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Auf der Frankfurter Buchmesse 2019 konnten die Jungen Verlagsmenschen dem Carl Hanser Verlag das Gütesiegel für Volontariate verleihen. Wie es eingesetzt wird und was ein Volontariat bei Hanser ausmacht, lest ihr hier im Interview.

Fragen an die Personalabteilung:

Hanser bietet schon seit Längerem gute Volontariate. Was würden Sie anderen Unternehmen raten?

Für ein gelungenes Volontariat erscheint uns wichtig, die VolontärInnen am Beginn intensiv zu begleiten und einzuführen – und ihnen dann sukzessive auch anspruchsvollere Aufgaben zu übertragen. Ein gutes Verhältnis zwischen Ausbildung, Übernahme von Aufgaben, die eher in den Bereich Routine fallen, und interessanten Projekten, bei denen die VolontärInnen Selbständigkeit gewinnen und sich beweisen können, ist enorm wichtig.

Sie haben das Gütesiegel nun seit ein paar Monaten. Wie setzen Sie es ein?

Wir setzen es vor allem dafür ein, für unsere Volontariate zu werben und BewerberInnen auf die Qualität unserer Volontariate aufmerksam zu machen. Seit wir für den Antrag auf das Gütesiegel nochmal zusammengefasst haben, was alles zu einem Volontariat bei uns gehört und was für unsere Volontariate spricht, haben wir zwei Auswirkungen festgestellt: Wir informieren auch unsere BewerberInnen in den Gesprächen jetzt viel umfassender und besser (und bekommen dafür sehr positive Resonanz). Und auch die KollegInnen im Haus sind stolz darauf, dass sie als BetreuerInnen und KollegInnen zu einer mit einem Gütesigel versehenen Ausbildung beitragen, und dass das jetzt schwarz auf weiß da steht.

(Diese beiden Fragen wurden von Margarete Metzger aus der Personalabteilung beantwortet)

Fragen an den/die Volontär/in:

Was gefällt Ihnen an den Volontariaten bei Hanser am Besten?

Es ist eine tolle Erfahrung, dass einem von Beginn an viel Vertrauen entgegenbracht wurde und sich das dann nach und nach u.a. auch in meiner Eigenverantwortung für verschiedene Projekte niederschlägt. Ich kann mich jederzeit rückversichern und mich mit meinen Fragen an die KollegInnen (auch in anderen Abteilungen) wenden. An meinen Projekten darf ich sehr selbstständig arbeiten und mich auch mit Geschäftspartnern entsprechend abstimmen. Dadurch bekommt man auch die Möglichkeit, viele interessante Kontakte zu knüpfen.

Was bringen abteilungsübergreifende Projekte wie „Bücher außer der Reihe“?

Durch Projekte wie „Bücher außer der Reihe“ lernt man zum einen die KollegInnen aus den verschiedensten Abteilung kennen. Das schafft Bewusstsein für den Aufgabenbereich der einzelnen Abteilungen, stärkt die Verbundenheit und den Zusammenhalt des Unternehmens und man findet vielleicht sogar neue PartnerInnen für die Mittagspausen. Zum anderen fördern Projekte dieser Art die Motivation der MitarbeiterInnen. Es ist schön, wenn man das Gefühl hat, mitbestimmen zu dürfen und – gemeinsam mit der Projektgruppe – etwas eigenes auf die Beine stellen zu können.

(Diese beiden Fragen wurden von VolontärInnen beantwortet)

Wo treiben sich die Jungen Verlagsmenschen in diesem Jahr so rum? Wo triffst Du neue und alte Gesichter? Wir haben die wichtigsten Events hier für euch zusammengestellt.

future!publish

Wann? 30. & 31. Januar 2020

Wo? Berlin

Was? Der Kongress der Buch- und Medienbranche – rund um die Themen elektronisches Publizieren und innovative Marketing- und Verkaufsstrategien.

Für uns werden zwei rasende JVM-ReporterInnen unterwegs sein und live von der Konferenz berichten. Organisiert von der Städtegruppe Berlin wird es am Freitagnachmittag außerdem zwei Ausflüge geben. Interessierte können entweder den Ueberreuter Verlag besuchen und einem Kurzvortrag unter dem Motto „Unkonventionelle Lesemotivation und das Musikalische Bilderbuch“ lauschen oder sich bei einer Verlagsführung beim Argon Verlag über den aktuellen Hörbuchmarkt informieren.

Unter #fpbln20 könnt ihr aus der Ferne mitlesen! 

Für wen? Für alle, die auf der Suche nach neuen Ideen und Impulsen für das Verlegen und Verkaufen sind. Für JVM-Mitglieder dürfen wir wieder vergünstigte Tickets für 149 EUR anbieten. 

Von wem? Organisiert von der PR-Agentur Literaturtest

Azubitag auf der BücherBörse 

Wann? 02. Februar 2020

Wo? Oberhausen

Was? Ein Tag speziell für Azubis – zum Austauschen, Informieren und inspirieren lassen – zusammen mit VerlagskollegInnen aus dem LYX Verlag.

Mit dem Workshop „Die Leser*innen im Fokus – Erfolgreich durch zielgruppengerechtes Marketing“am Beispiel des LYX-Verlagsprogramms, einem traditionellen Bücherbuffetund der LYX-Autorin Kara Atkin, die Einblicke in ihre Arbeit und ihre Bücher gibt. Zum Abschluss gibt es ein leckeres Abendessen. 

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung wird bis zum 22. Januar gebeten.

Für wen? Für Auszubildende in Buchhandlungen und Verlagen

Von wem? Von der Regionalgeschäftsstelle NRW des Börsenverein des Deutschen Buchhandels 

eBook Camp in München 

Wann? 8. Februar 2020

Wo? München

Was? Ein Barcamp für die Buchbranche: Viele Gespräche, neue Kontakte und Impulse zu neuen Trends des elektronischen Publizierens – in lockerer Atmosphäre im Werk1 in München. 

In den letzten Jahren waren dort auch einige JVM an zu treffen – das Gruppenselfie ist also obligatorisch 😉 

Unter #eBookCampgibt den Tag virutell zum Mitverfolgen.

Für wen? Für alle, die sich für das elektronische Publizieren interessieren und sich breit austauschen und vernetzen möchten. Und diejenigen, die den Tag mitgestalten möchten, können eigene Ideen für Sessions bis zum 27. Januareinreichen.

Von wem? Vom Börsenverein organisiert

London Book Fair

Wann? 10. – 12. März 2020

Wo? London

Was? Die Buchmesse für Lizenzverhandlungen, den Rechteaustausch und einen Überblick über den internationalen Markt. 

Für wen? Für alle, die international arbeiten der vernetzt sind und vor der Leipziger Buchmesse schon mal Messeluft schnuppern möchten.

Für alle, die dann nicht in London sind, empfiehlt sich der #LBF20.

Leipziger Buchmesse  

Wann? 12. – 15. März 2020

Wo? Leipzig

Was? Endlich wieder Buchmesse! 

Für uns JVMler ist der Karrieretag am Messefreitag der wichtigste Tag: Wir haben einen eigenen JVM-Stand, verschiedene Veranstaltungen für euch und ein Get together für Interessierte. Die genauen Daten, folgen.

Außerdem sind wieder MessereporterInnen für uns auf der Buchmesse unterwegs und werden über Social Media und den Blog berichten. 

Für wen? Für alle Buchmenschen

Von wem? Leipziger Messe GmbH

Überregionaler Stammtisch für Young Professionals in Köln

Wann? 25. April 2020

Wo? Köln

Was?

Die Städtegruppe Köln-Bonn und die AG Young Professionals laden zum Besuch des Botanischen Gartens mit anschließendem Stammtisch zum Netzwerken ein.

Teil I
15.00 Uhr Besuch des Botanischen Gartens Köln (bis Einbruch der Dämmerung geöffnet) und des Subtropenhauses (bis 16.00 geöffnet)
Treffpunkt: Haupteingang Alter Stammheimer Weg
Der Eintritt zu allen Bereichen ist frei.

Teil II
Überregionaler YP-Stammtisch mit Impulsvortrag von Lukas Weidenbach „Regio geht immer“ – aber was genau geht da eigentlich?
Wann: 18 Uhr bis open end
Wo: Die Weissenburg, Weißenburgstraße 66, 50670 Köln (Agnesviertel)
Anfahrt: mit der Straßenbahnlinie 18 bis Reichenspergerplatz

Zum Vortrag:
Dörte Hansens „Altes Land“, Juli Zehs „Unterleuten“, Krimis von Klaus-Peter Wolf, Klüpfel/Kobr, Rita Falk und vielen mehr … Regional stark verortete Romane finden sich regelmäßig weit oben auf den Bestsellerlisten. Der Impulsvortrag von Lukas Weidenbach erörtert die Frage: Was sind die Besonderheiten, was die Herausforderungen von „Regio“?
Lukas Weidenbach ist Lektor bei beTHRILLED – dem digitalen Spannungs-Imprint von Bastei Lübbe. Dort verantwortet er unter anderem Regio-Krimis.

Meldet euch gerne bis 09.04.2020 an, damit wir ggf. auf euch warten und die Sitzplatzreservierung im Restaurant anpassen können – natürlich sind aber auch sowohl zum Besuch des Botanischen Gartens als auch zum Stammtisch spontan Entschlossene herzlich willkommen.

Bitte per Mail an: Youngprofessionals@jungeverlagsmenschen.de

Für wen? Für Young Professionals

Von wem? Von der Städtegruppe Köln-Bonn und der AG Young Professionals

Republica

Wann? 6.-8. Mai 2020

Wo? Berlin

Was? Die größte Konferenz, oder auch Festival zu den Themen Internet und digitale Gesellschaft in Europa. 

Mit einem riesigen Angebot an verschiedenen Vorträgen, Workshops, Keynotes und Austauschmöglichkeiten sowie vielfältigen Speakern.  

Für wen? Für alle, die einen Blick über den Tellerrand der Buchbranche werfen möchten

Für alle JVMler auf der republica gibt es bestimmt auch wieder ein kleines Treffen im Innenhof.

Von wem? Von der republica GmbH

Nachwuchsparlament & Buchtage Berlin

Wann? 15. – 17. Juni 2020

Wo? Berlin

Was? Das Nachwuchsparlament bietet Nachwuchskräften der Buchbranche ein Forum, über ihre Belange und Interessen zu sprechen, sich zu Fachthemen auszutauschen und eine/n NachwuchssprecherIn als ihre Vertretung zu wählen. 

Die Buchtage sind der Treffpunkt der Branche. Es werden branchenrelevanten Themen diskutiert, in verschiedenen Ausschüssen getagt und bei der Haupt- und Fachgruppenversammlungen des Börsenvereins haben die Mitglieder am Verbandsgeschehen teil, wählen Ausschüsse und Vorstände.

Parallel findet die Jahrestagung der IG Digital statt. 

Für wen? Das Nachwuchsparlament ist sehr empfehlenswert für alle Nachwuchskräfte. Für die Plätze kann man sich bewerben. 

Von wem? Vom Börsenverein organisiert und durchgeführt

JVM Jahrestreffen 2020 – SAVE THE DATE

Wann? 11. Juli 2020

Wo? Hamburg

Was? Die Hauptversammlung des Vereins, in dem über das vergangene Jahr berichtet wird, vereinsrelevante Themen besprochen werden und alle Mitglieder zusammenkommen und am Vereinsgeschehen teilhaben können. Rund um die Versammlung findet ein bunt gemischtes Rahmenprogramm mit Get together, Workshops sowie dem Städtegruppenleitungstreffen statt. 

Für wen? Für alle Mitglieder sowie alle an den Jungen Verlagsmenschen Interessierte ein Muss! 

Von wem? Vom Hamburger Orgateam gemeinsam mit dem Vorstand organisiert

Weitere Informationen und die Anmeldemöglichkeit folgen!

Frankfurter Buchmesse 

Wann? 14.-18. Oktober 2020

Wo? Frankfurt

Was? Das Highlight des Buchbranchen-Jahres und natürlich Treffpunkt aller aus der Branche. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude! 🙂

Für wen? Für alle Branchenteilnehmenden an den Fachbesuchertagen und am Wochenende auch für die Leserinnen und Leser geöffnet.

Das Get together der JVM ist bereits ein Pflichttermin im Rahmen der Buchmesse geworden und auch sonst, wird es wieder viel Gelegenheit geben sich mit anderen jungen Verlagsmenschen auszutauschen. 

Von wem? Frankfurter Buchmesse GmbH, als Tochtergesellschaft des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

von Alina Schmidt

Im Jahr 2019 ist bereits fast jedes 3. veröffentlichte Buch ein selbstveröffentlichtes. Immer mehr Autor*innen entscheiden sich dagegen, einen Verlag zu engagieren und wählen das sogenannte Self-Publishing, veröffentlichen ihre Bücher also selbst. Im Ebook-Bereich dominieren Ebooks, die via Self-Publishing veröffentlich wurden, sogar auffallend oft die Ebook-Bestsellerlisten.
Die Veranstaltung der Self-Publishing-Plattform Books on Demand (kurz BoD) am Messesamstag, dem 19. Oktober 2019, informierte Autor*innen und solche, die es werden wollen, über die Möglichkeit, den Wunsch nach einem eigenen veröffentlichten Buch mithilfe des Print-on-Demand-Verfahrens und den Leistungen von BoD zu erfüllen. Doch was bedeutet das genau und warum sollten sich Autor*innen überhaupt für Self-Publishing entscheiden?

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von Norma Schneider

Leider wird oft übersehen, welche große Bedeutung ÜbersetzerInnen für die Buchbranche haben. Ohne sie gäbe es keine Weltliteratur und überhaupt keine Bücher von fremdsprachigen AutorInnen auf dem Markt. Erst langsam verändert sich die öffentliche Wahrnehmung zugunsten von ÜbersetzerInnen und ihrer Arbeit, doch noch immer wird häufig über Bücher berichtet, ohne den Namen der Übersetzerin oder des Übersetzers zu nennen.

Ein Weg, mehr Aufmerksamkeit für Übersetzungsarbeit zu schaffen, sind öffentliche Veranstaltungen – zum Beispiel auf der Buchmesse. So wurde auf Einladung des Deutschen Literaturarchivs in Marbach am Messefreitag auf der Weltempfangbühne über die Rolle von Übersetzungen für die (Welt-)Literatur diskutiert. Vier Frauen aus der Branche berichteten aus ihrer Perspektive über das Thema Übersetzung: Sandra Richter, die Direktorin des Deutschen Literaturarchivs, die Buchhändlerin Susanne Bader, die Übersetzerin Elisabeth Edl und die britische Literaturvermittlerin Charlotte Ryland.

Ein Buch kann viele Bücher sein

Weltliteratur, so Elisabeth Edl, das sind „Bücher, die in vielen Sprachen präsent sind“, und dafür sind die ÜbersetzerInnen zuständig. Die Sprache, in der man ein Buch liest, prägt das Bewusstsein, das man von diesem Buch hat. Von „Madame Bovary“ gibt es ca. dreißig deutsche Übersetzungen. Jede davon ist ein eigenes Buch, sagt Edl. Doch wenn eine Übersetzung veraltet klingt, spreche das gegen die Qualität der Übersetzung, meint Elisabeth Edl. Wenn die Vorlage ein zeitloser Klassiker ist, veraltet auch eine gute Übersetzung nicht. Warum dann so viele Übersetzungen eines einzigen Buches? Auch die 31. Übersetzung von „Madame Bovary“ sei nötig, wenn vorher der Stil des Originals nicht gut getroffen wurde. Zum Glück sei die deutsche Sprach sehr biegsam. Sie könne den Stil von verschiedenen Fremdsprachen sehr gut nachahmen.

Vermittlungsarbeit: Die Übersetzungen in den Markt und zu den LeserInnen bringen

Wie wählt eine Buchhandlung aus, welche Übersetzung sie ihren KundInnen anbietet? Buchhändlerin Susanne Bader, sagt, dass ihre Beurteilungskraft nicht ausreicht, um zu sagen: Das ist die wahre Übersetzung. Das persönlich geprägte Sortiment spiegelt auch bei Übersetzungen die eigenen Vorlieben. Aufgabe der Buchhändlerin ist es auch, die passende Übersetzung für die KundInnen zu finden. 40-50 % ihrer angebotenen Titel sind Übersetzungen.

Von einem so großen Anteil an Übersetzungen kann man in Großbritannien nur träumen, erläutert Charlotte Ryland. Nur 3-5 % der Bücher auf dem britischen Markt sind übersetzte Titel. Den britischen LeserInnen, aber auch der Buchbranche fehle es an Weltoffenheit. Das müsse dringend geändert werden. Zum Beispiel müssten Vorurteile gegenüber deutscher Literatur abgebaut werden, die vielen als langatmig, übermäßig philosophisch, männlich und humorlos gilt.

In Großbritannien sind es vor allem kleine, unabhängige Verlage, die Risiken eingehen und versuchen, mehr Diversität in den Buchmarkt zu bringen, indem sie sich auf Übersetzungen konzentrieren. Auch die ÜbersetzerInnen selbst setzen sich ein, um etwas zu verändern: Sie treten als VertreterInnen für AutorInnen und Bücher auf, für die sie bei den Verlagen werben.

Es gibt keine Normen für eine gute Übersetzung – aber sie ist viel Arbeit

Wann ist eine Übersetzung eine gute Übersetzung? Dafür gibt es keine Normen, so Sandra Richter. Auch schlechte Übersetzungen können sehr erfolgreich sein. So hätten die ersten Übersetzungen Thomas Manns in Amerika sehr wenig mit dem Original zu tun gehabt, die Texte seien zu amerikanischen Gesellschaftsromanen gemacht worden. Doch das habe zu Manns Popularität beigetragen – und später weitere, originalgetreuere Übersetzungen angeregt. Der Blick in die Nachlässe von ÜbersetzerInnen zeigt, wie unterschiedlich ihre Herangehensweise war. So wird bei Poesie oft sehr lange nach dem passenden Wort gesucht, das teilweise weit weg vom Original sein kann. Bei manchen Romanen wird schnell und sogar Wort für Wort übersetzt. Bei komplexen Texten wird oft immer wieder korrigiert und verbessert, bis der fertige Text dasteht, berichtet Richter.

Eines ist klar: ÜbersetzerInnen sind mehr als Hilfsfiguren im Literaturbetrieb. Sie sind die „zweiten Schöpfer“ eines Textes, sagt Sandra Richter. Sie müssen sichtbar gemacht und gewürdigt werden. In Großbritannien, so Ryland, gibt es dafür schon eine Kampagne mit dem Hashtag #namethetranslator, die fordert, den Namen des Übersetzers oder der Übersetzerin auf das Buchcover zu schreiben. Warum eigentlich nicht?


Artikel verfasst von Norma Schneider im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

von Alwina Nagel

Fernab von etablierten Großverlagen gewinnt das Selbstverlegen immer mehr an Beliebtheit. Das sogenannte Selfpublishing beschreibt AutorInnen, die ihre Werke in Eigenhand veröffentlichen. Dass diese Bücher jedoch nicht von selbst im Buchhandel auftauchen, erklärt Daniela Kahl, Referentin des MVB (Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels), am Messemittwoch.

Die Angebote des MVB bestehen nicht nur aus Plattformen für die Vermarktung der Werke, sondern bieten auch Austausch und Orientierung für den Selbstverlag. Beanspruchen diese keine anderen Dienstleistungen, beispielsweise ein Lektorat, ist besonders die Kommunikation mit erfahrenen BranchenteilnehmernInnen von Wert.

Grundlegend für veröffentlichte Werke ist die Internationale Standardbuchnummer – kurz die ISBN. Diese macht, ähnlich der menschlichen DNA, jedes Buch und Buchformat (sprich eBook, Hörbuch) identifizierbar. Über die ISBN wird das Buch im VLB, dem Verzeichnis lieferbarer Bücher, gespeichert und ist für jede/n abrufbar. Kahl betont die Bedeutung eines gepflegten Internetauftritts in dem Verzeichnis: Eine vollständige Meldung des eigenen Werkes schließt Informationen wie Buchcover, Inhaltsbeschreibung und Biografie der AutorInnen ein, die an den Handel weitergegeben werden. SelbstverlegerInnen profitieren nicht nur von der Reichweite des VLB, sondern auch von der automatischen Meldung an die Deutsche Nationalbibliothek. 

Die wichtigste Frage für Selfpublishing ist und bleibt die Frage nach dem Erreichen der Leserschaft. Nützlich ist hier auch das Börsenblatt, das jeden Donnerstag als meistgelesenes Magazin der Branche herausgegeben wird. Das Buchtipp-Format kann von kleineren Verlagen gebucht werden, so auch von Selbstverlagen, um auf Neuerscheinungen aufmerksam zu machen. Auch der Deutsche Selfpublishing-Preis generiert unter dem Hashtag #dspp19 Aufmerksamkeit und prämiert AutorInnen mit 6.000 Euro als Preisgeld.

Passend zum Rahmen der Veranstaltung ist auch der Hinweis auf die Frankfurter Buchmesse selbst – denn mit mehr als 250.000 BesucherInnen im Jahr 2018 lohnt sich die Ausstellung der eigenen Bücher auf Buchmessen durchaus. Fündig wird man so nicht nur als Privatperson beim Besuch, denn auch für FachbesucherInnen bietet die Frankfurter Buchmesse Weiterbildung in Form von Vorträgen und Workshops an.  


Artikel verfasst von Alwina Nagel im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

von Alwina Nagel

Unter dem Motto „Am Anfang ist die Idee“ nahmen am Sonntag der Frankfurter Buchmesse 2019 die Weltenbauer der Kindle Direct Publishing-Plattform ihr Publikum in fantastische Welten mit seekranken Wikingern und einbeinigen Hexen mit. Hinter der Autorenvereinigung der Weltenbauer stehen die AutorInnen Mira Valentin (Enyador-Saga, Talente)Sam Feuerbach (Die Krosann-SagaDer Totengräbersohn) und Greg Walters (Die-Bestien-Chroniken, Farbseher-Saga), die zwar nicht nur, jedoch vor allem Bücher im Genre Fantasy schreiben. Leider musste Walters sich kurzfristig entschuldigen und fehlte auf der Buchmesse aufgrund eines freudigen Vorfalls: Er war am Vortag Vater geworden. Herzlichen Glückwunsch auch an dieser Stelle!

High Fantasy, Urban Fantasy, Romance Fantasy… 

Was macht das Genre nach wie vor zu einem der beliebtesten auf dem Buchmarkt? Für Feuerbach ist es ganz einfach: Schreibt man Fantasy, so sind die Möglichkeiten grenzenlos. Sowohl Valentin als auch Feuerbach ordnen sich als „discovery writer“ ein – fangen sie mit einem neuen Manuskript an, dann ist ihnen beiden bestenfalls eine Grundgeschichte bekannt, ganz im Gegenteil zu AutorInnen die sechzig bis siebzig Seiten Entwurf parat haben. Laut Feuerbach entstehen seine Welten explorativ. So wie seine Charaktere eine neue Welt erkunden, entdecken auch die Weltenbauer ihre Welten das erste Mal. 

Oft findet man zu Beginn von Fantasy-Romanen durchdachte Karten. Valentin gibt hier den Tipp einer sinnvollen Gestaltung. Als Beispiel nennt sie einen Fluss auf einer ihrer Karten, der von einem ins andere Meer mündete, doch sollte dieser ein Süßwasserfluss sein, was somit nicht möglich wäre. Eines der größten Kriterien sind aber die authentischen Charaktere, die die Seele des Buches bilden. Valentin, Feuerbach sowie Walters betreiben hier gerne „Rule Breaking“ und kreieren Antihelden. In einem bald erscheinenden Roman von Mira Valentin ist der Protagonist ein Wikinger, der von der Seekrankheit geplagt wird. Denn sind Charaktere zu perfekt und zu schön, können sich LeserInnen nicht mit ihnen identifizieren.

Selfpublishing zwischen Freiheit und Verantwortung

Selfpublishing spielt für die Weltenbauer eine große Rolle. Anders als im traditionellen Verlag schätzen sie hier die große Freiheit. Das Kindle Direct Publishing stützt mit gutem Support und Sichtbarkeit. Was für einige Freiheit bedeutet, kann allerdings für andere auch zusätzliche Belastung bedeuten. Denn als Selbstverlag wird man automatisch zum Unternehmer und trägt Verantwortung für Faktoren wie Coverdesign und Lektorat. Wichtig ist die Vermarktung der eigenen Titel, für die es keinen allgemeingültigen Tipp gibt. Instagram, Facebook und Twitter sind als soziale Netzwerke unabdingbar, um in Kontakt mit LeserInnen zu treten und eine eigene Internetpräsenz auszubauen. Feuerbach fügt hinzu, dass eine eigene Website hilfreich ist, er diese am Anfang seiner Karriere jedoch noch nicht als nötig gesehen hat. Marketingagenturen erweisen sich häufig als kostspielig – günstiger sind Messepräsenzen wie auf der Frankfurter Buchmesse 2019, auf der man sich günstig Zeitslots reservieren oder ein eigenes Meet Up planen kann. 

Und wem es mit der Veröffentlichung des eigenen Fantasy-Buches noch nicht reicht, kann sich wie Mira Valentin im Cosplay erproben und in die Haut von Charakteren schlüpfen. So sorgte die Autorin mit ihrem Outfit, inspiriert durch Walters Bestien-Chroniken für Staunen und Begeisterung vor dem Vortrag und danach für große Augen und laute Begeisterung.


Artikel verfasst von Alwina Nagel im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.