klären, aber viele praktische Tipps und Anregungen mitgegeben wurden. Letztendlich ist aber jeder Weg individuell, deshalb gibt es nicht das pauschale Karriererezept. Wer Beratungsbedarf hat, kann sich an Elena Appel und Judith Hoffmann wenden (Kontakte findet ihr hier) – und natürlich auch an das JVM-Netzwerk.