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von Alina Zaiser

Was man als AbsolventIn eines geisteswissenschaftlichen Studiums letztlich damit anfängt, ist eine Dauerfrage. ZEIT Campus griff das Thema Anfang 2018 auf und konstatierte: „Tatsächlich kann der Berufseinstieg manchmal holprig sein, aber wer flexibel ist, hat gute Chancen“.

Was das in der Praxis bedeutet, war auch auf dem diesjährigen Young Professionals Day auf der Frankfurter Buchmesse, ausgerichtet vom Mediacampus Frankfurt, ein zentrales Thema. Der Karriereweg einer Metadaten-Managerin, eines Produktmanagers und einer Marketing Managerin sollten zeigen: Es gibt die Berufszweige für die Geisteswissenschaften.  Wir stellen sie einmal genauer vor:

1. Metadaten-Managerin

Ramona Böhm von Droemer Knaur macht den Anfang. Sie arbeitet seit Jahren als Metadaten Managerin bei der Verlagsgruppe. Ob sie das denn immer schon gewollt habe, kam die Frage aus dem Publikum? Nein, sagt Böhm. Schon die Ausschreibung war damals noch sehr wage gehalten, die Verlagsgruppe suchte eine Person, die sich unter anderem auch mit Metadaten und SEO auskennt. Daraus hat sich dann ihr heutiges Stellenprofil entwickelt.

Aber was sind das eigentlich: Metadaten? „Metadaten sind Daten, die Informationen über Merkmale anderer Daten enthalten, aber nicht diese Daten selbst“, Böhms auf die Leinwand projizierte Definition klingt da noch sehr akademisch, etwas abstrakt. Im Grunde sind Metadaten diejenigen Informationen, die das Buch beschreiben, sagt sie auf die interessiert-ratlosen Blicke aus dem Publikum. Diese Informationen ermöglichen es Algorithmen erst, die Produkte im Netz auffindbar zu machen. „Wer einen Thriller sucht, will keine wissenschaftliche Abhandlung finden, wenn man eine entsprechende Schlagwortsuche im Netz startet.

Angefangen hatte die studierte Germanistin ihren Weg als Praktikantin bei Lovelybooks im Bereich Community Management und Social Media, darauf folgte eine Station als Volontärin im Marketing und Vertrieb bei MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels. Dort blieb sie als Marketing Managerin, ehe sie sich auf die Ausschreibung bei Droemer Knaur bewarb. „Eine Metadaten Managerin sitzt an der Schnittstelle zwischen IT und Lektorat“, angesiedelt sei sie aber weiterhin im Vertrieb. „Metadatenmanagement wird überall im Verlag gebraucht“.

2. Produktmanager Digital

Klassische Berufsbilder wie PolizistIn, LehrerIn oder PilotIn sind klar definiert, jede/r kennt die Aufgaben. ProduktmanagerInnen haben es da schwerer. Anjo Schwarz, Produktmanager Digital bei MVB, sieht sich als „Anwalt der KundInnen“. Die Betreuung eines Produkts von der Entwicklung bis zur Markteinführung, sei die Hauptaufgabe. Dass das Produkt auch schließlich dem entspricht, was die KundInnen wollen. Gelingt es, ist das für das Unternehmen und die AbnehmerInnen gleichsam eine „Win-Win-Situation“.

ProduktmanagerInnen sind grundsätzlich vielseitig einsetzbar: Produktentwicklung, Wettbewerbs- und Marktbeobachtung, Betreuung der Markteinführung, Produktvertrieb und -marketing und Controlling. Bereiche also, die auch in einem Verlag und der Medienbranche fest verankert sind.

Schwarz ist ein Generalist. Er hat Germanistik und Journalistik studiert, was in der Buchbranche häufiger der Fall ist. Ein kaufmännischer und betriebswirtschaftlicher Hintergrund seien aber ebenso gut geeignet, im Produktmanagement einzusteigen. Was zählt ist, sich gerne mit komplexen Sachverhalten auseinanderzusetzen, neue und unerwartete Herausforderungen sicher anzugehen und im Zusammenspiel mit verschiedenen Abteilungen Verantwortung zu übernehmen.

3. Junior Marketingmanagerin

Kathrin Betka hat als Buchhändlerin begonnen, heute ist sie Junior Marketing Managerin bei HarperCollins Germany GmbH. Sie betreut die Imprints HarperCollins, MIRA Taschenbuch und DRAGONFLY. Darunter fallen die Bereiche Handels- und Endkundenmarketing. Was das heißt? Auf der einen Seite steht die Gestaltung der Programmvorschau und des sog. Point of Sale (Displays, Aufsteller, etc.), vorrangig zwischen Unternehmen, und auf der anderen Seite Kampagnenplanung, Social Media- und Community Management und vieles mehr, was direkt der Interaktion mit den KundInnen bedarf.

Betka konnte bei der Gründung des Imprints DRAGONFLY in verantwortlicher Position mitwirken: von der Positionierung, der Konzeption bis zum Pre-Launch. Diese Aufgaben stellten sie zweifelsohne vor hohe Herausforderung, da der Markt bereits umkämpft ist. Nach einer Eingewöhnungsphase aber fühlte sie sich wohl in diesem Bereich, der einen starken „Startup-Charakter“ aufweist. Die relativ unmittelbare Rückkopplung beim Endkunden zeige (Miss)-Erfolge gleichsam auf, was motiviert und die Kreativität anregt.


Artikel verfasst von Alina Zaiser im Rahmen der JVM-MessereporterInnen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

Zum zweiten Mal vergaben die Jungen Verlagsmenschen auf der Leipziger Buchmesse das Gütesiegel für Volontariate. „Ausgezeichnet! Gütesiegelträger im Gespräch“ mit dem zweiten Preisträger Hogrefe. Was Hogrefe als guten Arbeitgeber ausmacht und worauf das Unternehmen besonders Wert legt, lest ihr in diesem Interview.

Fragen an die Personalabteilung:

Weshalb ist es Ihnen wichtig, gute Volontariate anzubieten?

Wir möchten über die Volontariate junge Fachkräfte gewinnen, sie in den spezifischen Abläufen in unserem Verlag ausbilden und langfristig als Mitarbeiter binden. Dies kann nur gelingen, wenn die Volontäre mit ihrer Ausbildung beim Hogrefe Verlag zufrieden sind und sich bei uns wohlfühlen.
Uns ist es deshalb wichtig, unsere Volontäre angemessen zu fördern, sie gerecht zu entlohnen und wertschätzend in die jeweilige Abteilung zu integrieren.

Was ist das Besondere an Ihrem Verlag bzw. an Ihren Volontariaten?

In unserem Buch- und Testlektorat arbeiten ausschließlich MitarbeiterInnen mit einem psychologischen Abschluss. Viele von ihnen haben den Weg ins Lektorat über ein Volontariat gefunden. Nach dem Studium verfügen die Studenten zwar über das nötige psychologische Fachwissen, der Bezug zum Verlagswesen und der Lektoratsarbeit fehlt allerdings noch. Ein Volontariat beim Hogrefe Verlag ist deshalb ein möglicher Weg, als Psychologe den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen.

Haben Sie eine Empfehlung an Unternehmen, die sich ebenfalls für das Gütesiegel bewerben wollen?

Wir möchten anderen Unternehmen empfehlen, den Fragebogen einfach auszufüllen und die Bewerbung abzusenden. Falls noch nicht alle Bedingungen erfüllt sein sollten, kann man die Rückmeldungen der Jungen Verlagsmenschen nutzen, um sich zu verbessern und sich nach der Umsetzung jederzeit wieder zu bewerben. Es gibt also nichts zu verlieren!

Beantwortet von Mariele Walter (Leitung Personalabteilung) und Carolin Reintke (Ausbildungskoordinatorin)

Fragen an den/die Volontär/in:

Woran merkst du, dass bei Hogrefe Wert auf ein gutes Volontariat gelegt wird?

Hogrefe bietet den Volontären eine weitgefächerte Ausbildung an, die über die Grenzen der eigenen Abteilung hinaus geht. Man kann in anderen Abteilungen hospitieren und deren Aufgabenbereiche kennenlernen. Außerdem gibt es einen gut strukturierten Ausbildungsplan und Hogrefe ermöglicht Volontären den Besuch von Fachmessen (z. B. Frankfurter & Leipziger Buchmesse). Der Verlag gibt den Volontären auch die Möglichkeit sich extern weiterzubilden (z. B. Teilnahme an Seminare der Akademie der deutschen Medien). Zudem hat man das Gefühl, dass Hogrefe ein Interesse daran hat die Volontäre zu behalten – man ist nicht nur ein „Lückenfüller“. Zudem stehen erfahrene Kolleginnen und Kollegen als Mentoren zur Verfügung, die bei Fragen und Problemen gerne weiterhelfen.

Konntest du dich bei deinem Ausbildungsplan aktiv mit einbringen?

Die groben Strukturen des Ausbildungsplans waren vorgegeben, jedoch hatte ich die Möglichkeit Vorschläge einzubringen (z. B. bei der Auswahl anderer Abteilungen für die Hospitation).

Worauf sollten Berufsanfänger bei der Suche nach einem Volontariat achten?

Bei der Suche nach einem Volontariat sollten Berufsanfänger unter anderem auf einen Ausbildungsplan achten: Gibt es überhaupt einen Plan? Wenn ja, wie sieht der aus? Gibt es Möglichkeiten zur Weiterbildung?
Es sollte einem bewusst sein, dass der Volontär kein Praktikant ist, sondern eher mit einer „Ausbildung in Vollzeit“ gleichzusetzen ist. Außerdem sollte auf ein angemessenes Verhältnis von Vergütung und Arbeitspensum geachtet werden und darauf, dass eine Übernahme nach dem Volontariat nicht von Anfang an kategorisch ausgeschlossen wird.

Zum zweiten Mal vergaben die Jungen Verlagsmenschen auf der Leipziger Buchmesse das Gütesiegel für Volontariate. „Ausgezeichnet! Gütesiegelträger im Gespräch“ mit dem dritten Preisträger Eugen Ulmer. Was Eugen Ulmer als guten Arbeitgeber ausmacht und worauf das Unternehmen besonders Wert legt, lest ihr in diesem Interview.

Fragen an die Personalabteilung:

Was ist Ihnen in Bezug auf die Ausbildung Ihrer Volontäre besonders wichtig?

Auf jeden Fall eine gute und fundierte Ausbildung, so dass die Volontäre hoffentlich danach bei uns eine Anstellung bekommen oder auf dem freien Markt gute Möglichkeiten haben.

Bei Ulmer werden Volontariate sowohl in den Buchlektoraten als auch in den Zeitschriftenredaktionen angeboten. Welche Herausforderungen bringt es mit sich, Volontären aus beiden Bereichen dieselben Rahmenbedingungen und Möglichkeiten zu bieten?

Die Rahmenbedingungen im Haus sind für beide Bereiche gleich. Die Bedingungen der Weiterbildung sind leider unterschiedlich, da müssen wir prüfen, was wir den Volontären bieten können. Was würden Sie anderen Unternehmen raten, die sich für das Gütesiegel interessieren?

Was würden Sie anderen Unternehmen raten, die sich für das Gütesiegel interessieren?

Eine gute Ausbildung anbieten, um dann offen und ehrlich die Fragen beantworten zu können. Dann hängt es doch von den Volontären ab, ob sie das Unternehmen gut bewerten. Wie werden Sie das Gütesiegel in Zukunft einsetzen? Was erhoffen Sie sich davon für Eugen Ulmer im Speziellen und für die Branche im Allgemeinen?

Wie werden Sie das Gütesiegel in Zukunft einsetzen? Was erhoffen Sie sich davon für Eugen Ulmer im Speziellen und für die Branche im Allgemeinen?

Das Gütesiegel werden wir für den Bereich Akquise nutzen und es bei Anzeigen für neue Mitarbeiter*innen im Bereich Volontariat einsetzen. Wir hoffen dadurch mehr und gute Bewerbungen zu bekommen. Für die Branche ist es auf jeden Fall ein Signal, dass Ausbildung mehr als nur Wissensvermittlung ist und als gesamtheitliche Aufgabe gesehen werden muss, der Beruf eine Zukunft hat und auf Qualität wert gelegt wird.

Beantwortet von Sabine Gutekunst, Personalleitung.

Fragen an den/die Volontär/in:

Was zeichnet aus Ihrer Sicht als Branchennachwuchs einen attraktiven Arbeitgeber aus?

Ein attraktiver Arbeitgeber zeichnet sich dadurch aus, dass er die Möglichkeit bietet, sich im Rahmen seines Arbeitsfeldes frei zu entwickeln und auch selbst schnell eigene Verantwortung zu übernehmen. Es sollte möglich sein, trotz der alltäglichen Aufgaben auch noch „nach rechts und links“ blicken zu können und trotz des Fokus auf bestimmte Themen nicht das Gesamtbild oder die Branchenentwicklungen aus den Augen zu verlieren.

Was ist Ihnen persönlich für Ihr Volontariat am wichtigsten und inwiefern finden Sie das in den Kriterien des Gütesiegels widergespiegelt?

Mir ist es sehr wichtig, dass mir die Freiheit gegeben wird, selbst Verantwortung zu übernehmen und eigene Themen in den Arbeitsalltag einzubringen, aber zugleich auch die Sicherheit, dass ich mich bei Fragen oder Problemen jederzeit an jemanden wenden kann.

Gerade den letzten Punkt sehe ich in den Kriterien des Gütesiegels sehr gut widergespiegelt: Hier wird Wert gelegt auf eine feste Betreuung und regelmäßige Feedbackgespräche.

Was würden Sie zukünftigen Volontären für ihr Volontariat und die Wahl ihres Arbeitgebers mit auf den Weg geben?

Junge Menschen, die sich für ein Volontariat entscheiden, sollten sich auf jeden Fall bewusst sein, dass sie einen Ausbildungsweg wählen, bei dem die eigentliche Ausbildung im stressigen Arbeitsalltag oft untergeht. Zudem ist es wichtig, dass die Themenfelder, in denen man sich später bewegt, der jeweiligen Person nicht völlig fremd sind.

Bei der Wahl des Arbeitsgebers sollte man auf jeden Fall nachhaken, ob ein Ausbildungsplan existiert. Sollte es nicht vorab bekannt sein, würde ich spätestens im Bewerbungsgespräch auch nachfragen, ob es einen Ausbildungsbetreuer (m/w/d) und feste Ansprechpartner gibt. Hier wäre auch abzuklären, ob es eine Überstundenregelung gibt.

Beantwortet von Julia Schenkenberger, eine der Redaktionsvolontärinnen.

Zum zehnjährigen Jubiläum des Junge Verlagsmenschen e.V. geht das neue Mentoringprogramm 2019 in die erste Runde. Unter dem Motto „für Junge Verlagsmenschen von Jungen Verlagsmenschen“,  können sich die Young Professionals im Verein als Mentoren für Berufseinsteiger*innen, Volontär*innen, Student*innen, und Praktikant*innen einsetzen und diese bei der Karriereplanung unterstützen. 

Das Mentoringprogramm läuft über neun Monate, in denen sich Mentor*in und Mentee regelmäßig austauschen. Als Rahmenveranstaltungen werden ein Kennenlern-Kickoff beim Jahrestreffen vom 12.-14. Juli auf dem mediacampus frankfurt, eine Midterm-Veranstaltung mit Workshops zum Weiterbilden im November und ein Abschlusstreffen 2020 auf der Leipziger Buchmesse  angeboten. Neben dem individuellen Austausch zwischen Mentor und Mentee profitieren beide Seiten durch Experten-Workshops zu verschiedenen Themen wie Gesprächsmoderation.

„Schon seit längerer Zeit liegt es uns am Herzen, ein Mentoringprogramm für Berufseinsteiger anzubieten. Mit dem JVM Mentoring können sich die Teilnehmer nicht nur intensiv vernetzen, sondern auch wichtige Soft Skills lernen und einen großen Schritt in ihrer Karriereplanung machen.“, erläutert die 2. Vorsitzende Britta Fietzke.

Die Teilnahme am Mentoringprogramm kostet für Mentees 150 € (inkl. Eintritt zu allen genannten Veranstaltungen) und ist exklusiv für Mitglieder des Junge Verlagsmenschen e.V. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 30. April.

Mehr Informationen zum Mentoringprogramm:

https://jungeverlagsmenschen.de/karriere/mentoring/

Pressekontakt:
Britta Fietzke
britta.fietzke@jungeverlagsmenschen.de
Tel: 0177 / 835 48 63

Über den Junge Verlagsmenschen e.V.:

Der Junge Verlagsmenschen e.V. ist mit über 800 Mitgliedern in 13 Städtegruppen das größte Nachwuchsnetzwerk der Buch- und Medienbranche. Er bietet Young Professionals, Berufsanfänger/innen und Studierenden eine unabhängige Plattform, um sich auszutauschen, weiterzubilden und zu organisieren. Die AG Young Professionals organisiert das Mentoringprogramm.

Wieder haben drei Unternehmen der Buchbranche es geschafft, den Qualitätskriterien des Junge Verlagsmenschen e.V. zu entsprechen: Sie wurden auf der Leipziger Buchmesse mit dem Gütesiegel für Volontariate ausgezeichnet. Die zweite Runde Gütesiegel vergab der Nachwuchsverein im Rahmen des Karrieretags an das Holtzbrinck-Literaturportal LovelyBooks, den Wissenschaftsverlag Hogrefe und den Fachverlag Eugen Ulmer. Die Unternehmen erfüllten alle Kriterien für ein gutes Volontariat und setzen sich darüber hinaus nachhaltig für die Ausbildung des Branchennachwuchses in ihren Unternehmen ein. Im Anschluss an die Verleihung gab es bei einem Meet&Greet die Möglichkeit, Vertreter der ausgezeichneten Unternehmen und deren VolontärInnen persönlich zu treffen und mit ihnen über Berufseinstiegsmöglichkeiten zu sprechen. 

Selina Reimer, Vorstandsmitglied und Sprecherin der AG Nachwuchsrechte: 

„Wir sind sehr glücklich darüber, dass sich das Gütesiegel nun etabliert hat, seit wir es auf der Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal an den Ernst Klett Verlag, Open Publishing und Kiepenheuer & Witsch vergeben haben. Aus zahlreichen Bewerbungen, die seitdem über unsere AG Nachwuchsrechte eingegangen sind, konnten wir aus der Branche wieder drei Unternehmen hervorheben, die sich besonders um eine gute Ausbildung für ihre VolontärInnen bemühen.“ 

Über das Gütesiegel: 

Für das Gütesiegel können sich Unternehmen der Buchbranche im deutschsprachigen Raum sowie deren VolontärInnen mit der Einreichung eines Fragebogens bewerben. Voraussetzung für den Erhalt des Gütesiegels ist die Erfüllung verbindlicher Ausbildungsstandards, zu denen beispielsweise ein Ausbildungsplan, Fortbildungen, eine feste Betreuung, Feedbackgespräche und eine Überstundenregelung gehören. Die Kriterien für die Vergabe orientieren sich u. a. an den Volontariaten in Presse- und Zeitschriftenverlagen, die größtenteils mithilfe von Tarifverträgen geregelt sind. Um ein objektives Bild zu erhalten, wird der Fragebogen von der Personalabteilung sowie von mindestens drei Volontären unabhängig voneinander ausgefüllt. Die Gütesiegel werden nach positiver Prüfung für zwei Jahre in regelmäßigen Abständen durch die AG Nachwuchsrechte des Junge Verlagsmenschen e.V. vergeben. Die Ergebnisse der Prüfung werden für jeden Verlag in einem Gütesiegelbericht dokumentiert und können auf der Webseite des Vereins öffentlich eingesehen werden. 

Cigdem Aker, 1. Vorsitzende der Jungen Verlagsmenschen, zu den Zielen des Gütesiegels: „Das Volontariat ist in den meisten Verlagen immer noch der klassische Berufseinstieg für Hochschulabsolventen und -absolventinnen. Mit dem Gütesiegel und seinen transparenten Qualitätskriterien wollen wir dazu beitragen, dass auch in Zukunft die besten Nachwuchskräfte ihren Weg in die Branche finden.“ 

Und das sagen die ausgezeichneten Unternehmen: 

aboutbooks GmbH (LovelyBooks.de):

„Wir freuen uns sehr, das Gütesiegel der Jungen Verlagsmenschen für unsere Volontariate zu erhalten! Als ehemalige Volontärin weiß ich wie wichtig es unserem Unternehmen ist, das Volontariat spannend und lehrreich zu gestalten. Es ist mir ein ganz persönliches Anliegen meinen Teil dazu beizutragen: Mit unserem Volo-Projekt, welches die Volontäre selbstständig gestalten und bearbeiten, möchten wir die individuellen Stärken der Volontäre fördern und Ihnen die Chance der Weiterentwicklung geben. So haben wir schon zahlreiche spannende und erfolgreiche Projekte gemeinsam umsetzen können.“ 

Hogrefe GmbH & Co.KG: 

„Wir sehen das Volontariat als Chance, um mit jungen Fachkräften in Kontakt zu kommen und sie nach der fundierten Ausbildung während des Volontariats als langjährige Mitarbeitende zu gewinnen. Unsere Volontäre profitieren während ihrer Ausbildung von dem motivierenden Arbeitsumfeld bei Hogrefe, vielen Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, fairer Vergütung und vielen weiteren Benefits.“ 

Verlag Eugen Ulmer: 

„Wir freuen uns sehr und gratulieren den beiden Verlagen, die ebenfalls das Siegel erhalten! Für den Verlag Eugen Ulmer, der trotz der 160 Mitarbeiter familiär geprägt ist, ist dieses Gütesiegel eine große Auszeichnung. Erst im Zuge der Bewerbung wurde uns bewusst, dass das, was wir in der Ausbildung tun, offenbar nicht selbstverständlich ist. Dabei ist es für uns nicht nur ein Herzensanliegen, wir sehen auch die Verantwortung gegenüber den jungen Menschen und den Branchen, in denen wir tätig sind. Nicht zuletzt signalisiert das Siegel unseren Zielgruppen, dass ein Volontariat in einer crossmedial und eigenverantwortlich arbeitenden Fachredaktion bei Ulmer attraktiv ist und eine Basis für ein erfolgreiches Berufsleben bietet. Wir bedanken uns bei den Jungen Verlagsmenschen für die Entscheidung, aber auch bei unseren Volontär*Innen, die sich – unabhängig – so positiv geäußert haben. Das Siegel ist Ansporn für uns, Auszubildende und Volontäre weiterhin gut auszubilden und zu betreuen und diese Aufgabe weiterzuentwickeln.“ 

Mehr Informationen zum Gütesiegel: 

www.jungeverlagsmenschen.de/guetesiegel 

Pressekontakt: 

Selina Reimer 

Junge Verlagsmenschen e.V. Schatzmeisterin selina.reimer@jungeverlagsmenschen.de 0163/3504619 

Über den Junge Verlagsmenschen e.V. 

Der Junge Verlagsmenschen e. V. ist mit über 800 Mitgliedern in 13 Städtegruppen das größte Nachwuchsnetzwerk der Buch- und Medienbranche. Er bietet Young Professionals, Berufsanfänger*innen und Studierenden eine unabhängige Plattform, um sich auszutauschen, weiterzubilden und zu organisieren. Seit Mitte 2014 gibt es innerhalb des Vereins die AG Nachwuchsrechte, die sich gezielt den Interessen des Nachwuchses widmet und in den Jahren 2015 und 2017 eine Umfrage zu den Arbeitsbedingungen des Branchen-nachwuchses durchgeführt hat. Diese Umfrage diente als Basis für die spätere Ausarbeitung des Gütesiegels für Volontariate. 

Kurz vor der nächsten Gütesiegelverleihung schließen wir unsere erste Runde „Ausgezeichnet! Gütesiegelträger im Gespräch“ mit dem dritten Preisträger der ersten Stunde – Open Publishing. Was Open Publishing als guten Arbeitgeber ausmacht und worauf das Unternehmen besonders Wert legt, lest ihr in diesem Interview.

Open Publishing scheint vielleicht auch aufgrund der Größe ein Arbeitgeber zu sein, bei dem sich die Mitarbeiter sehr wohl fühlen. Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um ein positives und motivierendes Betriebsklima zu herzustellen – gerade im Hinblick auf den Nachwuchs?

Dr. Julius Mittenzwei, Geschäftsführer: Wir verstehen uns als Open Publishing Familie mit flachen Hierarchien und nahbaren Geschäftsführern, um ein angenehmes und motivierendes Betriebsklima zu schaffen. Dazu gehören auch unsere Volontäre, denen wir schon früh Verantwortungen übertragen. Beispielsweise gibt es Projekte, an denen Volontäre komplett selbständig arbeiten. Darüber hinaus haben wir durch unsere agilen Arbeitsprozesse ein Start-up-Feeling erhalten. Gleichzeitig können wir die Sicherheit eines erwachsenen Unternehmens bieten.

Was erhoffen Sie sich vom Gütesiegel für Ihr Unternehmen und die Branche insgesamt?

Dr. Julius Mittenzwei: Als Arbeitgeber stehen wir im ständigen Wettbewerb mit anderen Unternehmen um die besten Mitarbeiter. Deshalb ist es für uns wichtig, dass wir für potenzielle Bewerber sichtbar sind und unsere Bekanntheit steigt. Das JVM-Gütesiegel zeigt zukünftigen Mitarbeitern, dass sie bei uns nicht nur ein angenehmes Arbeitsklima finden werden, sondern auch eine sehr gute Ausbildung angeboten wird. Des Weiteren hoffen wir, dass sich durch Gütesiegel dieser Art die Qualität der Volontariate in der Branche insgesamt verbessern wird.

Was braucht es aus Ihrer Sicht, um als Nachwuchskraft in einem Unternehmen anzukommen und sich als Teil des Teams zu fühlen?

Anja Spägele, ehemalige Volontärin, mittlerweile Marketing Managerin: Wichtig sind ein fester Ansprechpartner, regelmäßige Feedbackgespräche und eine gewisse Wertschätzung der eigenen Arbeit und Person. Bei Open Publishing ist das alles vorhanden und ich konnte mich nicht nur mit der Arbeitsweise, sondern auch mit der lieben Bürogemeinschaft identifizieren.

Wie wichtig ist Ihnen der Erfahrungsaustausch mit anderen Volontärinnen und Volontären und inwiefern wird dieser bei Open Publishing gefördert?

Anja Spägele: Den Austausch mit den anderen Volontärinnen und Volontären schätze ich sehr. Hier wird nicht nur eine gegenseitige Hilfestellung geboten, sondern auch konkret über Verbesserungswünsche geredet, die dann auch direkt mit der Geschäftsleitung besprochen werden können. Dazu gibt es einen regelmäßigen Volo-Stammtisch. Außerdem betreuen wir Volos gemeinsam ein Facebook-Projekt, bei dem vor allem der Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit auch über die verschiedenen Abteilungen hinaus im Vordergrund stehen.

Was möchten Sie zukünftigen Volontären bei der Wahl ihres Arbeitgebers mit auf den Weg geben?

Ich persönlich finde es gut, wenn bei einem Volontariat der Ausbildungscharakter im Vordergrund steht. Eine Arbeit, in der man nach zwei Monaten bereits vollwertige Arbeit leistet, ist für mich kein richtiges Volontariat. Die Volontariatszeit sollte dazu da sein, Fragen stellen zu können, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich auch selbst ausprobieren zu können.